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Die Modellstadt Curitiba
Die Curitibanos nennen ihre
Stadt stolz "Hauptstadt der Ökologie" - mit Recht. Auf
jeden Einwohner kommen 50m² öffentliches Grün: In Curitiba hat man
es nie weit bis zum nächsten Park. Früher als anderswo hat man hier
erkannt, dass Stadtentwicklung nachhaltig betrieben werden muss. Früher
als anderswo hat man auch bemerkt, dass Stadtplanung ökologische
Aspekte einschliessen muss.
Das beginnt mit einen innovativen Konzept für den öffentlichen Nahverkehr
und hört mit der Einrichtung von Parks und Grünflächen noch lange
nicht auf. Heute gilt Curitiba weltweit als Modell einer modernen
Metropole, in der altbekannte urbane Probleme auf neuen Wegen gelöst
werden.
Der populäre Ex-Bürgermeister Jaimie Lerner erhielt 1990 einen Preis
der UN-Umweltstiftung. Auf seine Initiative geht das Programm "Müll,
der kein Müll ist" zurück: "Als wir mit der Abfallbeseitigung
nicht mehr fertig wurden, wollten uns einige Experten Müllverbrennungsanlagen
aufschwatzen. Wir sind stattdessen in die Schulen gegangen und haben
schon den Kleinsten klargemacht, dass es besser ist, den Müll zu
trennen und weiter zu verwerten".
Überall auf Curitibas Plätzen stehen doppelte Mülltonnen: Eine für
organischen Abfall, der kompostiert wird, und eine für wieder verwertbare
Materialien, die aufbereitet und an die Industrie verkauft werden.
Die Einwohner beteiligen sich enthusiastisch an dem Programm. 95%
aller Haushalte sortieren ihren Müll.
Doch nicht nur in Sachen Lebensqualität, auch in puncto Wirtschaft
kann sich Curitiba sehen lassen. Nicht umsonst führen viele Unternehmen
neue Produkte zuerst in Curitiba ein. Der frei verfügbare Einkommensanteil
liegt bei etwa 11.500 Mark pro Kopf im Jahr. Damit nimmt Curitiba,
nach Porto Alegre, den zweiten Platz im
Ranking der brasilianischen Städte ein.
Um Curitiba herum haben sich eine Reihe grosser Unternehmen angesiedelt.
Hier produzieren unter anderem Volvo, Renault, Bosch und Siemens.
Anfang dieses Jahres eröffnete VW eine der modernsten Autofabriken
der Welt.
Die Curitibanos sind weltoffen und gastfreundlich. Für Geschäftsleute
aus dem Ausland gibt es eigene Dienstleistungsunternehmen, die Neuhinzugezogenen
nicht nur eine Wohnung verschaffen, sondern sie zugleich auch, in
der jeweiligen Sprache, mit der Stadt, mit den Restaurants und mit
den schönsten Parks bekannt machen. Und davon gibt es hier so viele,
dass man einen Führer wirklich brauchen kann.
*Auszug aus "BrasilienAktuell" Informationen aus Wirtschaft,
Politik und Kultur
© Brasilianische Botschaft -Berlin
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