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"Wer Brasilien wirklich
zu erleben weiss, der hat Schönheit genug für ein halbes Leben gesehen"
"Wussten Sie, dass
Deutschland vierundzwanzigmal in Brasilien hineinpasst?"
Brasilien
ist der fünfgrösste Staat, nach Russland, Kanada, China und den USA;
der Erde und das grösste Land Südamerikas. Seine Fläche von 8.511.965km²
umfasst 47% des südamerikanischen Kontinents. Die
Einwohnerzahl
beträgt
176.875.347 (Stand 08.07.2003).
Das Land erstreckt sich von 5° 17`nördlicher Breite bis 33° 45`südlicher
Breite sowie von 34° 46`bis 74° westlicher Länge.
Brasilien ist etwa 24 Mal grösster als die Bundesrepublik Deutschland,
und grenzt an zehn Nachbarstaaten: im Norden an das französische
Übersee-Departement Französisch-Guayana sowie die Länder Surinam,
Guayana, Venezuela und Kolumbien; im Süden an Uruguay und Argentinien;
im Westen an Paraguay, Bolivien und Peru. Ecuador und Chile besitzen
als einzige Staaten des südamerikanischen Kontinents keine gemeinsame
Grenze mit Brasilien. Seine Küstenlinie
entlang des Atlantiks erstreckt sich über eine Länge von 7.367 km.
Mit seinen unmittelbaren Nachbarn verbindet Brasilien eine Grenze
von 15.700 Kilometern.
Aus politischen und verwaltungstechnischen Gründen ist Brasilien
in fünf Gebiete unterteilt:
Der Norden:
Der Norden ist Brasiliens Waldgebiet. Es umfasst 42% des Landes und
schliesst die Staaten Amazonas,
Pará, Rondônia,
Acre und Tocantins
sowie die Territorien Amapá und
Roraima ein. Dies ist Brasiliens
dünnst besiedeltes Gebiet, in dem auch die meisten
Indianer des Landes leben. Die bedeutendsten Städte der Region
sind
Manaus und Belém, von denen Manaus am Rio Negro und Belém am
Rio Amazonas liegen.
Der Nordosten:
Der Nordosten ist Brasiliens ärmste Region. Dort ist noch viel des
kolonialen Brasilien erhalten. Er ist auch das Gebiet des Landes, in
dem der afrikanische Einfluss noch am deutlichsten zu erkennen ist.
Es umfasst 18% der Fläche des Landes und besteht aus den Staaten
Bahia,
Sergipe,
Alagoas,
Pernambuco,
Paraíba,
Rio Grande do Norte, Ceará,
Piauí und Maranhão. Diese
Staaten werden nochmals in das Küstengebiet "Zona da Mata" und den "Sertão
- das trockene Landinnere" unterteilt.
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Chapada Diamantina - Bahia |

Foz do Iguaçu |
Der Mittlere Westen:
In früheren Zeiten hiess der Mittlere Westen, der etwa 22% des brasilianischen
Territoriums einnimmt, "Mato Grosso - dichter Wald". Diese
Region schliesst die Staaten
Goiás,
Mato Grosso,
Mato
Grosso do Sul und den Bundesbezirk von
Brasília
ein.
Der Südosten:
Der Südosten ist der entwickelte, urbane Teil Brasiliens. Die Staaten
Rio de Janeiro,
São
Paulo,
Minas Gerais und
Espírito
Santo nehmen zusammen 10% des nationalen Territoriums ein, halten
aber einen Bevölkerungsanteil von 43 und 63% der gesamten industriellen
Produktion des Landes.
Der Süden:
Im Süden ist Brasilien stark europäisch beeinflusst. Hier liegen
die wohlhabenden Staaten
Paraná,
Santa Catarina und
Rio Grande do Sul.
Aufgrund der riesigen Ausdehnung erstreckt sich Brasilien über drei,
rechnet man die
Inselgruppe
Fernando de Noronha hinzu, sogar über vier
Zeitzonen.
Die Föderative Republik gliedert sich in
26 Bundesstaaten. Im Imeri-Gebirge im brasilianisch-venezolanischen
Grenzgebiet liegen die höchsten Erhebungen: der von Nebelwald umgebene
Pico da Neblina mit 3.014m und der Pico 31 de Março mit 2.992m.
Zwei grosse Flusssysteme bestimmen die Versorgung des Landes mit Süsswasser:
der Amazonas und der Rio Paraná.
Brasília,
die Hauptstadt aus der Retorte, wurde in 1.200m Höhe im Planalto
Central, der zentralen Hochebene, in einer von Campos Cerrados,
immergrünen, offenen Baumsavannen geprägten Gegend in der Rekordbauzeit
von vier Jahren von 50.000 Arbeitern aus dem Boden gestampft. Obwohl
Brasília das höchste durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen Lateinamerikas
besitzen soll, ist die
Einkommensverteilung hier extrem ungleich; und macht selbst
nur 22% der
Bevölkerung
des Bundesdistrikts aus. In diesem Gebiet sind die Klassenunterschiede
fast noch krasser als im übrigen Land. Auch in dieser Hinsicht und
nicht nur als Hauptstadt repräsentiert Brasília das gegenwärtige
Brasilien. Dennoch erhielt die Stadt 1987 von der UNESCO den Titel
eines "Weltkulturerbes", nicht nur wegen der architektonischen
Leistungen, sondern auch wegen der Tatsache, dass sie die erste und
einzige in diesem Jahrhundert neu gebaute Hauptstadt der Welt ist.
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Fernando de Noronha |

Congresso Nacional in Brasília |
Grosse
regionale Unterschiede in der Zusammensetzung der Bevölkerung und
ein immer krasser werdendes Stadt-Landes-Gefälle prägen die Gesellschaftsstruktur
Brasiliens. Rund 90% der knapp 156 Millionen Brasilianer leben auf
einem knappen Drittel der Landesfläche, die meisten davon in den
küstennahen Ballungszentren. Wegen der anhaltenden Landflucht wachsen
die Favelas, die
urbanen Elendsviertel rund um die
Grossstädte. Über 85% der Brasilianer bekennen sich - offiziell
- zum katholischen Glauben.
Viele Katholiken sind gleichzeitig Anhänger der afro-brasilianischen
Umbanda-Religion.
Ausserdem sind Sekten jeder Couleur in den letzten Jahren spürbar
auf dem Vormarsch.
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