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Die
Tierwelt Brasiliens ist ausserordentlich artenreich, aber arm an
grösseren Säugetieren. Charakteristisch sind die zahnarmen Säugetiere
wie das Faultier, das gepanzerte Gürteltier "Tatú" und
der Ameisenbär, der einen sehr langen, schmalen Kopf und röhrenförmig
verlängerte Kiefer mit einer langen Fangzunge besitzt, die bis 2m
land wird, und der seine scharfen Krallen zum Öffnen der Termitenbauten
benutzt. Die zumeist auf Bäumen lebenden Arten sind in Brasilien
v.a. die Gattung Tamandúa, zu der der kleinere Baum-Ameisenbär gehört,
sowie der Zwerg-Ameisenbär, der in etwa die Grösse eines Eichhörnchen
besitzt.
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Jaguar |

Tatu-canastra |
Der
Pflanzen fressende Tapir und das Wildschwein "Pekari",
die grossen Raubkatzen Jaguar - schwarz und gefleckt, in Brasilien
"Onça" genannt, und Puma sind die grössten Tiere im Waldland,
wo es ausserdem eine Reihe anderer Wildkatzenarten und zahlreiche
Affenarten z.B. Brüllaffen, Klammeraffen, gibt, nicht jedoch die
grossen Menschenaffen.
Im Gebiet der Feuchtsavannen leben der kleine Kamphirsch, Stinktier,
Waschbär, Nasenbär, eine Fuchsart und Kaninchen. Wasserschwein "Capivara",
Paca, Aguti gehören zu den Nagetieren. Unter den Beuteltieren ist
der rattenähnliche Gambá zu nennen.
Ausserordentlich gross ist der Reichtum an Vogelarten. Von den nahezu
1.700 Vogelarten kommen zwei Drittel im Amazonasgebiet vor. Besonders
farbenprächtig sind die Papageien, insbesondere die grossen Aras,
die Tukune und die unzähligen verschiedenfarbigen Kolibris, die
in Brasilien "Beija-Flor - Blumenküsser" genannt werden.
Von
den zahlreichen Singvogelarten ist insbesondere der Sabiá zu nennen.
Auch der Glockenvogel "Araponga" ist bekannt, ausserdem
die durch ihren Gesang auffälligen Bem-te-vi, Guaxo, Arapaçú, der
Sací, dem die Bevölkerung magische Kräfte zuschreibt und der in
der Folklore des Nordostens vielbesungene Uirapurú. Unter den Raubvögeln
gibt es verschiedene Falken- und Geierarten. Eine wichtige hygienische
Funktion üben die Aasgeier "Urubú" aus, die sich in grossen
Scharen in der Nähe der Siedlungen, v.a. an Schlachthäusern und
im Marktbereich, aufhalten und für die Beseitigung von Tierkadavern
und Unrat sorgen. Rebhühner, Wachteln, Wildenten, weisse Reiher,
Schlangenhalsvögel, Ibis und zahlreiche Wasservogelarten sind zu
nennen. Besonders das Pantanal in Mato Grosso und Mato Grosso do
Sul ist bis heute noch ein Vogelparadies geblieben. Unter den Laufvögeln
kann besonders der Pampastrauss Nandu genannt werden, der sich in
den Niedergrassteppen des Südens aufhält.
Süsswasserschildkröten, auch die bis 200kg schweren Riesenschildkröten,
Fischotter, Krokodil- und Alligatorenarten wie der Kaiman "Jacaré"
sind, wie auch Jaguar und Puma, schon stark dezimiert. Der gesetzliche
Schutz und das Jagdverbot sowie die Export- und Verarbeitungsbeschränkungen
von Fellen, Häuten und Panzern können nur mit grossen Schwierigkeiten
durchgesetzt werden. Nicht nur die Jagdnotwendigkeit der Bevölkerung,
der im Landesinnern viele Tierarten natürlich auch zur Ernährung
dienen, sondern auch der gut bezahlte Schmuggel mit diesen Produkten
und die fehlenden Kontrollen in dem riesigen Land erschweren den
Tierschutz.
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Schlangenhalsvogel |

Peixe-boi-marinho |
Die
brasilianischen Flüsse sind sehr fischreich. Im Amazonasgebiet sind
über 1.500 Arten bekannt. Dort kommen der Pirarucú, der als grösster
bekannter Süsswasserfisch mehr als 2m lang und über 100kg schwer
werden kann, und der kleinere Tucanaré vor, der in Seitenarmen der
Flüsse und in Binnenseen lebt. Beide sind wohlschmeckend und stellen
einen wichtigen Faktor für die Ernährung der regionalen Bevölkerung
dar. Die Schuppen des Pirarucú, der mit der Harpune gefangen wird,
finden als Nagelfeilen Verwendung, die gezahnte Knochenzunge als
Reibeisen. Unter den zahlreichen als Speisefisch geschätzten
Flussfischarten
sind u.a. noch zu nennen: der goldschuppige Dourado, der sehr fetthaltige
Tambaquí, der riesige, legendeumwobene Piraíba, der Surubim und
der Jandiá, ausserdem Traíra und Pintado. Im Amazonas gibt es ausserdem
noch die zu den Zahnwalen gehörenden Flussdelphine sowie die über
2m lange und nahezu eine Tonne schwere Amazonas-Seekuh "Peixe-Boi",
deren Fleisch und Tran geschätzt, deren Jagd heute aber streng verboten
ist.
Gefürchtet ist auch der Zitteraal, dessen elektrische Schläge, die
bei manchen Arten nur bei Berührung erfolgen, eine Spannung von
durchschnittlich 550V, maximal 800V erreichen, bei bis zu 400 Entladungen
pro Sekunde. Die Küstengewässer sind reich an Krustazeen, Krabben
und Hummer, Thunfisch und - heute seltener - Wal sind im Atlantik
auch nahe der Küste anzutreffen.
Von
den zahlreichen Schlangenarten sind die grössten ungiftig, so die
mächtige, bis 10m lange Riesenschlange Anakonda "Sucurí, eine
Wasserschlange, sowie die Abgottschlange "Boa Constrictor -
Jibóia", die eine Länge von 6m erreichen kann. Die Giftschlangen
gehören alle zur Familie der Grubenottern, die eine tiefe Grube
zwischen Augen und Nasenlöchern aufweisen. Die drei Gruppen der
Grubenottern sind die gefürchteten Klapperschlangen "Cascavel",
die Lachesis "Suruscucú", sowie die Bothrops, deren gefährlichster
Vertreter die Jararaca ist. Unter den zahlreichen farbenprächtigen
Korallenschlangenarten sind sowohl sehr giftige als auch ungiftige
vorhanden.
Zahllos sind die Insektenarten. Eindrucksvoll sind die vielfarbigen
Schmetterlinge. Tisania agripina kann eine Spannweite von 25cm erreichen,
die leuchtend blaue Farbe des grossen Falters Morpho memelaus sticht
besonders hervor. Auch die Zahl der bunten Käfer aller Grössen ist
beeindruckend. Andere Insekten wie Termiten und Blattschneideameisen
können in Pflanzungen ausserordentliche Schäden anrichten. Unter
den Spinnentieren sind die Vogelspinne, eine giftige behaarte Raubspinne,
die bis zu 7cm lang wird, sowie der Skorpion besonders gefährlich.
Viele Gattungen und Arten der Tierwelt sind infolge der schnell
voranschreitenden Besiedlung und Erschliessung weiter Landesteile,
die häufig mit einer grossflächigen Brandrodung und damit Waldvernichtung
einherging, heute nur noch weitab der grossen Städte im Landesinneren
anzutreffen. Einige Arten von jagdbarem Wild sind von der Ausrottung
bedroht und durch Jagdverbot geschützt. Die Einrichtung und vor
allem die Kontrolle von Naturschutzgebieten für
Fauna und Flora
ist in Brasilien schwierig, wird aber zunehmend als wichtig erkannt.
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