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Arisco
in Goiâna
Vom Gewürzhändler zum Partner von
Goldman Sachs
Er gehört zu Brasiliens erfolgreichsten Unternehmen, und doch weiss
kaum jemand, wie er aussieht. João Alvez de Queiroz Filho, genannt
Júnior, der Chef des Lebensmittelgiganten Arisco, zieht es vor,
unbekannt zu bleiben, ein Mensch der Masse.
So kann er sich bewegen, ohne gestört, ohne erkannt zu werden. Wie
auf jenem vornehmen Fest, von dem er gerne erzählt. Er kam ins Gespräch
mit einem Senator. Als dieser ihn fragte, wo er arbeitete, sagte
Júnior: "Bei Arisco, im Vertrieb." "Soso, bei Arisco",
meinte der Senator, "ich bin mit Júnior, dem Chef befreundet.
Wenn Sie irgendetwas von ihm wollen, brauchen Sie sich nur an mich
zu wenden".
Die Firma Arisco wird von einem Büro in der Avenida Paulista in
São Paulo geleitet. Produziert wird in mehreren Fabriken im Landesinneren;
das Stammhaus steht in Goiâna.
Hier, im Herzen des Cerrado,
begann vor vierzig Jahren die Geschichte des Unternehmens. Der Firmengründer
João Alves de Queiroz, Júniors Vater, hat keine höhere Schule besucht,
er kam aus ärmlichen Verhältnissen. Er baute zunächst einen Lebensmittelgrosshandel
auf, danach, auf der Grundlage eines Gewürzes namens Arisco, eine
Lebensmittelfirma.
Der Patriarch ist für den Sohn heute noch die letzte Instanz in
unternehmerischen Fragen: "Er ist der klügste Mann der Welt",
sagt Júnior. Vater und Sohn sprechen fast täglich miteinander.
Unternehmerisches Geschick hat Júnior vom Vater geerbt. Júnior verwandelte
Arisco in ein international operierendes, modernes Unternehmen.
Die Firma produzierte zunächst nicht viel mehr als Tomatenmark und
einige Gewürze. Heute ist Arisco das drittgrösste brasilianische
Lebensmittelunternehmen, der Umsatz wird in diesem Jahr auf über
eine Milliarde Mark steigen.
1995 klopften die Manager von Goldman Sachs an die Tür von Arisco.
Die Investmentbank kaufte einen Anteil von 20% an dem Unternehmen
- das Geld wurde umgehend reinvestiert. Für Júnior ist nicht nur
das Kapital, sondern auch der Erfahrungsschatz seines neuen Partners
interessant. Zwar ist für ihn immer noch der Vater die erste und
letzte Instanz in Fragen des Geschäfts. Aber die versierten Banker,
das hat Júnior längst entdeckt, haben auch den einen oder anderen
Tipp. "Sie haben mich gelehrt, Arisco mit neuen Augen zu sehen".
Auf ihren Ratschlag rationalisierte Júnior, die Verwaltung der Firma,
implementierte die Software, ordnete die Finanzen neu, optimierte
die Logistik.
Seinen Geschäftspartner nennt Júnior ironisch "Onkel Goldman".
Und wie ein aufgeweckter Neffe vom weit gereisten Onkel, so lernt
Júnior von der Investmentfirma. Denn mit dem, was er erreicht hat,
ist ein Vollblutunternehmer wie er noch lange nicht zufrieden.
*Auszug aus "BrasilienAktuell" Informationen aus Wirtschaft,
Politik und Kultur
© Brasilianische Botschaft -Berlin
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