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Umweltsituation

   
     

Der Norden Brasiliens wird durch den Lauf des Amazonas geprägt. Das Land umfasst einen Grossteil des Regenwaldes, der den Fluss mit seinen zahlreichen Nebenflüssen umgibt. Die Wälder und die Savanne Amazoniens bilden die grüne Lunge der Erde, da sie grosse Mengen Kohlendioxid aufnehmen und in Biomasse sowie Sauerstoff umwandern. Sie haben grossen Einfluss auf das Weltklima. Dieser Urwald weist eine enorme Artenvielfalt auf. 20% aller Pflanzenarten gedeihen hier. Auch ein unermesslicher, noch nicht genau benennbarer Anteil der weltweit existierenden Tierarten lebt in diesem Gebiet.

Brasilien hat sich zu einer Wirtschaftsnation entwickelt, deren primäre Interessen nicht nur der Versorgung der schnell wachsenden Bevölkerung und der Industrie gelten, sondern auch dem Export der eigenen Ressourcen. So fielen bereits grosse Waldflächen der Viehzucht, dem Bergbau und Holzindustrie zum Opfer. Der brasilianische Staat beschleunigte diesen Prozess noch durch den Bau von Autobahnen. Die Entwaldung nahm zwischen 1979 und 1990 mit ungefähr 200.000km² jährlich alarmierende Formen an. Beinahe zwölf Prozent der Amazonaswälder wurden abgeholzt. Zurückgeblieben sind weite Gebiete mit desolaten Bodenbedingungen, verschmutztem Wasser und unzähligen heimatlosen indigenen Völkern. Der Verlust der Wälder trägt massgeblich zur Erderwärmung bei. Ein Drittel des Anstiegs von Kohlendioxid in der Atmosphäre ist allein auf die Entwaldung Amazoniens zurückzuführen.

In den vergangenen Jahren hat sich dieser Prozess zwar verlangsamt, dennoch nimmt die Waldfläche weiterhin um etwa 200.000km² pro Jahr ab (1997). Infolgedessen hat der Staat die Förderung der Industrie in Amazonien eingeschränkt. Die internationale Entwicklungshilfe konzentriert sich hauptsächlich auf die Einführung effizienter Anbaumethoden in der Landwirtschaft.

Die grosse urbane Bevölkerung Brasiliens belastet die Umwelt stark. Dies gilt vor allem für die Grossstädte São Paulo und Rio de Janeiro. Millionen Arme in urbanen und ländlichen Gebieten sind nicht entsprechend mit sanitären Einrichtungen und Trinkwasser versorgt. Die Konzentration von Blei und Schwefeldioxid in São Paulo bewegen sich dank Emissionsbeschränkungen und der Verwendung von Alkohol als Brennstoff innerhalb der Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation. Das wachsende Verkehrsaufkommen jedoch gibt aufgrund der hohen Kohlenmonoxidemissionen und der damit verbundenen Schädigung der Ozonschicht weiterhin Anlass zur Sorge.

In Brasilien werden mehr als 90% der Elektrizität durch Wasserkraft erzeugt. Durch den Bau von Staudämmen entstanden in Amazonien gigantische Stauseen, die ihre natürliche Umgebung stark verändert haben. Wegen Bedenken in Bezug auf die Umwelt hat die Weltbank den Antrag auf Subventionen für den Bau eines weiteren Staudammes abgelehnt. Das einzige Kernkraftwerk des Landes erzeugt zwei Prozent der benötigten Gesamtenergie. Es befindet sich an der Küste zwischen Rio de Janeiro und São Paulo.

Der Amazonaswald bedeckt ungefähr 40% der Landesfläche Brasiliens. Das Land verfügt über zahlreiche Arten von Feuchtgebieten. Dazu gehören verschiedene Lebensräume an Flüssen, Schwemmlandsysteme und Mangrovensümpfe. Trotz der Grösse dieser natürlichen Nischen und ihrer zum Teil isolierten Lage sind alle durch die weit reichende ökologische Zerstörung des gesamten Amazonasbeckens gefährdet.

Die Verfassung Brasiliens von 1988 sichert der Bevölkerung das Recht auf Leben in einer gesunden Umwelt zu. 1992 wurde der Naturschutz auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene eingeführt. Auf nationaler Ebene gab es 34 Naturparks, 22 Bioreservate und zahlreiche andere Schutzgebiete. Insgesamt wurden ungefähr 4,2% (1997) des Landes unter Naturschutz gestellt. Es gibt zwei Naturschutzgebiete im Rahmen des Weltnaturerbes und zwei andere Gebiete im Rahmen des Biosphäre-Programms der UNESCO.

Brasiliens Plakate zum Umweltbeitrag1992 fand in Brasilien die Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (auch bekannt als Umweltgipfel) statt. Diese Zusammenkunft von mehr als 100 Nationen bildete einen Meilenstein für viele globale Umweltinitiativen und trug dazu bei, die Beziehung zwischen sozialen und Umweltbelangen weltweit zu definieren. Brasilien hat eine Reihe von internationalen Umweltabkommen unterzeichnet. Diese betreffen die Antarktis, die Artenvielfalt, die bedrohten Arten, die Klima -und Umweltveränderung, die gefährlichen Abfälle, den Gewässerschutz, die Ozonschicht, die Tropenhölzer, die Feuchtgebiete und den Walfang. Ausserdem wurden ein Verbot von Atomtest beschlossen. Mit einigen anderen Nationen werden Kooperationsprogramme im Umweltschutz angestrebt. Des Weiteren unterzeichnete Brasilien u.a. den Amazonasvertrag (1978), der die Kooperation mit anderen Amazonasstaaten und den Schutz des Amazonasbeckens zum Inhalt hat. Brasilien unterstützt zudem das Konzept grenzüberschreitender Naturreservate. Die brasilianische Regierung weist im übrigen darauf hin, "dass es in ihrem Ermessen stehen müsse, wie sie die Schätze des Landes nutze und ferner, nicht zu Unrecht, dass es doch an der Zeit sei, die nur mit irrsinnigen Subventionen zu bewirtschaftenden landwirtschaftlichen Flächen in Europa wieder aufzuforsten, welche die Europäer je auch einst ohne geoökologischen Überlegungen gerodet hatten".

Die Umweltstiftung WWF Deutschland ist aktiv zum Schutz bedrohter Tiere und Pflanzen, gefährdeter Naturlandschaften wie Wälder, Feuchtgebiete, Flüsse, Seen, Meere und Küsten. Der WWF arbeitet auch zu den Themen Klimawandel, ökologische Landwirtschaft und Umweltgifte. Weitere Informationen gibt es unter http://www.wwf.de

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