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Die
Verantwortlichen in Brasilien und in Deutschland sind sich darüber
im klaren, dass Umweltschutz nicht heissen kann, die natürlichen
Lebensräume Brasiliens zu unberührbaren Zonen zu erklären.
Ein wirkungsvoller Umweltschutz setzt voraus, dass die Menschen
selber erkennen, dass in der Bewahrung des Amazonaswaldes langfristig
eine einträglichere Ertragsquelle zu sehen ist, als in dessen
Zerstörung. Letztere verspricht bestenfalls einen einmaligen
Profit beim Verkauf gefällter Urwaldriesen. Zurück bleibt
dann jedoch totes Land.
Der Brasilienkorrespondent Carl D. Goerdler schreibt in einem aktuellen
Beitrag, dass die Bewohner am Amazonas schon längst erkannt
haben, dass sie sich ihre eigene Lebensgrundlage entziehen,
wenn der Raubbau im Tropenwald nicht gestoppt werden kann. Inzwischen
ist von der derzeitigen Regierung ein langfristiger Strukturwandel
in der Amazonasregion eingeleitet worden.
Die brasilianische Regierung weiss, dass Umweltpolitik
nicht gegen die rund 17 Millionen Bewohner des Amazonasgebietes
betrieben werden kann. Diese müssen in Produktionsprozesse
eingebunden werden, die die Möglichkeiten des Regenwaldes nutzen,
ohne ihn zu zerstören.
Eine in Brasilien veröffentlichte Studie bestätigt das
gewachsene Umweltbewusstsein. Auf die Frage, ob der Umwelt oder
dem Wirtschaftswachstum oberste Priorität einzuräumen sei,
entschieden sich 47 Prozent der Befragten in Brasilien für die
Umwelt, 27 Prozent für das wirtschaftliche Wachstum und 15 Prozent
für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen beiden. Die Umfrage zeigte,
dass Umweltbewusstsein und globale
Verantwortung in Brasilien einen hohen Stand erreicht haben. So
hat sich in Brasilien längst die Einsicht durchgesetzt, dass
niedrige Umweltstandards in keinem Fall als Investitionsanreiz geeignet
sind.
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