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Kulinarisches aus dem Bundesstaat Rio Grande do Sul

   
     

Die Küche des Rio Grande do Sul, folgt der historischen Entwicklung der Region. Vor allem zwei Elemente wurden bestimmend für die Wirtschaft und für die soziale Organisation des Staates: die Viehzucht und das Militär. Die Estância, die Viehfarm, ist das wirtschaftliche Zentrum des Landes und bestimmt die Essgewohnheiten des Gaúcho. Frisches Rindfleisch ist die Grundlage des Churrasco, des berühmten Spiessbratens des Rio Grande do Sul. Aus der Notwendigkeit, Fleisch zu konservieren, entwickelte der Gaúcho die Methode, frisches Rindfleisch zu salzen und an der Luft zu trocknen. Der Charque ist zwar in ganz Brasilien bekannt und geschätzt, nirgendwo aber so schmackhaft und gut wie in Rio Grande do Sul.

Churrasco: Entstand aus der Notwendigkeit der Gaúchos, sich während der langen Zeit, die sie mit den Viehherden auf der Suche nach neuen Weideplätzen unterwegs waren, zu verpflegen. Das gegrillte Fleisch kreist solange unter den Gästen, bis auch der letzte erschöpft ablehnt. Zum Churrasco werden eine Unmenge von Salaten, Farofa und sonstige Beilagen gereicht.

Charque de Vento: besteht aus den guten Stücken des Rindfleischs und wird mit wenig Salz im Schatten und an der Luft getrocknet.

Charque salgado oder Carne seca: ist das einzige Trockenfleisch, das exportiert wird. Es ist gesalzenes und an der Sonne getrocknetes Rindfleisch.

Charque novo: wird als das Fleisch bezeichnet, das erst wenige Tage eingesalzen ist; noch sehr zart, wird es auch für Churrasco verwendet.

Aus Rio Grande do Sul kommt nicht nur der beliebte mate-Tee, sondern auch brasilianischer Wein, nicht weltberühmt, aber durchaus trinkbar. Vor allem die Rotweine von Forestier und Chandon verdienen einen Versuch. Der Café Colonial ist eine kulinarische Besonderheit in Südbrasilien, die sich mit den deutschen Einwanderern Ende des letzten Jahrhunderts dort eingebürgert hat. Er erhielt seinen Namen aus der Ableitung von "Colônia" (Siedlung) und bezog sich auf die Ansiedlung der Deutschen in Rio Grande do Sul.
Berühmt für ihre Cafés Coloniais ist die kleine Stadt Gramado in der Nähe von Porto Alegre. Dort gibt es zahlreiche gastronomische Betriebe, die sich auf diesen Café spezialisiert haben. In riesigen Buffets und Vitrinen stehen Dutzende verschiedener Arten von Torten, Kuchen, Gebäck, Pasteten, Keksen, Waffeln, Puddings, Süssspeisen, Pfannkuchen, aber auch verschiedenerlei Wurst und Käse, Salzgebäck und unterschiedliche Brotsorten zur Auswahl. Dazu werden Kaffee, Tees und Schokolade angeboten. Vom reichhaltigen Speiseangebot über die Architektur der Häuser, die Innendekoration der "Cafés" bis zur Tracht der Bedienung ist alles "typisch deutsch" - oder das, was man in Brasilien dafür hält...

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