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Die Maniok-Pflanze,
auch Manioka, Brotwurzel oder Kassave genannt, ist ein Wolfsmilchgewächs
des tropischen Regenwaldes und wird dort zur Stärkegewinnung angebaut.
Die bis zu drei Meter hohen Pflanzen haben eine buschige Wuchsform
und tragen grünlich-gelbe Blüten. Geerntet werden die stärkereichen,
bis zu 8cm dicken und 90cm langen Wurzelknollen.
Alle Pflanzenteile enthalten in ihrem
Milchsaft das giftige Blausäureglykosid Linamarin. Je nach Gehalt
an Linamarin unterscheidet man zwei Sorten des Maniok: den bitteren
Maniok mit einem hohen Anteil an Linamarin und den süssen Maniok
"Aipim" mit geringem Anteil. Der süsse Maniok "Aipim",
speichert das giftige Glykosid hauptsächlich in den äusseren Randschichten
der Knolle; es genügt also, sie zu schälen. Da die Giftstoffe durch
Auswaschen oder Hitzeeinwirkung zerstört werden, lässt sich auch
aus dem bitteren Maniok geniessbare Mahlzeiten herstellen. Aus den
Maniokknollen werden unterschiedlichste Stärkeprodukte gewonnen.
Bereits vor dem Eintreffen der europäischen Kolonisatoren hatte
sich der Maniok von Brasilien aus über Südamerika, Mexiko und die
Antillen verbreitet. Durch die Portugiesen gelangte er auch nach
Afrika. Die südamerikanischen Indianer
entwickelten eine Methode, um den blausäurehaltigen Saft, durch
Auspressen der zermahlenen Wurzelknollen, mit Hilfe geflochtener
Schläuche und anschliessendes Rösten, das Gift zu extrahieren. Das
so gewonnene Maniokmehl wird vor allem zur Herstellung von Fladenbrot,
Brei, Sossen, Suppen und alkoholischen Getränken, dem Kaschiri, verarbeitet.
Das bekannteste Handelsprodukt ist Tapioka, reine Stärke der Maniok-Wurzelknollen.
Die am weitesten verbreitete Grundform des Maniokmehls ist die "Farinha
de Mesa", die aus der gemahlenen oder geriebenen Maniok-Knolle
gewonnen wird. Als Grundlage jeder Mahlzeit gehört sie als unbedingtes
Muss auf den täglichen Esstisch. Farinha ist dem Paniermehl ähnlich
und kann durch dieses ersetzt werden. Wird die Farinha geröstet
und in Butter oder Margarine gebraten, verwandelt sie sich in eine
delikate
Beilage, ideal zu Fleisch oder Geflügel. Sie heisst dann Farofa
und kann in raffinierten Mischungen zubereitet werden. Wird die
Farofa mit schwarzen oder braunen Bohnen zubereitet, wechseln ihre
Namen, je nach der Menge der übrigen Zutaten und je nach Region.
Eine dieser Speisen ist der "Virado de Feijão", der zu
den bekanntesten regionalen Gerichten in Minas Gerais und São Paulo
gehört. Farofa kann mit gekochten Eiern, angebratenen Kalbsleberstückchen,
Knoblauchwurst, Grieben und gekochtem Trockenfleisch zubereitet
werden.
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Zubereitung von
Farofa |

Maniok
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