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Der Bundesstaat Goiás ist mit 340.165,9 Quadratkilometer etwa so
gross wie Deutschland, hat aber nur vier Millionen Einwohner. Er
grenzt nördlich an Tocantins, nordöstlich an Bahia, westlich und
südlich an Minas Gerais und Mato Grosso do Sul und westlich an Mato
Grosso.
Im Jahre 1988 erlitt Goiás durch die Teilung des heutigen
Bundesstaates Tocantins eine 45%-ige Reduzierung seiner Fläche.
Das Relief des Bundesstaates ist durch die Landflächen der
Hochebene gekennzeichnet, die eine Höhe zwischen 500 - 1.350m
aufweisen sowie kleinere Gebiete mit 200 und 750m die durch die
Tiefebene Araguaia/Tocantins und das sedimentäre Flachland Bananal
vertreten sind.
Die Buschsteppen-Vegetation überwiegt, ist jedoch aufgrund
intensiver Land- und Viehwirtschaft stark verwittert. In einigen
Gebieten - wie etwa der Hochebene von Veadeiros in Campos Gerais
(Grenze zu Mato Grosso und Bahia) sowie São
Miguel do Araguaia - stösst man noch auf unberührte Ökosysteme von
bezaubernder Schönheit.
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Maitréia-Tal im Nationalpark Chapada dos Veadeiros |
Die Wirtschaft in Goiás kann in zwei Teile
aufgegliedert werden: die erste begann im 17.Jh. und wurde durch den
Bergbau sowie Rinderzucht geprägt; in einem noch wilden, praktisch
unbevölkerten Land. Bandeirantes aus São Paulo
gründeten verschiedene Städte wie Vila Boa und befanden sich in
ständigen Kämpfen mit der einheimischen Bevölkerung. Nach dem die
Bodenschätze an den Flüssen seltener wurden, verliessen die
"Abenteurer" die Region und mit ihnen erlosch auch das luxuriöse
Leben der Bewohner von Vila Boa. Es blieb die Stadt Goiás Velho, die
heute zum historischen Erbe gehört und ein Stück Goiás aus dem
18.Jh. verkörpert. Die Gesandten der Bandeirantes versprachen jedoch
- ausser dem Gold - auch die Eröffnung von Verkehrsverbindungen die
den Süden Goiás mit den Bundesstaaten Minas Gerais und São Paulo
verknüpfen sollten. Nördlich des Staates begrenzte sich die
Besetzung auf einzelene Gebiete und östlich vom Rio Tocantins, denn
auf der gegenüberliegenden Uferseite lebten lediglich die
gefährlichen Indios.
Anfang des 19.Jh. waren weder Vieh- noch Landwirtschaft entwickelt
und die Wirtschaft galt nur dem Eigenbedarf. Jedoch ab der Hälfte
des 19.Jh. wurden die Kaffeplantagen der Fluminenser und Paulistaner
ausgedehnt und ein neuer Markt bekam seinen Ursprung. Im zentralen
Süden Goiás - mit einer enormen natürlichen Weidefläche - begann die
Bevölkerung der angrenzenden Staaten auf riesigen
landwirtschaftlichen Flächen mit der Zucht von Rinderherden. So
entstanden einige städtische Zentren wie Catalão, Ipameri und
Anápolis. Das Schienen- und Strassennetz von São Paulo und Minas
erstreckte sich bis Anápolis und leistete auf diese Weise zur
Entwicklung der Viehzucht bei.
Das Land wurde durch seine geografische Prägung verändert und im
Jahre 1937 wurde der Umzug der Hauptstadt von Goiás Velho nach
Goiâna - einer entworfenen Siedlung - verlagert. Die neue Hauptstadt
stelle einen neuen wirtschaftlichen Pol sowie ein gutes Zentrum für
die zweite Etappe der wirtschaftlichen Entwicklung dar, die sich in
den Getreidekulturen und Rinderzucht etablierte.
Durch den Umzug der brasilianischen Hauptstadt sowie die Festigung
des Bundesdistrikts im Jahre 1960 wurde das Leben im zentralen Osten
stark verändert. Viele neue Strassen wurden gebaut und mit ihnen
kamen neue Industriezweige, städtische Zentren sowie Touristen.
Die Nationalparks, historischen Stätte und natürlichen Gebiete
weisen in Goiás auf eine viel versprechende, ökotouristische
Entwicklung hin.
Chapada dos Veadeiros
Gebiete:
Geografische Prägung:
-
Sehr antike Landflächen,
die sich in Höhen von 1.000 - 1.650m befinden. Verschiedene
Erosionsprozesses wirkten auf die Gegend ein, was zu
wunderschönen Felsbildungen wie Canyons, Aussichtspunkten, Berge
und durch Wasserverläufe hervorgerufenen Gebirgseinschnitte
führte und die Bildung von unzähligen Wasserfällen und natürlich
geformte Schwimmbecken zur Folge hat. Typische
Buschsteppenvegetation mit Galeriewäldern sowie Waldgruppierungn
in den unteren Lagen der feuchten Täler. Auf den Höhen und
Abhängen wachsen Pflanzen primitiven Brachlandes.
Besonderheiten:
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Nationalpark Chapada dos
Veadeiros
-
Wasserfälle, Flüsse und
die überwältigende Schönheit der Landschaft
-
Mystisches Klima;
esoterischer Tourismus
-
Badeorte
-
Aussichtspunkte, Canyons
und Felswände
-
Höhlenforschung: Grotten,
Kavernen, unterirdische Flüsse und Schlunde
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Wallfahrten im August -
für Besucher, die an übernatürliche Kräfte dieser Region glauben
| Nationalpark
Chapada dos Veadeiros |
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Wasserfall Cariocas |

Wasserfall vom Rio Preto |
Pirenópolis
Gebiete:
Geografische Prägung:
-
Bergige Region, die seit
Anfang des 18.Jh. besiedelt wurde, was sich aus ihren alten
Bauten - die sich nicht immer durch einheimische Spezies
zusammensetzt -, inmitten der Vegetation schlussfolgern lässt.
Hügeliges Relief, das durch unzählige Flüsse und zahlreiche
Wasserfälle getrennt wird. Fazendas bewahren ihre Tradition in
der Viehwirtschaft und Bergbau inklusive der Edelsteingewinnung.
Typische Buschsteppenvegetation.
Besonderheiten:
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Kolonialhäuser, Kirchen,
Feste und Folklore
-
Antike Fazendas, die sich
an den Ökotouristen angepasst haben
-
Zeitzeugen aus dem Leben
der Sklaven, Bandeirantes und Minenarbeiter
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Zuckerrohrmühlen und alte
Bergstollen
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Gebirge und Berge mit
beeindruckenden Formen und Gesteinsbildungen
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Kaverne "Ecos" mit
unterirdischem See, dem grössten von Südamerika
Parque das Emas
Gebiete:
Geografische Prägung:
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Erhöhte Landflächen in der
zentralen Hochebene mit 1.000m im Gebirge Caiapós und 350m an
den Tälern der grösseren Flüsse. Mit Buschsteppenvegetation
bedeckte Berge, Felswände, grosse Felsblöcke und ausgedehnte,
mit Gräsern bewachsene Felder; Flüsse inmitten Palmenzeilen und
Wasserfälle mit natürlichen Schwimmbecken. Region ist mit
Getreide und Viehzucht bestellt.
Besonderheiten:
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Beobachtung von
Säugetieren wie der grosse Ameisenbär, Edelhirsch und
Mähnenwolf, abgesehen von den Rudeln der Emas auf den
ausgedehnten und mit natürlicher Vegetation bedeckten Feldern.
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Riesige Termitenhügel mit
Leuchtkraft im August und September
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Kanufahrten
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Wasserfälle und
Stromschnellen
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Canyons und Felsen zur
Ausübung von radikalen Sportarten
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Archäologische Fundstellen
und Malereien
| Parque das
Emas |
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Termitenhügel |
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Quelle:
Auszug aus "Pólos de Ecoturismo - Brasil" - mit freundlicher
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man als Reisender über dieses riesige Land haben oder mitbringen kann...
66 Seiten
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