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Hier, im Bundesstaat Mato Grosso,
liegt das 1961 gegründete Reservat "Parque Indígena do Xingu",
ein 22.000km² grosses Territorium. Da es sich am Oberlauf des in
den Amazonas mündenden Xingu-Flusses befindet, nennt man es "Alto-Xingu".
Die Indios hatten in der Verteidigung ihrer Interessen leider selten
Erfolg. Ihr wesentlichster ist die Errichtung dieses Parks, eines
natürlichen Zufluchtortes, an dem 16 Indianerstämme mit vier verschiedene
Sprachen, zusammenleben. In den vergangenen Jahrhunderten wanderten
sie aus anderen Landesteilen auf der Flucht vor Siedlern ein, oder
wurden, wie die "Kren-Akrore", zwangsweise hierher umgesiedelt.
Bis zur Erschliessung der Region durch Strassen im Jahre 1970, waren
die Ureinwohner hier
durch Stromschnellen vor Eindringlingen geschützt.
Die Xingu-Indianer haben sich bis heute ihre Stammesorganisation
bewahrt, weil ihr Kontakt mit der Zivilisation nur begrenzt ist.
Noch immer pflegen sie alte Bräuche, aber viele haben geschäftliche
Aktivitäten entwickelt, und 1982 wurde sogar einer ihrer Häuptlinge
in den Nationalkongress gewählt. Sie benutzen Angelhaken, haben
Radios und Fahrräder, handeln mit Holz und Jagdbeute. Ende des 19.Jh.
siedelten etwa 3.000 Menschen in dem Gebiet. Bis zur Mitte des 20.Jh.
ging ihre Zahl durch Grippe-, Masern- und Malaria-Epedimien auf
unter 1.000 zurück; nun schätzen die Xinguanos selbst die Reservatsbewohner
auf über 3.500 Personen, die Hälfte davon jünger als 15 Jahre.
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Xingu-Indianer / Copyright © 2005
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Zwei Brasilianern, die weder Missionare noch Anthropologen, sondern
Geschäftsleute waren, haben sich besondere Vierdienste um die ethnischen
Minderheiten am Xingu-Fluss erworben. Die Brüder Villas-Bôas betrieben
von 1946-1973 einen Verwaltungs- und Handelsposten am Alto-Xingu,
der sicherlich viel zum Frieden in der Gegend beigetragen hat. Ihnen
verdanken die Völker das weitgehend intakte Reservat. Doch Orlândo
Villas-Bôas bezweifelt, dass die Indios ihre kulturelle Identität
bewahren können, selbst man sie vor dem Kontakt mit der Zivilisation
schützt: "Die Leute lieben Indianer-Romantik, aber die Indianer
sind keine Exoten, sie sind Menschen, die Hilfe brauchen".
Einmal jährlich wird ein grosses Besuchsfest im Alto-Xingu veranstaltet.
Jahr für Jahr zahlen Fernsehteams stattliche Summen, um die farbenprächtigen
Tänze des "Guarupa-Festes" zu filmen. Kurz nach dem Tod
eines Häuptlings oder eines Angehörigen einer Häuptlingsfamilie
beginnen die Hinterbliebenen mit den Festvorbereitungen. Das Fest
findet erst im August oder September des folgenden Jahres statt.
Dazu werden die "Kuarup-Bäume" gefällt, mit der roten
"Urucu-Farbe" bemalt und mit Federn geschmückt in der
Mitte des Dorfplatzes aufgestellt. Alle Dörfer des Xingu-Gebietes
senden Vertreter in das veranstaltende Dorf. Tänze, Kampfspiele
und ein Festmahl werden organisiert. Der "Huka-huka" ist
ein Ringkampf zwischen jungen Männern, die sich, der "Anaconda"
ähnlich, mit roten Tupfen auf schwarzem Hintergrund, ihre Körper
bemalen.
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Reservat "Parque
Indígena do Xingu" |

Zeremonie
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