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Portugiesische und holländische Kolonisatoren
prägten Pernambuco, den relativ dicht besiedelten, östlichsten Teil
Südamerikas, nachhaltig, einerseits durch Sklavenhandel und Zuckerrohrplantagen,
andererseits aber auch durch europäische Kultur. Die makellosen
Strände ziehen Millionen Urlauber an, dank preiswerter Charterflüge
auch immer mehr aus Europa. Durch den amtlich verordneten Einsatz
von Alkohol als Treibstoff wurde der Zuckerrohranbau in den letzten
Jahrzehnten noch intensiviert, und Brasilien ringt heute mit Indien
um Platz eins der Weltzuckerproduzenten. Ein grosser Teil davon in
Pernambuco angebaut. Die Felder mit den langen grünen Zuckerrohrstangen
reichen weit ins Landesinnere, bis zum trockenen Sertão.
Obstanbau, Viehzucht, Fischfang und der Tourismus
an der Küste bilden weitere wirtschaftliche Stützen dieses Staates.
Recife, liegt strategisch günstig an der östlichen Spitze Brasiliens
und ist die bedeutendste Wirtschaftsmetropole im Nordosten. Diese
Position soll ausgebaut werden.
Effizienz und Schnelligkeit im Umgang mit Investoren hat sich die
Regierung von Pernambuco unter Gouverneur Jarbas Vasconcelos auf
die Fahne geschrieben. Im Zentrum steht dabei das Pernambuco Development
Programm "Prodepe", das "über Beratung und Steuervergünstigungen
für Investoren die Basis einer industriepolitischen wie touristischen
Offensive bildet", wie es Dr.Carlos Eduardo Cadoca, Landesminister
für ökonomische Entwicklung, Tourismus und Sport, formuliert.
Durch das Prodepe-Programm wurden schon im ersten Halbjahr der Regierung
Vasconcelos Neuinvestitionen von 300 Millionen Mark in 25 verschiedenen
Projekten mit 1.300 neuen Arbeitsplätzen verzeichnet.
Die wesentlichen Entwicklungsfelder für Pernambuco liegen in den
Bereichen Häfen, Tourismus, Medizin, Informatik, Bergbau und Landwirtschaft.
Durchschnittlich 14 Verhandlungen monatlich führt die Regierung
zurzeit mit Neuinvestoren.
"Suape, der Hafen bei Recife, hat Priorität in Jarbas Vasconcelos´Regierung",
erklärt Landesminister C.E.Cadoca. Der strategisch günstig an der
Nordostspitze Brasiliens und somit an den internationalen Schifffahrtsrouten
gelegene Industriehafen soll zügig ausgebaut werden. In Planung
sind bsp. ein neues Container-Terminal, ein Weizen- und Gas-Terminal
sowie zwei Kraftwerke.
Mit einem 50-Millionen-Mark-Investment wurde das neue Coca-Cola-Werk
im Gewerbegebiet Suape fertiggestellt. Es ist das modernste in Lateinamerika
und zog verschiedene Zulieferbetriebe an.
Das touristische Entwicklungsprogramm "Prodetur" umfasst
ein Budget von nahezu 600 Millionen Mark. Im Zentrum stehen Investitionen
in nationale und internationale Marketing-Massnahmen sowie die Erschliessung
des Guadelupe Touristic Center. Rund 100km südlich von Recife entsteht
auf 9.000ha entlang eines 15km langen Küstenstreifens eines der
ambitioniertesten Tourismusprojekte Brasiliens.
Attraktiv für kleine und mittelständische Investoren im Touristikbereich
ist die Praia de Galinhas, nur 40km von Recife entfernt. Ende der
80er Jahre wurden die ersten Pensionen erbaut, und 1990 wurde die
Verbindungsstrasse modernisiert. Heute existieren über hundert Hotels,
Pensionen und Appartementhäuser, ein 200- und ein 300-Betten-Hotel
werden in den nächsten Jahren eröffnet.
Ferner wird der internationale Flughafen Guararapes in Recife auf
eine Kapazität von 4,5 Mill. Fluggästen ausgebaut, um die Infrastruktur
im Reiseverkehr zu verbessern. Längst abgeschlossen ist die Restaurierung
von Alt-Recife, wo sich neben unzähligen Bars und Restaurants auch
viele Ateliers, Agenturen und New-Media-Unternehmen niedergelassen
haben. Recife verfügt damit neben
Olinda über ein zweites städtebauliches
Kleinod.
Das wachsende Interesse an Natur-Tourismus wird nördlich von Recife
auf der Insel Itamaracá
bedient. Noch zukunftsträchtiger ist das Archipel Fernando
de Noronha, 500km vor der Küste Pernambucos gelegen und als
traumhaftes Tauchparadies bekannt.
Recife war schon einmal, in der Zeit der Niederländer um Moritz
von Nassau im 17.Jh., das wissenschaftliche Zentrum Brasiliens.
Heute ziehen die vier Universitäten und 30 Gymnasien Wissensdurstige
aus ganz Nordost-Brasilien an. Die Stadt gilt auch als Vorreiter
in Sachen Technik. In der medizinischen Versorgung kann es Recife
inzwischen mit São Paulo aufnehmen, und der Pernambuco-Computer-Pool
ist mit 250 Firmen und 3.000 Experten der drittgrösste Brasiliens.
Nahezu 10 Mill. Mark will die Regierung in Datenübertragung und
in zehn Technologie-Zentren investieren.
Recife ist traditionell eine Handelsstadt und beherbergt das grösste
Kongresszentrum des Nordostens, bedeutende Niederlassungen von Lebensmittelkonzernen
und nicht zuletzt das grösste Shoppingcenter Brasiliens.
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