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Allgemeines über den Bundesstaat Pará

   
     

Fahne des Bundesstaates Pará

In Pará, dem flächenmässig zweitgrössten Bundesstaat Brasiliens, in der Grösse Westeuropas, leben knapp fünf Millionen Menschen, meist Mestizen aus der Verbindung von Europäern und Ureinwohnern. Neben der Rinderzucht und dem Anbau von Mais, Reis, Pfeffer und Maniok sind hier auch noch die Gewinnung von Kautschuk und das Sammeln der Paranüsse von Bedeutung.
Die tief gelegenen Gebiete des Flachlandes nehmen das zentrale Gebiet des Bundesstaates ein und erstrecken sich in Richtung Ozean. Süden und Norden sind von Gebirgen gekennzeichnet, welche in den südlichen Gebieten zahlreicher und weiter nördlich Höhergelegen sind. Unzählige Flüsse mit einem hohen Potenzial zum Angeln und Energetik durchfliessen den Bundesstaat, wobei sich drei unter ihnen besonders hervorheben: der Tapajós, Xingu und Tocantins. Mehr als 80% der Pflanzenwelt wird durch Wälder auf festem Boden bestimmt. Der Rest durch grossflächige Buschsteppengebiete, Felder, Watts und Igapó-Wäldern.
In der Region um die Flussmündungen stösst man auf eine grosse Inselvielfalt, unter welchen sich die Ilha Marajó als grösste Flussinsel der Welt heraushebt. In der gesamten Region bildet die andauernde Mischung von Süsswasser der Flüssse mit dem Salzwasser des Meeres Lebensvorraussetzungen für eine reiche und vielfältige Fauna, welche Watte, Sandbänke und überschwemmte Flächen.

Brillenkauz
Brillenkauz

Rio Tapajós
Rio Tapajós

Noch vor der Entdeckung Brasiliens gelangte der spanische Seefahrer Vicente Pinzón bis zur Flussmündung des Amazonas, welche von ihm als Santa Maria de la Mar Dulce benannt wurde. An der Flussmündung angelangt, fuhr er 20km flussaufwärts, kehrte zum Meer zurück und bewegte sich an der Nordküste bis zur Flussmündung des Oiapoque. Während des 16.Jh. befuhren französische, britische und holländische Schiffe die Flussmündung und bauten in der Region Handel sowie kleine Forts auf, wobei sie sich im konstanten Geschäft mit den Indios befanden. Die Portugiesen dachten lediglich daran, wie sie das Vorrecht dieser Ländereien erlangen konnten und als sie sich niederliessen, begann auch der Zuckerrohranbau.
Es wurde eine Expedition organisiert, die von São Luiz do Maranhão startete. Kurz nach Weihnachten - am rechten Ufer des Rio Pará angelangt -, wurde an dieser Stelle ein Ort für den Bau einer Festung ausgesucht, die danach als "Weihnachtsgrippe" bezeichnet wurde. Um diese "Grippe" herum wuchs die Siedlung Santa Maria de Belém, in der im Jahre 1637 eine grosse Expedition startete, die die erste effektive Eindringung der Kolonisten in das Amazonasgebiet darstellte.

Der Erfolg durch den Anbau von Zuckerrohr bestätigte sich nicht. Die bestellten Felder waren wegen der Wälder wenig fruchtbar, die jedoch, einmal gerodet nur einen sandigen Boden hinterliessen. Der ungeeignete Boden - verbunden mit dem feuchten Klima - diente lediglich zum Überleben der dort einheimischen Pflanzenwelt, was die Kolonisten dazu bewegte, ihren Gewinn im Abbau von Hölzern zu suchen. Diese neue Erfahrung erforderte Kenntnisse und Unterstützung der Einwohner, was dazu führte, dass konstante Kämpfe auf der Suche nach Sklavenarbeitskräften stattfanden und die Ausrottung vieler Ureinwohner hatte.

Im 18.Jh. war die Wirtschaft fast ausschliesslich mit dem Abbau von Hölzern ausgerichtet, wobei sie von einem kleinen Teil an Land- und Viehwirtschaft begleitet wurde, die mit der Einführung der Büffel begann, da diese sich sehr gut an die Ilha Marajó anpassen konnten.

Der Kautschuk führte Mitte des 19.Jh. im Leben von Pará zu einer sprichwörtlichen Revolution und wurde von einer Periode der Stagnation gefolgt. Inzwischen ist dem Bundesstaat sein enormes Potenzial an Mineralreserven an Bauxit, Kupfer, Eisen, Mangan, Gold, nichtmetallischen Mineralien sowie biologischen Rekursen bewusst, die in ausgewogenen Massen abgebaut werden und somit der Unterhalt der Bewohner gewährleistet wird. Eine neue Entwicklungsperspektive bieten die 16 Schutzgebiete mit Forschungsprogrammen, Bildung und Tourismus.

Belém, die Hauptstadt von Pará, mit 1.144.000 Einwohnern, am Südufer des Amazonas, die nur ein Grad südlich des Äquators und 145km vom offenen Meer entfernt liegt, ist das Tor zum Amazonas. Die Stadt stellt einen wichtigen Hafen am unteren Amazonas dar, der für Hochseeschiffe zugänglich ist und der einen Flottenstützpunkt der Marine besitzt. Sie wurde 1616 von den Portugiesen gegründet und blieb bis zur Mitte des 19.Jh. weitgehend isoliert vom Rest des Landes, da sie nur auf dem See- und Flussweg erreichbar war. Dennoch hatte die Stadt um 1900 bereits 100.000 Einwohner und profitierte vom Kautschukboom ebenso wie von ihrer strategischen Lage: Belém ist der letzte Flusshafen des Amazonas vor seiner Mündung in den Atlantik.

Aus dem tropischen Regenwald werden Kakao, Nüsse, Jute, Tropenhölzer und Früchte geliefert und von Belém aus weitertransportiert. In der Stadt befinden sich Sägewerke, Schiffswerften und Fabriken, die Steine, Kacheln und Seife produzieren. Belém gehört mit zu den schönsten Städten Südamerikas. Die Altstadt ist von unzähligen Plätzen geprägt; das Strassennetz ist gut ausgebaut. Einige Strassen führen bis an den Rand des Urwalds. Als Kulturzentrum des nördlichen Brasilien ist Belém Standort der staatlichen Universität “Federal University of Pará” und des Goeldi Museums, das weltberühmte ethnologische und zoologische Sammlungen aus dem Amazonasgebiet ausstellt.

Belém
Belém

"Goldsucher-Stadt"
"Goldsucher-Stadt"

Tapajós

Gebiete:

  • Santarém

  • Alter do Chão

  • Belterra

  • Aveiro

  • Itaituba

  • Oriximiná

  • Òbidos

  • Alenquer

  • Monte Alegre

Geografische Prägung:

  • Flachlandregion mit grossem Reichtum an verschiedenartigen Flüssen, Wasserfällen und ausgedehnten Flussstränden

  • Spuren der Kolonisation des Amazonasgebiete in den Bauten der Uferstädte und typische Dörfer

Besonderheiten:

  • Erhaltener tropischer Regenwald

  • Verschiedene, unter Umweltschutz stehende Flächen

  • Ruhige Wasserläufe, ideal zum Sportangeln und Bootsrundfahrten

  • Wasserfälle und Flussstrände

Quelle: Auszug aus "Pólos de Ecoturismo - Brasil" - mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung des brasilianischen Fremdenverkehrsamts © Copyright "Embratur"



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