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Im Laufe
seiner Geschichte hat Rio alle künstlerischen Strömungen absorbiert, die
nach Brasilien gelangten. In dieser Stadt zwischen Atlantik,
Guanabara-Bucht und Bergen wurden verschiedene Architekturstile zu einem
städtebaulichen Gesamtbild gefügt, das auf Anhieb überwältigt.
Als zu Beginn des 17.Jh. in der damaligen Provinz Minas Gerais Gold und
Edelsteine entdeckt wurden, erlebte die 1565 vom Portugiesen Estácio de Sá
unter dem Namen São Sebastião do Rio de Janeiro gegründete Hafenstadt
einen enormen Wachstumsschub. Der sogenannte Goldzyklus führte dazu, dass
Rio im Jahr 1763 Salvador da Bahia als Hauptstadt ablöste.
Auf der Flucht vor den napoleonischen Truppen suchte 1808 die königliche
Familie Portugals mit ihrem gesamten Hofstaat von mehr als 15.000 Personen
Zuflucht in Rio de Janeiro. Dieses Ereignis, in dessen Verlauf sogar die
königliche Bibliothek nach Brasilien verlegt wurde, verlieh der
Entwicklung Rios neue Impulse. In den zehn Jahren zwischen 1808 und 1818
wurden 600 grosse Gebäude fertiggestellt und zahlreiche imposante
öffentliche Einrichtungen errichtet, auch die Eröffnung des Botanischen
Gartens fällt in diese Zeit. Die entscheidenden Veränderungen erführ das
Stadtbild ab 1816, als eine von der Krone unter Vertrag genommene
französische Künstlerdelegation eintraf. Unter dem prägenden Einfluss des
Neoklassizismus verwandelten die Franzosen das architektonische und
künstlerische Erscheinungsbild Rio de Janeiros, dieser einzigen Hauptstadt
eines europäischen Königreichs auf dem amerikanischen Doppelkontinent.
Als König D.João VI. 1821 nach Portugal zurückkehrte, besass Rio bereits
13.500 Gebäude und 113.000 Einwohner und konnte nun nicht länger als
koloniales Dorf gelten. Es wurde damit zum wichtigsten politischen und
kulturellen Schauplatz des brasilianischen Kaiserreiches, das von der
Unabhängigkeit 1822 bis zur Ausrufung der Republik 1889 Bestand haben
sollte.
Im kurzen Zeitraum zwischen 1902 und 1906 sollte Rio eine neuerliche
Veränderung erfahren. Der Einfluss der Belle Epoque erreichte nunmehr auch
die tropischen Gestade am Zuckerhut. Unter dem bedeutenden Bürgermeister
Pereira Passos entstanden damals im Zentrum die Hauptachse (1912 von
Avenida Central in Avenida Rio Branco umbenannt) und die grossen
öffentlichen Parks. In den zwanziger und dreissiger Jahren wurden
zahlreiche Jugendstilgebäude und einige wichtige Zeugnisse moderner
Architektur errichtet.
Die Stadt, die sich während der Kolonialzeit aufgrund strategischer
Erwägungen an der Guanabara-Bucht ausgerichtet hatte, wuchs nunmehr
schnell entlang der Atlantikküste.
Der Wirtschaftsaufschwung Brasiliens nach dem Zweiten Weltkrieg, das
Bevölkerungswachstum und die wachsende Zahl von Automobilen verliehen Rio
ein neues Gesicht. Im Zentrum wuchsen Wolkenkratzer in die Höhe,
zahlreiche neue Strassen wurden angelegt. Die Wohnviertel Copacabana,
Ipanema und Leblon boten ab 1958 ideale Voraussetzungen für das Entstehen
der Bossa Nova, die in den reichen musikalischen Traditionen Rios einen
neuen Höhepunkt darstellte.
Obwohl Rio im Jahr 1960 seine Hauptstadtrolle an Brasília abgeben musste,
übte die Stadt weiterhin starken Einfluss auf das ganze Land aus. Dank
umfangreicher Stadterneuerung weiter Teile der historischen Bausubstanz
fasziniert Rio heute mehr denn je.
Das sollten Sie unbedingt sehen:
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Palácio Gustavo Capanema:
1942 - Das ehemalige Bildungsministerium ist eine Ikone moderner
Architektur. 1936 von Lúcio Costa, Oscar Niemeyer, Affonso Reidy,
Jorge Moreira, Carlos Leão und Ernani Vasconcelos entworfen, Le
Corbusier war als Berater beteiligt. Mit "Azulejos - Kacheln" und
Fresken von Portinari |
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Museu de Arte Moderna:
1954 - Gebäude von Affonso Reidy, Gartenanlagen von Roberto Burle
Marx. Beherbergt eine hervorragende Sammlung brasilianischer Kunst und
wechselnde internationale Ausstellungen |
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Casa de Niemeyer:
1953 - Befindet sich in Canoas, am Anstieg zum Aussichtspunkt Alto da
Boa Vista, auf dem das Museu do Açude
gelegen ist. Das vormalige Wohnhaus des berühmten brasilianischen
Architekten ist einen Besuch wert |
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Museu Chácara do Céu:
Eleganter Bau des Architekten Wladimir Alves de Souza (1958) im
Viertel Santa Teresa. Beherbergt eine bedeutende Gemäldesammlung,
Kunstgewerbe sowie orientalische Kunst. Der Garten wurde von Roberto
Burle Marx gestaltet und gewährt phantastische Ausblicke auf die
Stadt. Früher wohnte hier der Sammler Raimundo de Castro Maia |
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Igreja de Nossa Senhora da Lapa dos Mercadores:
1747 - Inmitten restaurierter Altstadtstrassen, dem "Corredor
Cultural" mit zahlreichen Kulturzentren gelegen, die den Paco Imperial
mit dem Centro Cultural Banco do Brasil verbinden |
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Largo do Boticário:
Der "Apothekerplatz" in der Nähe der Talstation der
Corcovado-Zahnradbahn zeichnet sich durch seine Bebauung im
neokolonialen Stil aus |
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Igreja do Outeiro da Glória:
1614-1738 - Diese berühmte Kirche ist auf einem Hügel an der
Guanabara-Bucht gelegen und mit wunderschönen Schnitzwerken und
Azulejos ausgestattet |
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Mosteiro e Igreja de São Bento:
Eine der schönsten brasilianischen Klosteranlagen des 17.Jahrhunderts.
Die prächtige Innenausstattung der Kirche kontrastiert mit der
schlichten Fassade |
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Museu Imperial de Petrópolis:
Das Museum befindet sich in der ehemaligen Sommerresidenz von Kaiser
D.Pedro II. in Petrópolis, in einer Bergregion des Bundesstaates Rio
de Janeiro. Die Interieurs stammen aus der zweiten Hälfte des 19.Jh. |
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Casa Lucas:
Altes Jugendstil-Geschäftshaus in der Av.Passos. Nach einem langen
Dornröschenschlaf wird dieser Strassenzug nunmehr restauriert. Hier
befinden sich wichtige Kirchen, beliebte Geschäfte und das neue
Zentrum für zeitgenössische Kunst "Centro de Arte Contemporânea Hélio
Oiticica" |
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Quelle: mit freundlicher
Unterstützung und Genehmigung der
Brasilianischen Botschaft in Berlin - Copyright © 2005
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