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Die Inflationsrate (IPCA) ist in Brasilien im Dezember erwartungsgemäß von 6,22% auf 5,59% zurückgegangen, berichten die Analysten der DekaBank.

Die Inflationserwartungen für das Jahr 2006 hätten sich in den vergangenen vier Wochen nicht verändert. Auch die Wachstumserwartungen würden sich trotz negativer Überraschungen stabil verhalten. Man rechne für den nächsten Mittwoch mit einer Leitzinssenkung um 75 Basispunkte auf dann 17,25%. Auf Sicht der nächsten zwölf Monate rechne man mit weiteren Rückgängen auf 15,00%.

 
Gas durch Südamerika
Bei einem Gipfeltreffen in Brasilien beschlossen die Präsidenten von Brasilien, Argentinien und Venezuela am Donnerstag den Bau einer über 7.000 Kilometer langen Gaspipeline durch Südamerika. Der Bau, der im Juni beginnen soll, wird vermutlich sechs Jahre dauern. Die Kosten werden auf 17 bis 25 Milliarden Dollar geschätzt. Die Pipeline soll pro Tag 150 Millionen Kubikmeter Erdgas von Venezuela durch Brasilien nach Argentinien leiten können.
"Die Gaspipeline wird in einer verblüffenden Weise die Eisen-, Stahl-, Rohr- und Bauindustrie beleben", sagte der venezolanische Präsident Hugo Chávez. Das Treffen war die Fortsetzung bereits im vergangenen Jahr begonnener Verhandlungen über eine Energiekooperation zwischen den drei Ländern, der zu den ersten Untersuchungen für die Gaspipeline geführt hatte.
Venezuela besitzt die größten Erdgasreserven in Lateinamerika und die achtgrößten der Welt. Chávez schlug bei seiner Ankunft in Brasilien vor, Bolivien, das über die zweitgrößten Erdgasreserven der Region verfügt, in das Projekt einzubeziehen. Er versprach, Bolivien zu helfen, und äußerte den Wunsch, dass der neu gewählte bolivianische Präsident Evo Morales bald das Gas verstaatlichen werde.
Bei dem Treffen wurde auch die gemeinsame Ausbeutung der Öl- und Gasvorkommen im Golf von San Jorge in Argentinien vereinbart. Chávez schlug Kirchner und Lula außerdem vor, eine "Bank des Südens" zu gründen, um soziale und wirtschaftliche Projekte zu unterstützen und so eine "wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erreichen". Im März wollen die drei Präsidenten sich in Argentinien treffen, um die technischen Untersuchungen der Gaspipeline vorzustellen und zu evaluieren.


Lateinamerika-Fonds setzen auf Brasilien
An den Börsen Lateinamerikas ging es in den vergangenen drei Jahren steil bergauf. Von dieser Entwicklung hat vor allem der West AM Compass Latin America der Fondsgesellschaft WestLB Asset Management profitiert: Der Zwölf-Monats-Spitzenreiter unter den Lateinamerika-Fonds erzielte 2005 ein Plus von 82 Prozent und schlug damit seinen Vergleichsindex, den MSCI EM Latin America, um mehr als acht Prozentpunkten.
West-AM-Manager Bill Rudman führt die gute Performance vor allem auf die positive Entwicklung in Brasilien und Mexiko zurück, wo rund 85 Prozent des Fondsvermögens investiert sind. „Brasilien ist der größte Rohstofflieferant der Region und profitiert daher von der weltweit gestiegenen Nachfrage nach Rohstoffen“, so Rudman. Außer bei Rohstoffen setzt er im Portfolio des lediglich zehn Mill. Euro schweren Fonds Schwerpunkte in den Bereichen Konsumgüter und Telekommunikation.
Zu den größten Positionen gehören der Ölkonzern Petrobras, gefolgt vom Mobilfunkanbieter America Movil und dem Eisenerz-Produzenten CVRD. Großes Potenzial sieht Rudman zudem bei Finanzdienstleistungen: „Auf Grund des vergleichsweise niedrigen Zinsniveaus steigt die Nachfrage nach Krediten.“ Er favorisiert daher Brasiliens Banken-Gruppe Itausa.
Für die weitere Entwicklung Lateinamerikas ist Rudman sehr positiv gestimmt: „Obwohl die Märkte schon sehr gut gelaufen sind, gehen wir auch in diesem Jahr von einem Zuwachs im zweistelligen Bereich aus“, sagt der West AM-Manager. Die Bewertungen seien attraktiv und die wirtschaftlichen Perspektiven der Region weiterhin gut. Dennoch warnt er vor zu viel Euphorie, da nach den Kursanstiegen im vergangenen Jahr die Bewertungsabschläge gegenüber den Märkten der Industrieländer geschrumpft seien. Zudem stehen in diesem Sommer Wahlen in Mexiko und Brasilien an, was Rudman zufolge in der Vergangenheit immer wieder zu Unsicherheiten in der Region geführt hat.
Davon wäre auch der zweitplatzierte Baring Latin America betroffen, dessen Fondsvermögen ebenfalls zu mehr als 80 Prozent in Brasilien und Mexiko investiert ist. Nach Ansicht von Barings-Manager Urban Larson bietet dabei vor allem der brasilianische Markt noch Potenzial für weitere Kurssteigerungen, da die Titel brasilianischer Firmen im Schnitt noch zu deutlich günstigeren Preisen zu haben seien als Aktien von Unternehmen aus Chile oder Mexiko. Ähnlich wie Konkurrent Rudman setzt auch Larson in seinem Baring Latin America auf Titel aus den Bereichen Konsum, Finanzen und Rohstoffe. Das Schwergewicht bildet ebenfalls der Ölkonzern Petrobras mit einer Gewichtung von 9,5 Prozent, gefolgt von CVRD mit 8,8 Prozent und dem Zementhersteller Cemex mit 6,6 Prozent

Quelle: mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung der Brasilianischen Botschaft - Berlin  - Copyright © Deutsch-Brasilianische Gesellschaft e. V.

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