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Seit Jahren ist ein starker
Umstrukturierungsprozess in der Industrie zu verfolgen. Dieser
wurde ausgelöst durch die wirtschaftlichen Krisen der Vergangenheit
und hatte ein sogenanntes "down-sizing - Herunterfahren"
der Kosten zur Folge. Die internationale Öffnung des brasilianischen
Marktes sollte durch höhere Kapazitätsauslastung und bessere
Produktqualität vorbereitet werden.
Durch die Verminderung der ehemals hohen Inflationsrate auf unter
8-10% werden alle Produktionsfaktoren wieder plan- und kontrollierbar.
Für den industriellen Immobilienmarkt gilt, dass immer
mehr Industrieunternehmen in das Umland umsiedeln.
Makrostandorte in der Region São Paulo
Im folgenden sollen fünf Industriestandorte beschrieben werden:
Stadtgebiet
Aus dem Süden der Stadt entlang dem Autobahnring Naçốes Unidas (Chácara
Santo Antônio/Santo Amaro) sind grosse und mittlere Industriebetriebe
ausgezogen (z.B. Caterpillar nach Piracicaba und Atlas Copo nach
Barueri). Dieses Gebiet erhält dadurch immer mehr den Charakter
eines Dienstleistungszentrums mit grossen Bürogebäuden für die
wichtigsten Branchen wie Banken, Versicherungen und
Beratungsinstitute. Viele Einkaufszentren, "Facorty Outlets" und
Supermärkte haben sich hier bereits angesiedelt, so dass in einigen
Jahren auch die letzten Industriebetriebe in das Umland verdrängt
sein werden. Die Bodenpreise von R$ 300 bis 600/m² und in
Einzelfällen bei besonders günstiger Lage bis R$ 1.000/m² sind zu
hoch, um noch eine industrielle Nutzung zu rechtfertigen.
(Verbliebene wichtige Firmen: Avon, Amway, Semp Toshiba, Rhodia, MWM,
Stanley Home, Merrell Lepetit, Walita, Plavinil, Pial Legrand, Alfa
Laval).
Entlang des Autobahnringes Av.Do Estado im Osten der Stadt vollzieht
sich ein ähnlicher Prozess. Das Einzugsgebiet wird hier jedoch
hauptsächlich von unteren oder mittleren Einkommensschichten
geprägt, so dass die Dienstleistungs- und Gewerbebetriebe einen
niedrigeren Qualitätsstandard aufweisen. (Lokale wichtige Firmen:
Mangels, Valisere, Armeo, Lion, Arno, Rhodia, Linhas Corrente, Ford,
Samis Club, Carrefour)
Santo André, São Bernardo, São Caetano und Diadema
Zwischen den beiden zum Meer führenden Autobahnen Achieta/Imigrantes
befinden sich die Industriegebiete Santo André, São Bernardo, São
Caetano und Diadema, auch "ABCD-Stadtregion" genannt.
Hier befindet sich die dichteste und grösste Industrieansiedlung ganz
Lateinamerikas. Die Automobilindustrie mit ihren Zuliefererbetrieben
ist dort besonders dominierend (just in time - Logistik).
Volkswagen, General Motors, Karmann, Ghia, Scania, Glasurit,
Martini, Orniex, Sherwin Williams - um nur einige zu nennen - sind
hier vertreten.
Die Grundstückspreise sind relativ niedrig: R$ 50-120/m². Die
Wirtschaftskraft (grösstes Bruttoinlandsprodukt je Einwohner in ganz
Brasilien) ist so stark, dass sich hier grosse Supermärkte,
Shopping-Center und sonstige sekundäre Einrichtungen etablieren.
Dutra und Trabalhadores
Die zwei Autobahnen Dutra und Trabalhadores zwischen São Paulo und
Rio de Janeiro bilden sich immer stärker zu einer Industrieachse
zwischen diesen Grossstädten aus. Unternehmen wie BAYER, BASF, Brown
Boveri, ICI, Zeneca SKF, Electrolux, Kodak, Johnson+Johnson, GM,
Ford, Nestlé, Henkel, Volkswagen sind nur einige Beispiele für die
dortigen Ansiedlugen.
Als Anreiz zur Ansiedlung wurden vielen Unternehmen kostenlose
Grundstücksflächen gestellt und interessante steuerliche Vorteile
eingeräumt.
Bandeirantes und Anhanguera
Die Verkehrsachse nach Campinas, einer Stadt mit über einer Mio.
Einwohnern, in der sich u.a. Bosch angesiedelt hat, wird durch die
beiden Parallelautobahnen Bandeirantes und Anganguera gebildet. Hier
ist eine steigende Ansiedlungstendenz, insbesondere für
mittelständische Industrieunternehmen, festzustellen. (Wichtige
lokale Firmen: Bosch, Gesay, Lever, Danone, Siemens, Moore, Parker,
Etti, Robertshaw, Moellers, Klabin).
Castelo Branco, Raposo Tavares und Regis Bittencourt
Der fünfte Industriestandort wird durch die Autobahnachsen Castelo
Branco, Raposo Tavares und Regis Bittencourt umfasst. Die Betriebe
entlang der Castelo Branco sind zur Zeit durch das extrem hohe
Verkehrsaufkommen aus den beiden grossen Satellitenstädten Tamboré
und Alphaville belastet. Hier haben sich besonders grosse Logistik-
und Verwaltungsindustrien sogenannte "rauchlose" Industrien,
angesiedelt (z.B. C&A, Mappin). Die Autobahn Raposo Tavares führt
nach Sorocaba, wo ebenfalls grosses, industrielles Wachstum (Votorantin)
zu verzeichnen ist. Die Regis Bittencourt führt nach Süden in
Richtung Curitiba mit punktuellen industriellen Schwerpunkten.
(Wichtige lokale Firmen: Texaco, Nissan, Loctite, Alpargatas, Rohm +
Haas, Renault, Welcome, KMP, Pirelli, Ciba, Geigy, Boehringer,
Natura, Liotecina).
Auszug aus "Investitionshandbuch Brasilien 2001" Copyright
© AHK-São Paulo - Câmara de Comércio e
Indústria Brasil-Alemanha 2001/2002
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