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Der Bundesstaat Amazonas umfasst den grössten Teil des westlichen
Amazonasbeckens,
eine Fläche von 1,5 Millionen Quadratkilometern, und ist damit der
grösste Bundesstaat Brasiliens.
Der Amazonas ist der grösste Regenwald der Welt, der in neun Ländern
eine Fläche von 4 Mio. km² bedeckt. Das
Flusssystem ist das grösste
Süsswasserreservoir der Erde. Neben dem Amazonas selbst gibt es noch
1.100 Zuflüsse, von denen 17 länger als 1.612km sind. An manchen
Stellen ist das Flussbett des Amazonas 11km breit.
Rätselhaft blieb lange Zeit, weshalb Meeresbewohner wie Haie, Rochen,
Seezungen, Garnelen und sogar Delphine, die den Amazonas bevölkern,
Tausende Kilometer von der Meeresküste
entfernt existieren können. Die Erklärung lieferte die Geologie:
Bis vor 130 Millionen Jahren gehörten Afrika und Südamerika zum
Riesenkontinent Gondwana; der noch längere Ur-Amazonas mündete damals
in den Pazifik. Nachdem der Urkontinent zerbrach, driftete die südamerikanische
Kontinentalplatte nach Westen und kollidierte mit der Erdkrustenplatte
des Pazifiks. Durch den Zusammenprall entstanden die Anden, die
sehr schnell die Mündung des Amazonas blockierten. Der Strom änderte
daher seine Fliessrichtung und bahnte sich einen Weg zum Atlantik.
Den Meeresbewohnern blieb keine Zeit mehr zur Umkehr, sie mussten
sich an das aus den Anden herab strömende Süsswasser anpassen oder
aussterben.
Der grösste Teil Zentral- und Ostamazoniens wird von Klarwasserflüssen
durchzogen, deren grösste der Rio Taoajós und der Rio Xingú sind.
Klarwasser ist mit destilliertem Wasser vergleichbar und kaum verunreinigt.
Die Sichttiefe reicht bis zu vier Metern, und der pH-Wert tendiert
zu sauer.
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São Gabriel da Cachoeira |

Hafen von Manaus |
Schwarzwasser trifft man vorwiegend im nördlichen Teil Amazoniens
an, z.B. im Rio Negro, dem "schwarzen Fluss". Solche Flüsse
durchfliessen riesige Sumpfwälder und schwemmen die Humussubstanzen
mit sich fort. Die ausgewaschenen Böden färben das Wasser bernsteinfarben,
es ist nährstoffarm und voll Huminsäure, mit pH-Wert 4; die Sichttiefe
beträgt noch etwas mehr als einen Meter. Die Schwarz- und Klarwasserflüsse
entwässern die Gebiete Nord- und Südamazoniens, deren Untergrund
zu den ältesten Gesteinsschichten der Erde zählt. Ihre Böden sind
tiefgründig verwittert, ausgelaugt und können keine Nährstoffe mehr
liefern. Moskitos finden hier keine Lebensgrundlage, weshalb diese
Plagegeister kaum anzutreffen sind.
Dagegen liefern Weisswasserflüsse aus den geologisch jungen Anden
wertvolle Nährstoffe, die sie während der Hochwasserperioden entlang
der Flussläufe ablagern. Das Wasser dieser Flüsse ist PH-neutral,
sehr mineral- und schwebstoffreich, mit einer Sichttiefe von maximal
einem halben Meter. Die fruchtbaren Lehmschichten der zeitweilig
überschwemmten Uferzonen, der "Várzeas", sind die bevorzugten
Siedlungsgebiete für die Kleinbauern, aber auch für Moskitos. Deshalb
sind die meisten Bewohner dieser Gebiete schon ein- oder mehrmals
mit der Malaria
in Berührung gekommen; manche Dörfer und Indianersiedlungen sind
regelrecht malariaverseucht.
Der Amazonas-Regenwald ist auf dem Landweg noch nicht vollkommen
erforscht. Die Geographie dieses Gebietes ändert sich dauernd, oft
ganz plötzlich. Schwimmende "Grasinseln", die von der
starken Strömung des Amazonas entwurzelt wurden, können den Verlauf
so stark verändern, dass Navigationskarten nur ca.20 Jahre gültig
sind. Und dann kommt noch der Dschungel selbst, den die frühesten
Abenteurer "Die Grosse Grüne Hölle" nannten.
Die grösste noch autochthone Volksgruppe des südamerikanischen Tieflandes,
die Yanomami, besiedeln
den Urwald des nordöstlichen Brasilien. Auch hier sind die Angaben
über die Bevölkerungszahlen sehr unterschiedlich, rund 10.000 leben
in Brasilien, wobei die Staatsgrenze für das Waldvolk keinerlei
Rolle spielt: das äquatornahe Siedlungsgebiet umfasst rund 80.000qkm
und ist grösstenteils mit dichtem Urwald bedeckt, mit Ausnahme der
Serra Parima, einem grösseren Savannengebiet. Eine grosse Gefahr droht
den Yanomami durch den Reichtum, auf dem sie siedeln. Zu Beginn
der siebziger Jahre begann die gezielte Ausbeutung der umfangreichen
Vorkommen an Gold, Diamanten, Uran, Zinn und Titan. Seither kommen
immer mehr rücksichtslose, illegale und teilweise auch kriminelle
Goldgräberbanden in die Region, die Krankheiten einschleppen, gegen
die die grösste Gruppe der brasilianischen Urbevölkerung keinerlei
Abwehrkräfte besitzt. Darüber hinaus droht der Verlust ihrer Siedlungs-,
Wald- und Jagdgebiete aufgrund ökologischen Raubbaus der Goldgräber.
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Amazônien
Gebiete:
- Barcelos
- Presidente Figueiredo
- Rio Preto da Eva
- Novo Airão
- Manaus
- Manacapuru
- Iranduba
- Careiro
- Careiro da Várzea
- Autazes
- Itacoatiara
- Silves
Geografische Prägungen:
- Fläche, mit tiefgelegenen Gebiete des Flachlandes wie auch
höhergelegenen Landregionen nördlich von Barcelos
- Waldgebiete mit inbegriffen, vor allem auf festem Boden,
Wiesenflächen und Igapó-Wälder
- Enorme Mengen an Flüssen, Wasserfällen und Flussinseln
- In Barcelos befindet sich die Inselgruppe Mariuá
Besonderheiten:
- Eine grosse Fläche des grössten Waldgebietes besteht
weiterhin und wird bewahrt - Nationalpark Jaú
- Flüsse mit Wasserfällen und Stromschnellen sowie Kavernen in
Presidente Figueiredo
- Aufenthalte in Dschungellodges, vor allem Nahe Manaus
- Reservat zum Erhalt des Lago do Piranha
- Orte zum Sportangeln und Flussrundfahrten
Quelle:
Auszug aus "Pólos de Ecoturismo - Brasil" - mit freundlicher
Unterstützung und Genehmigung des brasilianischen
Fremdenverkehrsamts © Copyright "Embratur"
Amazônia € 10,90
Dieses Buch stellt den brasilianischen Teil des Amazonas
vor. Dargestellt werden der Rio Negro, Rio Solimões
und Amazonas, die Städte Manaus und Belém, die
Flussinsel Marajó und die grosse Anzahl der
verschiedenen Spezies des schwarzen Jaguars
• 80 Seiten • 110 Farbfotos • Grösse: 16,5 cm
x 21 cm - soft cover
Sprachen: Portugiesisch,
Englisch, Französisch, Deutsch und Spanisch |
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Brasilien Verstehen
- SympathieMagazin € 3,60
Brasilien
ist das Land der Gleichzeitigkeit und der Extreme. Dem Verblüffenden
Reichtum von Wenigen steht die gravierende Armut von Vielen gegenüber....
Dazwischen sind nahezu alle Träume und Wunschvorstellungen angesiedelt, die
man als Reisender über dieses riesige Land haben oder mitbringen kann...
66 Seiten
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