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Edelsteine und -metalle faszinierten
seit Beginn der Zivilisation und spielten für die kulturelle, soziale
und politische Entwicklung der Menschen eine wichtige Rolle. Archäologische
Forschungen in Mesopotamien, Ägypten, China, Mexiko und Peru ergaben,
dass seit Beginn der Menschheitsgeschichte Gold, Silber und Edelsteine
nicht nur Wohlstand symbolisierten, sondern darüber hinaus auch
Macht und religiöse Hingabe. In Brasilien haben Schwemmgold und
Diamantenminen wesentlich zur territorialen Ausdehnung und zur Besiedlung
des Landesinneren beigetragen. Die Expedition der "Bandeiras",
die sich von Norden nach Süden und von Osten nach Westen durch unberührte
Gebiete des Landes ihre Wege bahnten und die Ausdehnung des brasilianischen
Territoriums bestimmten, wurden durch die Hoffnung angetrieben,
auf reiche Mineralvorkommen zu stossen. Ouro Preto, Sabará und andere
Kolonialstädte des Bundesstaates Minas Gerais wurden von goldgierigen
Abenteurern gegründet.
Diamantina, heute Zentrum einer der kulturell ausdruckvollsten Regionen
im Inneren des Landes, verdankt seine gegenwärtige Bedeutung den
in den nahegelegenen Bergen gefundenen Diamantminen. Für die Schaffung
von Arbeitsplätzen und Devisen ist die Suche nach Mineralien in
Brasilien noch heute eine wichtige Voraussetzung. Erst vor kurzem
wurde in den Gebieten von Carajás und Serra Pelada im Norden der
Goldrausch noch einmal durchlebt. Männer und Frauen setzen sich
auf der Suche nach Edelmetallen und -steinen der rauhen, unwirtlichen
Gegend aus und bedienen sich in den meisten Fällen der gleichen
primitiven Abbaumethoden und Werkzeuge wie bereits vor Jahrhunderten.
Häufig kann man am Fusse der Berge oder an den Flussbetten den gleichen
Freudenschrei hören, mit dem bereits seit Jahrhunderten die Entdeckung
einer Goldader verkündet wird. Der Bundesstaat Minas Gerais trägt
wesentlich zur Goldproduktion des Landes bei, die ca. 80t pro Jahr
beträgt, wovon ca. 60t Schwemmgold sind und ca. 20t industriell
abgebaut werden. Als der Welt grösster Produzent von farbigen Edelsteinen
und mit geschätzten 30.000t Goldreserven spielt die Schmuckindustrie
in Brasilien eine bedeutende wirtschaftliche Rolle. Die Vielfalt
der Rohmaterialien, die Brasilien besitzt sowie die Kreativität
der Designer und Fachhandwerker waren entscheidend dafür, dass H.Stern
zu einem der führenden Juweliere der Welt aufstieg.
Die Tatsache, dass einer der grössten Juweliere der Welt ein brasilianisches
Unternehmen ist, erweist sich als logische Konsequenz des aussergewöhnlichen
Reichtums und der Vielfalt brasilianischer Edelsteine. Es gibt praktisch
alle Arten von Edelsteinen und -metallen auf brasilianischem Territorium.
Ein grosser Teil dieser Bodenschätze wird in Flüssen und an Flussufern
gefunden, wobei sich die heutigen Schürf- und Abbaumethoden kaum
von denen früherer Zeit unterscheiden. In Brasilien ist niemand
Eigentümer von Minen, da diese Gebiete als rechtmässig öffentliches
Eigentum betrachtet werden. Gemäss Gesetzgebung kann die Ausbeutung
nur auf Konzessionsbasis vorgenommen werden, wofür Abbaulizenzen,
sogenannte "Claims", vergeben werden. Die wertvollsten
Aquamarine weltweit werden in den Bundesstaaten Minas Gerais, Espírito
Santo und Bahia gefunden. Smaragde hingegen werden in den verschiedensten
Regionen des Landes geschürft, hauptsächlich jedoch in Goiás und
Bahia.
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Mine von Ouro Verde
- Amazonasgebiet
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Zitrin im Rohzustand
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