|
Die
Mata Atlântica, eine Waldregion, die im 16.Jh. eine Fläche von 1,5
Millionen Quadratkilometern bedeckte und sich zwischen den heutigen
Staaten Rio Grande do Norte und Rio Grande do Sul erstreckte, umfasst
inzwischen nur noch die vergleichsweise winzige Fläche von 10.000qkm,
nur 8% der anfänglichen Grösse. Die hauptsächlich noch erhaltenen
Bestände befinden sich in den Bundesstaaten von São Paulo, Rio de
Janeiro, Minas Gerais, Espírito Santo und Paraná. Das grösste dieser
Gebiete, die Estação Ecológica da Jureia am südlichen
Küstenstreifen des Staates São Paulo, verdankt sein Überleben
der Tatsache, dass Pläne, hier Atomkraftwerke zu bauen, auf Eis
gelegt wurden.
Die Mata Atlântica stellt das Ökosystem dar, das am meisten unter
der Entwicklung des Menschen gelitten hat. 500 Jahre lang diente
sie als Opfer der Ausbeutung ihrer natürlichen Reserven und litt
unter den Angriffen der Brandrodung zur Besetzung ihrer Erde durch
eine unvernünftige und unhaltbare Landwirtschaft.
Mehr als 50% ihrer Bäume gibt es ausschliesslich in dieser Region.
Ihre Reichhaltigkeit verdankt sie der Fruchtbarkeit des Bodens,
dem raschen Kreislauf von Nährstoffen, den Höhenlagen, die Regenfälle
begünstigen, was eine erhebliche Luftfeuchtigkeit zur Folge hat.
Die
vom Amazonas durch waldlose Gebiete getrennte Mata Atlântica ist
viel älter - 60 Millionen Jahre im Vergleich zu den 40 Millionen
des Amazonas - und entwickelte sich unabhängig von diesem, so dass
nur wenige Pflanzen- und Tierarten in beiden Gebieten vorkommen.
Man schätzt dass es 131 Arten von Säugetieren gibt, in dieser Zahl
eingeschlossen vier Abarten des Löwenaffen, der nur in diesem Ökosystem
noch anzutreffen ist; es gibt 180 Arten von Amphibien und über 800
Arten von Vögeln. Hier lebt eine grössere Vielfalt als im eigentlichen
Amazonasgebiet, darunter
viele einzigartige und vom Aussterben bedrohte Tiere. Zur hier heimischen
Flora zählen viele grosse Bäume, darunter Brasil-, Eisenholzbäume,
Bahia-Jacarandas und Zedern. Hinzu kommt eine Anzahl seltener Baumfarne.
Die "Küste der Entdeckung", gelegen im Nordosten von Brasilien,
bewahrt das ausgedehnteste Biom, das es in dieser Gegend gibt. Sie
erstreckt sich über 8 Schutzgebiete mit 112.000 Hektar vom Süden
von Bahia bis in den Norden von Espírito Santo. Sie zeigt den höchsten
Anteil von nur in diesem Gebiet vorkommenden Pflanzen und Tieren,
ausser anderen seltenen, erst kürzlich entdeckten Arten und hält
den Weltrekord mit 450 verschiedenen Baumarten pro Hektar.
Die Mata Atlântica des Südostens, besser bekannt unter der Bezeichnung
"Vale do Ribeira/Lagamar", besteht aus 25 Schutzgebieten,
aufgeteilt zwischen São Paulo und dem Norden von Paraná. Seine 470.000
Hektar repräsentieren die grösste geschlossenen Fläche der Mata
Atlântica von Brasilien. In dieser Region liegt auch die grösste
Trichtermündung der brasilianischen Küste, neben ungefähr 300 Höhlen
und verschiedenen von der Ausrottung bedrohten Tier- und Pflanzenarten.
|
|












 |