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Die
Metropole São Paulo sucht allein ihrer Grösse und ihres kosmopolitischen
Charakters wegen ihresgleichen. Die bevölkerungsreichste Stadt Brasiliens
ist zugleich das wichtigste Wirtschafts- und Finanzzentrum Lateinamerikas.
Als Arbeits- und Geschäftszentrum geniesst São Paulo den Ruf einer "Stadt,
die niemals schläft!". Viele Brasilianer und Ausländer können sich daher
nur schwer vorstellen, einen Urlaub in São Paulo zu verbringen. Die Stadt
bietet dem Besucher jedoch ein breites und hochkarätiges Kunst- und
Kulturprogramm.
In diesem Schmelztiegel verschiedenster Zuwanderergruppen aus dem In- und
Ausland vermischen sich Traditionen vieler brasilianischer Regionen und
fremder Länder: Dies kommt insbesondere auch in der Esskultur zum Tragen.
Die Stadt ist zwar nicht direkt am Atlantik gelegen, viele Strände lassen
sich aber dennoch in kurzer Zeit erreichen.
Die Geschichte São Paulos vor dem Wachstumsboom im 20.Jh. ist durchaus
bemerkenswert, dies gilt insbesondere für die Kolonialzeit. Nach ihrer
Gründung durch die Jesuiten im Jahre 1554 blieb die Siedlung über fast
drei Jahrhunderte im Schatten der Bergbau- und Küstenzentren, die sich mit
dem Zucker- und Goldzyklus dynamisch entwickelten. Im Gegensatz zu diesen
Ansiedlungen und Städten war São Paulo ein Dorf mit Lehmziegelhäusern, in
dem vor allem die indigene Sprache Tupi gesprochen wurde. Von hier zogen
Pioniertrupps, die sogenannten "Bandeirantes", aus das Landesinnere zu
erkunden und zu besiedeln. Diese handfesten Abenteurer haben die
Bodenschätze des Gebietes, das später den Bundesstaat Minas Gerais bilden
sollte, zwar entdeckt und mit ihrer Ausbeutung begonnen, São Paulo selbst
konnte jedoch praktisch nicht vom Goldzyklus profitieren. Selbst die
wichtigsten Bauwerke kamen hier über den sogenannten "Armenbarock" nicht
hinaus. Man imitierte den Baustil, konnte mit dem anderorts zur Schau
gestellten Prunk jedoch nicht mithalten.
Den entscheidenden Entwicklungsimpuls erhielt São Paulo Mitte des 19.Jh.,
damals zählte die Stadt nicht mehr als 20.000 Einwohner. Der
prosperierende Kaffeeanbau im Hinterland des Bundesstaates förderte den
Ausbau der Eisenbahn und verwandelte seine Hauptstadt in ein Zentrum des
Kaffeexports. Um die Wende vom 19. und 20.Jh. veränderten der Reichtum der
Kaffeebarone und die Ankunft zahlreicher europäischer Einwanderer
allmählich das Gesicht der Stadt.
Mit dem Aufstieg des produzierenden Gewerbes in den ersten Jahrzehnten des
vergangenen Jahrhunderts hielt in São Paulo endgültig der Fortschritt
Einzug. Auch auf kulturellem Gebiet zeigte sich die Stadt stets Neuerungen
und sogar avantgardistischen Tendenzen aufgeschlossen.
Von hier gingen Strömungen aus, die traditionelle Maßstäbe in der
brasilianischen Kunst nachhaltig verändern sollten, so die "Woche der
Modernen Kunst" 1922 und die Tropicalismo-Bewegung der sechziger Jahre. In
der Kulturvermittlung hat São Paulo bereits Mitte des 20.Jh. Akzente
gesetzt. So wurde 1947 das "MASP - Museu de Arte de São Paulo" - seiner
Bestimmung übergeben, das zum wichtigsten Haus seiner Art in Südamerika
werden sollte. Bereits 1951 fand dann erstmalig die Biennale São Paulo
statt, eines der wichtigsten Kunstereignisse weltweit.
Ein breitgefächerte Kunst- und Kulturangebot, darunter internationale
Musik-, Tanz-, Film- und Theaterfestivals, zahlreiche Museen und ein
quirliges Nachtleben belegen, dass São Paulo mehr ist als nur ein
Reiseziel für Geschäftsleute.
Das sollten Sie unbedingt sehen:
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Estação da Luz:
Das 1901 errichtete Bahnhofsgebäude zeugt
vom wachsenden Wohlstand, der mit dem Kaffeehandel in die Stadt kam.
Gegenüber befindet sich die Pinakothek und nicht weit entfernt auch
das Museu de Arte Sacra. |
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Pavillion der
Biennale São Paulo:
Das Bauwerk des Architekten
Oscar Niemeyer aus dem Jahr 1951 ist Veranstaltungsort des wichtigsten
lateinamerikanischen Kunstforums. Das Museu de Arte Moderna ist im
gleichen Gebäudekomplex untergebracht. |
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Museu Brasileiro de Escultura "MuBE":
Das Skulpturenmuseum befindet sich im gehobenen Wohnviertel Jardim
Europa, in der Nähe eleganter Einkaufsstrassen. In dem von Paulo
Mendes da Rocha entworfenen Bau finden Sonderausstellungen statt. |
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Fundação
Maria Luísa e Oscar Americano:
Bedeutende Sammlung von Kunstgegenständen, Möbeln und Gebrauchobjekten
der Kolonialzeit und des Kaiserreiches. Das 1950 von Oswaldo Arthur
Bratke entworfene ehemalige Privathaus besitzt trotz seiner zentralen
Lage einen 75.000qm grossen, wunderschönen Garten. |
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Teatro Municipal:
In dem 1911 erbauten und 1991 restaurierten Haus gastieren regelmässig
hochkarätige Ballettcompagnien und Orchester aus aller Welt. |
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Museu de Arte de São Paulo:
Das von Lina Bo Bardi
entworfene Museum verfügt über mehr als 5.000 Kunstwerke, darunter die
bedeutendste Sammlung westlicher Malerei auf der Südhalbkugel. |
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Quelle: mit freundlicher
Unterstützung und Genehmigung der
Brasilianischen Botschaft in Berlin - Copyright © 2005
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