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Aktuelles aus der Wirtschaft - September 2009
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Anfangs September fanden in Vitória, Brasilien, die
alljährlichen Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage statt. Trotz Wahlkampf
entsandte die Bundeskanzlerin Wirtschaftsminister Guttenberg an die
Konferenz, um dem Willen der deutschen Wirtschaft Ausdruck zu verleihen, die
Handelsbeziehungen mit Brasilien zu verstärken. Auch von brasilianischer
Seite her war die Vertretung hochkarätig. Präsident Lula persönlich schloss
die Veranstaltung und bekräftigte, dass Brasilien in Zukunft seine Rolle und
Gewicht in der Weltwirtschaft wahrnehmen werde.
Jeder Brasilianer habe einen Traum, das sei:
1. eine Familie zu gründen,
2. ein Haus zu bauen,
3. ein Auto und seit neuestem,
4. einen eigenen Computer
zu haben.
Brasiliens Wirtschaft kam so schnell aus der Krise heraus, da der Anteil des
Aussenhandels am BIP nur etwa bei 16 % liegt und der Binnenmarkt intakt ist.
An den Handelstagen war spürbar, dass die brasilianische Wirtschaft immer
noch starker Exporteur von Rohstoffen und Agrargütern ist, dass aber sonst
in der Wirtschaft noch eine Exportkultur fehlt. Nach wie vor besteht ein
grosser Bedarf am Import ausländischer Technologie und Spezialitäten. Wenn
die deutschen und schweizerischen Firmen nicht kommen, springen gerne die
Chinesen in die Bresche. Diese interessieren sich sehr für den
brasilianischen Markt, das wird beispielsweise in der
Automobilzulieferindustrie sehr deutlich.
Ein Artikel des Handelsblatts vom 21.5.2008 hat den Titel: „Brasilien- die
unterschätzte Macht“, kaum ein Land würde so unterschätzt wie Brasilien. Dem
kann ich nur beipflichten. Das war nun schon längere Zeit der Fall.
Inzwischen ist bei vielen deutschen Unternehmen der osteuropäische Markt
stark eingebrochen und USA zum Stillstand gekommen. Jetzt wächst das
Interesse an der grössten südamerikanischen Volkswirtschaft. Ja, Brasilien
hat nach wie vor seine Probleme und Hürden, sei es mit der Bürokratie, hohen
Steuern und einer verbesserungsbedürftigen Infrastruktur. Dafür sind die
brasilianischen Unternehmer und Manager als gewohnte „Hürdenläufer“
Weltklasse, das geht aus einer Studie der IMD Business School Lausanne
hervor. Die Ratingagentur Moody’s hat nun nach Standard & Poors Brasilien
ebenfalls „Investmentgrade“ verliehen, was bedeutet, dass weiterhin vermehrt
Kapital ins Land fliessen wird und der R$ fest bleibt.
Das Wirtschaftswachstum wird 2009 mit – 1,3% erwartet, für 2010 + 2,2%, die
Inflationsrate 2009 + 4,8% und 4,0% für 2010. Die Arbeitslosenrate sinkt und
die Löhne steigen wieder leicht an. Im Binnenmarkt sind nach wie vor gute
Chancen vorhanden.
Das Land hat auch qualitativ ein anderes Wachstum als z.B. China oder
Indien. Sind erst einmal die Grundbedürfnisse gedeckt, steigt Schritt für
Schritt die Nachfrage nach höherwertigen Gütern, sei es bei Autos, beim
Wohnen, der Elektronik und vieles mehr. Ausserdem ist in einem Land wie
Brasilien immer wieder ein „Leap-Jumping“ festzustellen, das heisst, dass
technologische Entwicklungsschritte einfach übersprungen werden. So haben
heute fast alle Brasilianer ein Handy, haben aber vielleicht nie einen
Festnetzanschluss besessen. Auch in den Unternehmen sind technologische
Sprünge bei den Prozessen zu beobachten. Oft findet man hier stark
automatisierte Prozesse bei denen auch die Kunden einbezogen sind, das ist
z.B. bei den Banken der Fall, aber auch bei Unternehmen, wo man z.B.
Ersatzteil-Bestellungen oder Anmeldungen übers Internet macht. Brasilien ist
und bleibt für solche digitalisierten Vereinfachungen sehr empfänglich.
Der nächste technologische Renner wird GPS sein, das bereits billig zu haben
ist und den Markt Schritt für Schritt erobert. Die Brasilianer lieben
technische Spielereien, vor allem, wenn sie erschwinglich sind. Anfangs
Oktober wurde vom IOK entschieden, dass die olympischen Spiele 2016 in Rio
de Janeiro ausgetragen werden. Jetzt geht in Rio die Post ab, denn die Zeit
zum Aufbau der notwenigen Infrastruktur ist kurz und die Anforderungen an
Sicherheitsmassnahmen sind hoch. Nicht zu vergessen ist auch die
Fussballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien!! Hier bieten sich exzellente
Chancen für deutsche und schweizerische Unternehmen. Lassen Sie sich diese
nicht entgehen. Jetzt ist die Gelegenheit günstig, mit Ihren Produkten in
das „Land der Zukunft“ einzusteigen
Jutta Allemann
- Contacts International - Rio de Janeiro / Brasilien |
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