|
Geographisch
kann Brasilien grob in vier Regionen unterteilt werden: den langen,
schmalen Streifen, der sich von der Grenze zu Uruguay bis zum Staat
Maranhão entlang der
Atlantikküste erstreckt, das grosse Hochland, das zu 51% aus
dem Planalto Brasileiro oder Zentralplateau erstreckt, und zu 49%
aus den Ebenen Amazoniens, des Pantanal,
der Pampa und des 7.408km langen Küstenstreifens.
Im Norden das weithin unerforschte Bergland von Guyana mit dem höchsten
Berg Brasiliens, dem Pico da Neblina, der mit 3.014m höher als die
höchsten Gipfel der deutschen Alpen ist. Südlich davon folgt das
Amazonas-Tiefbecken, das mehr als
ein Drittel der Landesfläche und das grösste zusammenhängende Waldgebiet
der Erde, sowie ein Fünftel der Süsswasservorräte unseres Planeten
umfasst. Der grösste Teil Brasiliens ist von Hochebenen mit bis an
die Küste reichenden Mittelgebirgen bedeckt; so reicht das charakteristische
Küstengebirge, die Serra do Mar, von
Salvador da Bahia bis
Porto
Alegre. Dennoch liegen nur 3% des Landes höher als 900m.
Eine genauere Aufteilung differenziert zwischen fünf grossen Georäumen:
Norden:
Der Norden besitzt relativ einheitliche geographische Merkmale.
Den grössten Teil beansprucht das Amazonastiefland, das sich aus
abgelagerten Sedimentschichten herausgebildet hat. Von den Ufern
des Amazonas aus lassen sich drei verschiedene Geländestufen ausmachen:
Die niedrigste ist der sumpfige "Igapó", darüber erhebt
sich die "Várzea", die nur in Hochwasserzeiten überflutet
wird, und noch höher schliesslich die "Terra Firme", das
vor Überschwemmungen sichere Festland.
Nordosten:
Der Nordosten lässt sich geographisch in drei verschiedene Zonen
einteilen. Die erste ist der höchstens 60km ins Hinterland reichende
Küstenstreifen "Litoral Oriental", eine junge Sedimentebene
mit vielen Buchten, Inseln, Dünen, Lagunen und Riffen. Daran angrenzend
erstreckt sich der "Agreste", ein Hochplateau mit Erhebungen
bis zu 700m, steil abfallenden Hängen, steinigem Boden und spärlicher
Vegetation. Weiter westlich schliesslich liegt die Halbwüstenzone
des "Sertão", die 60% des Nordostens ausmacht. Sie besteht
hauptsächlich aus kristallinem, steinigem Gelände, das von anhaltenden
Dürreperioden gekennzeichnet und bis auf die strauchartige "Caatinga"
sehr karg ist. Im Nordosten ist zu unterscheiden zwischen dem Küstengebiet
und dem Sertão.
Mittlerer Westen:
Die hier dominierenden wellenförmigen Hochplateaus haben insgesamt
eine geringere Höhe, abgesehen von der bis auf über 1.500m ansteigenden
Hochebene der
Chapada dos Veadeiros im Bundesstaat Goiás. Die Hochebene von
Mato Grosso ist zugleich Wasserscheide zwischen dem Amazonasbecken
und dem Becken des Rio Paraná-Paraguay, die Flüsse der Region führen
stets in die eine oder andere Richtung. Nur drei Gebiete des Mittelwestens
sind Tiefebenen, das
Pantanal, die Araguaia-Niederung und die Xingu-Niederung.
Die Vegetation wird von "Campos Cerrados
- Savannengebiet" beherrscht.
Südosten:
In geographischer Hinsicht ist sie wie der Nordosten ebenfalls
nicht einheitlich. Die am tiefsten gelegenen Küstenstriche zwischen
Bahia und Santa Catarina werden "Restinga" genannt. Charakteristisch
sind jedoch die "Serras", Hügellandschaften mit einer
Höhe von durchschnittlich 800-1.000m. Von Süden nach Norden erstreckt
sich zunächst die in Küstennähe befindliche "Serra do Mar",
in nördlicher Richtung landeinwärts schliesst sich die "Serra
da Mantiqueira" an und noch weiter nördlich die "Serra
do Espinhaço". Die verschiedenen Serras sind oft durch Flüsse
getrennt, der grösste im Südosten beginnende Fluss ist der Rio São
Francisco.
Süden:
Der Süden besteht überwiegend aus einem Hochplateau, durchbrochen
von vielen Flussläufen und Tälern. Westlich der küstennahen "Serra
do Mar" erstreckt sich eine durchschnittlich 500m erreichende
Hochebene. Weiter südlich wird das Küstengebirge immer flacher und
weicht der "Campanha Gaúcha - der
Pampa".
|
|



















 |