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Mit dem Ausspruch "Land ohne
Menschen für Menschen ohne Land" des Generals Medici wurde
Anfang der siebziger Jahre die Erschliessung und forcierte Besiedlung
des brasilianischen Westens eingeleitet. Zusammen mit dem im Norden
angrenzenden Bundesstaat Goiás sind Mato Grosso und Mato Grosso
do Sul heute Brasiliens Rinder- und Sojastaaten.
In Mato Grosso do Sul hat sich ein weiterer "amerikanischer
Traum" verwirklicht. Auf Riesengrossen Farmen mit beeindruckenden
Maschinenparks wird Soja im grossen Stil angebaut. Nachdem landwirtschaftliche
Forschungszentrum Embrapa, Empresa Brasileira de Pesquisa Agropecuária,
in den siebziger Jahren neue Sorten entwickelt hatte, die den klimatischen
Verhältnissen in Brasilien besser angepasst waren, hat Soja in den
achtziger Jahren Brasiliens Landwirtschaft erobert. Heute hält das
Land in der Sojaproduktion mit rund achtzehn Millionen Tonnen pro
Jahr hinter den USA Platz zwei auf dem Weltmarkt.
Die Sojaproduktion ist umstritten. Ökologen kritisieren den hohen
Einsatz von Dünge- und Insektenschutzmitteln, die in die Flüsse
gelangen und bereits Fischsterben verursacht haben. Darüber hinaus
werden zum Anbau von Soja grosse Flächen Wald abgeholzt, was im Pantanal
zu empfindlichen Störungen des Wasserhaushalts geführt hat. Brasilianisches
Soja wird zum grossen Teil exportiert und macht europäische Rinder
und Schweine fett, während das Land es nicht schafft, seine eigene
Bevölkerung zu ernähren. Auf Flächen, die von Kleinbauern angebaut
wurden, werden heute zur Sojaproduktion genutzt. Auch konnte das
in der Forschung so erfolgreiche landwirtschaftliche Forschungsinstitut
nicht verhindern, dass die Produktivität der Bohne, eines der wichtigsten
Grundnahrungsmittel, gesunken ist.
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