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Das Land gehört
bereits zu den grössten Exporteuren von Zucker und Orangensaft, bei
deren Anbau keine Pflanzenschutzmittel verwendet werden.
Das zunehmende Gesundheitsbewusstsein lässt die Märkte für
organische Produkte überall wachsen. Brasilien bildet da keine
Ausnahme: Auf den Regalen der Supermärkte nehmen organische Waren
immer mehr Platz ein. Aber der grösste Absatzmarkt für diese Waren
ist noch immer das Ausland. 85% der brasilianischen Produktion gehen
nach Europa, in die USA und nach Japan. Auf diesen drei weltweit
grössten Märkten der Branche wurden im Jahr 2000 etwa US$ 20 Mrd.
umgesetzt.
Die brasilianischen Verbraucher wissen noch nicht viel über
organische Lebensmittel und kaufen sie selten. Derzeit besteht eine
der grossen Herausforderungen darin, die nötige Marketing-Arbeit zu
leisten, damit organische Waren von den Verbrauchern als etwas
Besonderes erkannt werden. Die Vorteile organischer Lebensmittel,
die Naturbelassener sind und ohne Pflanzenschutzmittel hergestellt
wurden, müssen bekannt gemacht werden.
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Organisch angebauter Mais: Nahrungsmittel, die nicht mit
Pflanzenschutzmitteln behandelt werden, sind nicht nur gesünder,
sondern schmecken auch besser |

Integration der Natur: Ein durch das Bewässerungssystem
erzeugter Regenbogen und die organisch bebauten Felder |
Eigenschaften
Organische Lebensmittel werden nicht mit Pflanzenschutzmitteln
behandelt, sind sauber und gesund. Der Anbau erfolgt nach
landwirtschaftlichen Richtlinien. Dabei werden die Umwelt und die
natürlichen Ressourcen geschützt sowie darauf geachtet, dass die in
der Produktion Beschäftigten mit angemessenen Löhnen und Gehältern
ein würdiges Leben führen können. Aus diesen und anderen Gründen
sind die Produkte teurer als herkömmliche Waren.
In Brasilien beginnt man allmählich, sich der Vorteile organischer
Lebensmittel bewusst zu werden. Es wird nachgefragt, wie die Waren
produziert wurden ob sie der Gesundheit schaden oder wie sie ihr
nützen können usw. Laut dem brasilianischen Institut für Biodynamik
IBD, das als grosse Zertifizierungsstelle gilt, wurden auf dem
brasilianischen Markt im Jahr 2000 etwa US$ 50 Mio. umgesetzt. Der
grösste Teil der organischen Produktion, nämlich etwa 80%, befindet
sich im Süden und im Südosten des Landes.
Export
Exportiert werden u.a. Zucker und Orangensaft.
Das Unternehmen Native gehört zu den grössten Exporteuren
organischen Zuckers und wird jetzt mit dem Vertrieb von Kaffee
beginnen. Der Orangensaft der Firma Montecitrus wird hauptsächlich
nach Kanada, Europa, Neuseeland, in die USA und nach Japan verkauft.
Beide Produkte finden sich auch in den grösseren brasilianischen
Supermarktketten.
Ronaldo Anacleto von Montecitrus erzählt, dass das Unternehmen 98%
seiner jährlichen Produktion von 25 Mio. Packungen im Ausland
verkauft. In erster Linie würden die ausländischen Abnehmer
erwarten, dass das ganze Jahr über geliefert werden kann, die Ware
eine gute Qualität aufweist, die Zusammenarbeit langfristig
funktioniert, die Preise wettbewerbsfähig sind und der Hersteller
vertrauenswürdig ist. Diese Vertrauenswürdigkeit wird in einem
Zertifikat festgehalten, das die Qualität der
Nahrungsmittelherstellung gewährleistet. Das einzige brasilianische
Zertifikat, das weltweit anerkannt wird, ist das des Instituts für
Biodynamik IBD. Anacleto glaubt, dass der Export bessere Chancen als
der Binnenmarkt bietet. "Der ausländische Markt ist immer viel
grösser als der brasilianische. Das liegt an Traditionen, an der
Kaufkraft, an Kenntnissen und an dem Umweltbewusstsein, das
Verbraucher in anderen Ländern haben".
Hersteller
Nach Daten des IBD gibt es in Brasilien immer mehr zertifizierte
Hersteller organischer Nahrungsmittel, die in zwei Gruppen
eingeteilt werden können: die kleinen Landwirte - insgesamt 90% -
und die 10% der grossen Hersteller, die mit Privatunternehmen
zusammenarbeiten.
Die kleinen Hersteller entwickeln die organische Landwirtschaft
meist als Teil einer Lebensphilosophie. Ein Beispiel dafür ist die
Yamagishi-Gemeinschaft in Jaguariúna, im Inneren des Bundeslandes
São Paulo. Die Yamagishi leben nach dem Prinzip der Harmonie
zwischen der Natur und bewusstem menschlichen Handeln. Die
Gemeinschaft stellt mehr als 50 Gemüsesorten, Eier und sonstiges
Obst organisch her. Marcelo Minutti, Leiter der Yamagishi, erzählt,
dass sie die Nahrungsmittel am liebsten direkt bei den Verbrauchern
zu Hause abgeben: "Der Kontakt zwischen Hersteller und Verbraucher
ist wichtig". Deshalb werden auch wenige Waren im Supermarkt
verkauft. Die Gemeinschaft beliefert etwa 3.000 Familien zwischen
Campinas und São Paulo.
Die kleinen Landwirte sind für etwa 70% der organischen Herstellung
in Brasilien verantwortlich. Nach Daten des IBD betreiben die
grossen Hersteller u.a. den Obstanbau, darunter besonders Zitrus-
und Tropenfrüchte; daneben Zuckerrohr, Kaffee und Getreide - Soja
und Mais.
Auszug aus: "Brasil - Alemanha" ANO 10 N°7" - Cecilia
de Paula Mazzetti
Copyright © AHK-São
Paulo - Câmara de Comércio e Indústria Brasil-Alemanha 2002
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