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TAMAR ist
eine Abkürzung für Tartaruga Marinha, übersetzt Meeresschildkröte. Das
sehr erfolgreiche Projekt wurde 1980 von IBAMA (brasilianische
Umweltschutzorganisation) begonnen und, als es schnell grösser wurde,
durch eine gemeinnützige Stiftung - der Fundação Pró Tamar -
unterstützt, die Geld sammelt und das Projekt Tamar mit verwaltet.
Ziel:
Bestandssicherung der vom Aussterben bedrohten fünf Arten von
Meeresschildkröten: der Echten Karettschildkröte, der Unechten
Karettschildkröte, der Bastardschildkröte, der Suppenschildkröte und
der Lederschildkröte.
Ziele der Schildkrötenhaltung und -ausstellung sind die
Aufklärungsarbeiten vor Ort, die praktische Arbeit für Studenten sowie
die Erforschung der interessanten Meeresreptilien.
Aufklärende Informationen sind wichtig, die Strände von Bahia werden
immer mehr von Einheimischen aus dem Landesinneren als Feriendomizil
gewählt. Diese Touristen können gezielt informiert und aufgeklärt
werden. Dass diese mühevolle
Aufgabe nicht immer Früchte trägt, sieht man spätestens
am Flughafen, wenn auf dem Gepäckband ein stattlicher Schildkrötenpanzer
erscheint - mit dem Aufkleber "Zerbrechlich"!
Hintergrund/Inhalt:
Die brasilianische Naturschutzorganisation
Tamar unterhält 20 Stationen zum Schutz der Meeresschildkröten
entlang eines 1.100km Küstenstreifens. Neben der Überwachung
und dem Schutz der Schildkröten sind eine breit angelegte Umweltbildungskampagne
und der Aufbau alternativer Einkommensquellen wichtige Projektbestandteile.
Inzwischen werden über Pró Tamar bereits über 400 Personen
beschäftigt. Das Programm gilt als eines der erfolgreichsten
Naturschutzprojekte Brasiliens.
An der Station in
Praia do Forte kann man mehrere kleine Teiche mit
Meeresschildkröten verschiedener Grössen und verschiedenen Alters
sehen. Wenn man in der Zeit der Eiablage (September bis März) in der
Gegen ist, wird man auch miterleben können, wie die Brutplätze
funktionieren. Vorhanden ist ferner ein Museum mit Videofilmen und
Multimediaprogrammen, durch die das Leben der Meeresschildkröten
veranschaulicht wird.
Die Forscher von Tamar schützen rund 500 Gelege jedes Jahr entlang der
Küste in der Nähe von Praia do Forte. Die Eier, feuchte, ledrige
Kugeln in der Grösse von Tischtennisbällen, werden in umzäunten
Gebieten zum Brüten im Sand vergraben oder in Brutkästen gelegt. Wenn
die Schildkröten schlüpfen, werden sie sofort im Meer ausgesetzt.

Station in
Praia do Forte |

Station in
Praia do Forte |
Tamar unterhält 18 weitere Stationen entlang der Küste sowie zwei auf
Inseln im Meer. In der Station Comboios (Bundesstaat Espirito Santo,
nördlich von Vitória und unweit von Linhares) geht es um den Schutz
der Echten Karettschildkröten und der Lederschildkröten. In der
Station
Fernando de Noronha werden Suppenschildkröten und Unechte
Karettschildkröten vor dem Aussterben bewahrt. In Praia do Forte
kümmert man sich um den Schutz der Echten Karettschildkröten, der
Unechten Karettschildkröten, der Bastardschildkröten sowie der
Suppenschildkröten. Von den 60km Strand unter der Verwaltung des
Projekts Tamar in Bahia werden 13km allein von Wissenschaftlern
patrouilliert, der Rest durch gemeinsame Bemühungen von Fischern, also
den gleichen Leuten, die früher die Eier der Schildkröten als
Verpflegung einsammelten und die nun unter Vertrag genommen wurden, um
die Eier für die Wissenschaftler zu bergen.
Heutzutage ist der Handel mit vom Aussterben bedrohten
Meeresschildkröten verboten, allerdings werden ihre Panzer immer noch
auf dem Mercado Modelo von
Salvador verkauft. Zudem sind in Sergipe
Schildkröteneier immer noch beliebte Vorspeisen. |
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