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Irmandade da Boa Morte - das Fest der Schwarzen Schwestern - Bahia

   
     

Die Feierlichkeiten beginnen in der Freitagnacht vor dem 15.August, der in Bahia als Totenmonat gilt. Meist ist es kalt und regnerisch, wenn die Schwesternschaft des Guten Todes, die Irmandade da Boa Morte, ihr Fest in Cachoeira feiert.

Die Heiligenfigur der Nossa Senhora da Boa Morte liegt auf weissen Blumen gebettet, aufgebahrt unter einem durchsichtigen Tuch. Die Trauergemeinde und Schwestern tragen die typischen weissen Kleider der Baianas, verhüllen auch noch den Kopf mit weissen Tüchern, doch um die Schultern haben sie schwarze Samtstolas gelegt. Der katholische Priester liest eine Messe und führt dann den Trauerzug an. Männer, deren Zugehörigkeit zum Candomblé offensichtlich ist, tragen die Heilige durch die engen Gassen, die schwarzen Schwestern ziehen hinterher.

Das Fest der Boa Morte hat einen festen, seit Jahrhunderten gleichen Ablauf. Freitag Nacht gibt es nach dem Trauerzug die "Ceia Branca", ein Essen ohne Dendê-Öl (Freitag ist der Tag Oxalás, an dem man dieses Öl nach afrikanischer Tradition nicht zu sich nehmen darf). Am Samstag fasten die trauernden Schwestern und sind in schwarze Kleider gehüllt. Am Sonntag wird die Auferstehung der Nossa Senhora mit einer weiteren Messe und Prozession gefeiert. Aufrecht wird die Heiligenfigur durch die Strassen getragen. Die Schwestern tragen Festkleider: über weissen Spitzenblusen legen sie schwarze Samtstolas, aber so. dass das rote Satinfutter zu sehen ist. Sie tragen weisse Turbane und weite schwarze Plisee-Röcke. Schwer hängen Gold- und Muschelketten, sowie die Perlenschnüre in den Farben der Orixás um ihren Hals.

Nach dem Mittagessen, einer Feijoada, beginnt der profane Teil der Feiern mit einer Samba-de-Roda. Bei diesem traditionellen Samba bilden die Schwestern einen Kreis um die Tanzenden und begleiten sie mit Händeklatschen. Erst am Dienstag morgen endet das Fest mit geheimen Zeremonien für die Orixás und für die Seelen der Verstorbenen.

Anfang des 19.Jh. gründeten schwarze Sklavinnen in Cachoeira die Schwesternschaft "Irmandade", um unter dem Schutz der katholischen Kirche für die Abschaffung der Sklaverei zu kämpfen. Die Irmandade war gleichzeitig eine Art Sklaven-Selbsthilfe: Die Schwestern pflegten kranke oder von ihren Herren wegen Alter in die Armut entlassene Sklaven und kauften sie teilweise frei. Ausserdem setzten sie durch, dass Sklaven beerdigt wurden und nicht, wie vorher üblich, einfach ins Meer geworfen wurden. Schutzpatronin der Schwesternschaft wurde die katholische "Nossa Senhora da Boa Morte - Heilige Mutter des Guten Todes", zu deren Ehren die Schwestern jedes Jahr das Fest veranstalten, zu dem inzwischen vor allem Afroamerikaner und Afrikaner nach Bahia kommen. Aufgenommen werden nur Frauen ab 40 Jahren. Erst dann, so die Schwestern, verlieren die Frauen materielle und sexuelle Interessen und erlangen die zur geistigen Hingabe nötige Reife. Mindestens drei Jahre bleibt eine neue Kandidatin unter der Aufsicht der älteren Schwestern. Während dieser Zeit wird sie in die vielen Regeln und Gepflogenheiten der Gemeinschaft eingeführt.

Die Schwesternschaft des Guten Todes
 "Die Schwesternschaft des Guten Todes"
 

Trauerzug der Irmandade da Boa Morte
 "Trauerzug der Irmandade da Boa Morte"
 

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