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Geschichte des Kaffees

   
     
Die Geschichte des Kaffees ist uralt. Schon im Griechenland der Antike bezieht sich Homer, während er die Odyssee schrieb, auf die wohltuende Wirksamkeit einer afrikanischen Pflanze, die im Kampf gegen die Traurigkeit oder Depressionen, eingesetzt wurde.

Eine besonders nette Sage stammt aus dem 15.Jh., etwa um das Jahr 1440. Ein junger abessinischer Hirte wunderte sich über die Lebhaftigkeit seiner Ziegen, nachdem sie die Blätter und Früchte eines bestimmten Strauches verzehrt hatten. Er beschloss, an sich selbst die Wirksamkeit der Wunderpflanze auszuprobieren. Er röstete und zerstampfte die kleinen Früchte des Strauches, nach deren Genuss er sich bald erfrischt und angeregt fühlte.

Kaffee-Plantage Espírito SantoErst 50 Jahre später kam die Entdeckung des Hirten einem jemenitischen Scheich zu Ohren, der mit einem schwerwiegenden, allem Anschein nach unlöslichen Problem kämpfe: es war ihm einfach nicht möglich, zur festgesetzten Zeit aufzuwachen, um die Gebete zu Allah und seinem Propheten Mohammed geziemend zu verrichten, eine schwere Sünde für einen guten Mohammedaner. Nachdem auch er die Früchte des afrikanischen Strauches ausprobiert hatte, fühlte er sich viel munterer und voller Energie, und konnte seine religiösen Pflichten voll erfüllen. Auf diese Weise wurde der Kaffee in allen mohammedanischen Ländern bekannt und bald darauf gaben ihm die Wissenschaftler des Abendlandes seinen endgültigen Namen: Caffea Arabica, Kaffee.

In Europa wurde der Kaffee erst Ende des 16.Jh. populär, nachdem ein reicher Kaufmann aus Venedig das Getränk nach Italien brachte. Aber noch ein Jahrhundert musste vergehen, bis der Kaffee auf dem europäischen Kontinent und in Nordamerika bekannt wurde. In Paris wurden Kaffeehäuser für den Ausschank des neuen Getränkes eröffnet. Das bekannteste Kaffeehaus dieser Zeit war das "Cafè Procope", der ständige Treffpunkt für Künstler, Schriftsteller, Dichter, Politiker und Offiziere.

In Deutschland war es der berühmte Komponist und Organist Johann Sebastian Bach, ein begeisterter Anhänger des stimulierenden Getränkes, der dem Kaffee zu seinem Siegeszug verhalf.

Sehr bald erkannten die Holländer die wirtschaftlichen Vorteile der Pflanze und begannen Kaffeebäume in ihren Kolonien anzubauen, zumal die Boden- und Klimaverhältnisse in diesen Gebieten sich als besonders günstig erwiesen. Es dauerte dann nur kurze Zeit, bis auch die Franzosen sich in ihren Kolonien mit der Kaffeekultur befassten.

In Brasilien wurde der Kaffee durch den brasilianischen Hauptfeldwebel, Francisco de Melo Palheta, einem höheren Offizier, eingeführt. Einigen Historikern zufolge reiste Francisco de Melo Palheta in diplomatischer Mission nach Guayana, jedoch bereits mit dem Vorhaben, sich solche Samen und Schösslinge zu verschaffen, wobei er sogar schriftliche Anweisungen in dieser Hinsicht erhalten hatte. Sein Vorhaben ist ihm gelungen, und er ist unverzüglich mit der kostbaren Schmuggelware nach Brasilien zurückgekehrt. Er bat um Entlassung aus dem Heeresdienst und begann mit dem Anbau der Coffea. 1727 besass er über tausend Kaffeebäume und setzte den Anbau weiter fort. Auf diese Weise wurde er der Verantwortliche für eines der grössten Reichtümer des Landes, welches andere später weiterentwickelt haben.
Brasilien ist daher nach wie vor der Riese auf dem Kaffeemarkt. Und es werden inzwischen unzählige Arten von Kaffeesträuchern angebaut.
Für manchen Zeitgenossen ist Kaffeetrinken vielleicht sogar eine Weltanschauung, aber für die meisten gehört er bestimmt zum Lebensgefühl – die stimulierende Tasse Kaffee zum Aufwachen, der feine Espresso nach dem guten Essen, Kaffee in Gläsern mit Aromen versetzt beim „Leute-Beobachten“ im Straßencafé ... und wer sich keinen Becher-Kaffee aus der Mittagspause mitgebracht hat, der zapft sich bestimmt einen am Kaffeeautomaten im Betrieb.

Kaffeestrauch
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Kaffeeblüte
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