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Xingu-Indianer - Mato Grosso

   
     

Xingu-Indianer / Copyright © 2005 FreeWay Adventures-BrasilHier, im Bundesstaat Mato Grosso, liegt das 1961 gegründete Reservat "Parque Indígena do Xingu", ein 22.000km² grosses Territorium. Da es sich am Oberlauf des in den Amazonas mündenden Xingu-Flusses befindet, nennt man es "Alto-Xingu".

Die Indios hatten in der Verteidigung ihrer Interessen leider selten Erfolg. Ihr wesentlichster ist die Errichtung dieses Parks, eines natürlichen Zufluchtortes, an dem 16 Indianerstämme mit vier verschiedene Sprachen, zusammenleben. In den vergangenen Jahrhunderten wanderten sie aus anderen Landesteilen auf der Flucht vor Siedlern ein, oder wurden, wie die "Kren-Akrore", zwangsweise hierher umgesiedelt. Bis zur Erschliessung der Region durch Strassen im Jahre 1970, waren die Ureinwohner hier durch Stromschnellen vor Eindringlingen geschützt.

Die Xingu-Indianer haben sich bis heute ihre Stammesorganisation bewahrt, weil ihr Kontakt mit der Zivilisation nur begrenzt ist. Noch immer pflegen sie alte Bräuche, aber viele haben geschäftliche Aktivitäten entwickelt, und 1982 wurde sogar einer ihrer Häuptlinge in den Nationalkongress gewählt. Sie benutzen Angelhaken, haben Radios und Fahrräder, handeln mit Holz und Jagdbeute. Ende des 19.Jh. siedelten etwa 3.000 Menschen in dem Gebiet. Bis zur Mitte des 20.Jh. ging ihre Zahl durch Grippe-, Masern- und Malaria-Epedimien auf unter 1.000 zurück; nun schätzen die Xinguanos selbst die Reservatsbewohner auf über 3.500 Personen, die Hälfte davon jünger als 15 Jahre.

Xingu-Indianer / Copyright © 2005 FreeWay Adventures-Brasil
Xingu-Indianer / Copyright © 2005 FreeWay Adventures - Brasil

Xingu-Indianer / Copyright © 2005 FreeWay Adventures-Brasil

Zwei Brasilianern, die weder Missionare noch Anthropologen, sondern Geschäftsleute waren, haben sich besondere Vierdienste um die ethnischen Minderheiten am Xingu-Fluss erworben. Die Brüder Villas-Bôas betrieben von 1946-1973 einen Verwaltungs- und Handelsposten am Alto-Xingu, der sicherlich viel zum Frieden in der Gegend beigetragen hat. Ihnen verdanken die Völker das weitgehend intakte Reservat. Doch Orlândo Villas-Bôas bezweifelt, dass die Indios ihre kulturelle Identität bewahren können, selbst man sie vor dem Kontakt mit der Zivilisation schützt: "Die Leute lieben Indianer-Romantik, aber die Indianer sind keine Exoten, sie sind Menschen, die Hilfe brauchen".
Einmal jährlich wird ein grosses Besuchsfest im Alto-Xingu veranstaltet. Jahr für Jahr zahlen Fernsehteams stattliche Summen, um die farbenprächtigen Tänze des "Guarupa-Festes" zu filmen. Kurz nach dem Tod eines Häuptlings oder eines Angehörigen einer Häuptlingsfamilie beginnen die Hinterbliebenen mit den Festvorbereitungen. Das Fest findet erst im August oder September des folgenden Jahres statt. Dazu werden die "Kuarup-Bäume" gefällt, mit der roten "Urucu-Farbe" bemalt und mit Federn geschmückt in der Mitte des Dorfplatzes aufgestellt. Alle Dörfer des Xingu-Gebietes senden Vertreter in das veranstaltende Dorf. Tänze, Kampfspiele und ein Festmahl werden organisiert. Der "Huka-huka" ist ein Ringkampf zwischen jungen Männern, die sich, der "Anaconda" ähnlich, mit roten Tupfen auf schwarzem Hintergrund, ihre Körper bemalen.

Reservat "Parque Indígena do Xingu"
 Reservat "Parque Indígena do Xingu"

Zeremonie Xingu-Indianer / Copyright © 2005 FreeWay Adventures-Brasil
Zeremonie
Copyright © 2005 FreeWay Adventures - Brasil

 

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