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Die Binnenwirtschaft konnte im Jahr 2000 ein Wachstum von 4% verzeichnen.
Diese positive Entwicklung ist massgeblich auf die Ausweitung der
industriellen Produktion (6,5%) zurückzuführen. Darunter fallen
die Bereiche Maschinenbau, Transportmaterial, Erzbergbau, Metallverarbeitung,
Elektroartikel und Telekommunikationsanlagen.
Auch im Agrarsektor war im vergangenen Jahr ein Aufschwung zu verzeichnen.
Die Ernteerträge beliefen sich im Jahr 2000 auf 85,7 Millionen Tonnen
- ein Wachstum um 45% im Vergleich zum Beginn der neunziger Jahre.
Dieser Zuwachs beruht hauptsächlich auf einer gesteigerten Produktivität,
u.a. bei der Anpflanzung von Reis, Bohnen, Soja und Weizen.
Das Wirtschaftswachstum hat landesweit zu einer erheblichen Senkung
der Arbeitslosenquote geführt, die von 8,2% im Jahr 1999 auf 7,1%
im Jahr 2000 gefallen ist – der niedrigste Wert seit drei Jahren.
So konnten die Lohnmasse im vergangenen Jahr gesteigert und der
Mindestlohn angehoben werden, ohne dass sich dies in nennenswertem
Masse auf die Produktionskosten ausgewirkt hätte.
Trotz der Erhöhung der Steuern und öffentlichen Abgaben sowie der
Brennstoffpreise hat die Inflationsrate das zu Beginn des Jahres
von der Regierung aufgestellte Inflationsziel erfüllt und ist leicht
unter 6% geblieben. Dies bedeutete im Verlauf des Jahres 2000 eine
Senkung um 33% im Vergleich zu 1999, als die Preissteigerungsrate
bei 8,9% lag.
Das zweite Jahr in Folge hatten die konsolidierten öffentlichen
Haushalte (sowohl auf Ebene des Bundes als auch der Bundesstaaten)
einen deutlichen Primärüberschuss zu verzeichnen: 3,1% des BIP 1999
(31 Milliarden R$) und 3,6% des BIP 2000 (38,2 Mrd. R$), so dass
im letzten Jahr die mit dem IWF vereinbarte Zielvorgabe noch überschritten
werden konnte. Das so erzielte Sparaufkommen wurde für die Zahlung
der internen öffentlichen Schulden verwendet, was u.a. die notwendigen
Rahmenbedingungen für die Senkung der Leitzinsen schuf. Der SELIC-Leitzins
der Zentralbank schloss das Jahr nominal bei 15,75%, real bei 9,2%
ab.
Die nach wie vor recht hohe öffentliche Nettoverschuldung (563,2
Mrd. R$ bzw. 49,5% des BIP) ist seit dem dritten Quartal des vergangenen
Jahres zurückgegangen, u.a. auch dank des Vertrauens der Kapitalmärkte
in die Wirtschaftspolitik der Regierung. Die hohen Primärüberschüsse
mit gleichzeitig fallenden Zinssätzen haben eine Verlängerung der
Laufzeit für die aus der Vergabe von Wertpapieren entstandene Staatsschuld
über zwei Jahre hinaus ermöglicht. Der gleichzeitige schrittweise
Übergang von variablen zu festen Zinssätzen konnte zu einem deutlichen
Imagegewinn der Staatsanleihen beitragen.
In Brasilien hat der Zufluss an ausländischen Investitionen
stark zugenommen, bedingt durch Grossprojekte in der Automobil-,
Stahl-, Bergbau-, Papier- und Zelluloseindustrie sowie im Ausbau
der Infrastruktur. Die Investitionsrate ist von 18,7% im Zeitraum
von 1991-1993 auf 20,7% von 1997-1999 angewachsen.
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