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Allgemeines über Rio Grande do Sul

   
     

Fahne des Bundesstaates Rio Grande do Sul

Rio Grande do Sul, der grösste der drei südlichen Bundesstaaten, ist mit rund zehn Millionen Einwohnern nicht nur der bevölkerungsreichste, sondern zugleich einer der wohlhabendsten in ganz Brasilien. Dieser an Uruguay und Argentinien angrenzende Staat hat eine eigene Kultur entwickelt, eine Mischung aus portugiesischen, spanischen, italienischen und deutschen Elementen.

Was sein Relief betrifft, so hebt sich eine nördlich gelegene Gebirgsregion, Hochebenen und Flachländer im Landesinneren sowie ein grosses Flachland am Küstengebiet heraus, an dem sich unzählige Seen verschiedener Grösse, weit ausgedehnte Strände und eine Unmenge an überschwemmten Gebieten. Die Hochebenen im Landesinneren waren einst von Nadelwäldern bedeckt und enden in abrupten Böschungen bzw. nehmen in einer sanften von ländlicher Vegetation bedeckten Topografie ihren Lauf und formen so die Campanha Gaúcha, die die Hälfte dieser Landgebiete bedeckt und als geeignetste Weidefläche des Südens gilt.

Die Besiedlung begann mit den Missionen, die von spanischen Jesuiten an den Ufern des Uruguai errichtet wurden. Hier lebten zahlreiche indianische Stämme, die das Angriffsziel von den aus São Paulo kommenden Bandeirantes zum Indianerfang, waren. Die Jesuiten führten in dieser Region Rinder, Pferde und Maultiere ein und verrichteten mit Unterstützung der Einheimischen die Land- und Viehwirtschaft. Die Zucht sowie der Viehhandel für den Transport und Fleischlieferung nahm während der Bergbauperiode drastisch zu. Die sogenannte "Rinderroute", die den Süden mit São Paulo verband, war für die Region bis Anfang des 19.Jh. von grosser wirtschaftlicher Bedeutung. Sie trug zur Integrierung des Landes bei, und verlieh jenen Volksgruppen ihren Ursprung, die sich von einer Schäfergemeinde der Gaúchos herausbildete. Die europäische Kolonisation ergänzte die Besetzung kleiner Landgüter und erreichte während der Republik ihren Höhepunkt.

Schmalblättrige Schmucktanne, NP Aparados da Serra
Schmalblättrige Schmucktanne, NP Aparados da Serra

Die Gaúcho-Kultur ist das Markenzeichen von Rio Grande do Sul, wo dunkelhäutige Cowboys mit ihren typischen flachen Hüten mit Kinnriemen, weiten Hosen, roten Halstüchern und Lederstiefeln über die südliche Pampas streifen und das Symbol des Gaúcho-Landes bewahren. Dies ist das Land des Machismo, in dem es nur echte Männer gibt - ein Erbe der gewaltbetonten Geschichte des Staates Rio Grande.

Wer in die Hauptstadt, Porto Alegre kommt, kommt selten in erster Linie wegen der Stadt. Die Stadt unterscheidet sich sowohl klimatisch wie kulturell zu wenig von dem, was man bereits aus Deutschland und Europa kennt. Der "fröhliche Hafen" ist meist der Ausgangspunkt für einen Besuch im Süden Brasiliens. Porto Alegre ist der grösste Binnenhafen des Landes, hat aber in den letzten Jahren an Bedeutung verloren. Die Stadt wurde 1732 von portugiesischen Einwanderern am Ostufer des Rio Guaíba gegründet ist über die fast 10.000km² grosse "Enten-Lagune", die Lagoa dos Patos, mit dem Atlantik verbunden. Die Stadt hat heute knapp 1,5 Millionen Einwohner - darunter viele Nachfahren italienischer, deutscher und polnischer Immigranten - und wird von moderner Architektur geprägt.


Serra Gaúcha

Gebiete:

  • Canela/Gramado bis zu den Nationalparks Aparados da Serra und Serra Geral

Geografische Prägungen:

  • Das Gebiet zeichnet sich durch die erhobenen Landflächen bei Serra Geral ab, wobei die Gemeinden um Canela, Gramado, Novo Petrópolis, São Francisco do Sul bis hin zur Grenze von Rio Grande do Sul und Santa Catarina (Praia Grande) umfasst werden. Auf der Fläche des Nationalparks verleihen das abgeflachte Gelände, die grossen Canyons und die von Flüssen mit Stromschnellen durchschnittenen Felder des Hochlandes sein charakteristisches Aussehen. Die Vegetation besteht aus an den Atlantik grenzenden Waldgebieten, an den östlichen Gebirgshängen und Tälern, wie auch aus Nadelwald und Brachland.

Besonderheiten:

  • Wunderschöne Topografie und Vegetation für Ausflüge, radikalen Sportarten und zum Reiten

  • Mehrere Naturschutzgebiete zur Beobachtung der Flora und Fauna mit unzähligen Spezies und ausgeglichenem Klima

  • Typische Bauten und Bräuche der Gaúchos sowie deutscher und italienischer Einwanderer

  • Exzellente touristische Infrastruktur

  • Nationalparks

Nationalpark Aparados da Serra

Flussabschnitt

Canyon Itaimbezinho
Canyon Itaimbezinho

Weisshals-Ibis

Zentrale Region

Gebiete:

  • Übergangsgebiet zwischen höher liegenden Landflächen am Ende der Buschsteppe Serra Geral und dem tief gelegenen und ebenen Landflächen der Pampa Gaúcho: Agudo, Camobi, Silveira Martins, Ivorá, Faxinal do Soturno, Itaara und Santa Maria

Geografische Prägungen:

  • Zwei aus topografischer Hinsicht stark definierte Aspekte charakterisieren das Zentrum: die tiefer gelegenen und leicht geschwungenen Landgebiete, die im überwiegenden Teil präsent sind sowie die nördlich gelegenen Abhänge bei Serra Geral.

  • Die Vegetationsart wird durch dichte und durchgängige Waldgebiete "Alto Uruguai", sowie Felder bestimmt, auf denen Reste versteinerte Bäume gefunden wurden. Starke Präsenz der italienischen Einwanderer

Besonderheiten:

  • In den Vorgebirgen von Serra Geral begünstigen die Nebenflüsse des Jacuí mit den Wasserfällen und Stromschnellen verschiedene Sportarten

  • Paläontologische Gebilde werden in dieser Region noch wenig aufgesucht. Unter ihnen stösst man auf Reste versteinerter Wälder und Fossilien

  • Spuren der italienischen Kolonisation - Museen, Kirchen, Gastronomie

  • Touristische Gebirgsstrasse - von Paraíso do Sul bis nach Santiago 22 von bewaldeten Gebieten umgebene Dörfer

  • Quarta Colônia - integrierte Route am ländlichen, kulturellen und ökologischen Tourismus

  • Religiöse Feierlichkeiten und Volksfeste

Quelle: Auszug aus "Pólos de Ecoturismo - Brasil" - mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung des brasilianischen Fremdenverkehrsamts © Copyright "Embratur"



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