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Kulturführer von Recife und Olinda

   
     

Die Städte Recife und Olinda bilden ein faszinierendes historisches Gesamtkunstwerk.
Im großstädtischen Recife stehen moderne Bauwerke in einem reizvollen Kontrast zu Kirchen, Forts und Wohngebäuden der Kolonialzeit. Als Stadt am Wasser bietet Recife nicht nur 39 Brücken über etwa 50 Kanäle, sondern auch den attraktiven, sieben Kilometer langen Strand "Praia de Boa Viagem" mit Korallenriffen und natürlichen Schwimmbecken. Recife ist Zentrum einer ausgeprägten Regionalkultur, deren Strahlkraft das ganze Land erfasst.

Olinda - Die Strassen und Gassen überraschen immer wieder durch vielfältige Bebauung und haben ihr ursprüngliches Flair erhalten

Recife - Die Restaurierung von Gebäuden aus dem 19.Jh bis hin zu Art-Déco belegt eine neue Wertschätzung der Altstadt

Dem beschaulichen Olinda ist es gelungen, seinen eigenen Charakter über die Zeiten hinweg zu bewahren, es wurde daher zum Weltkulturerbe der Vereinten Nationen erklärt. Mit seiner religiösen Barockkunst, die zuweilen auch maurische Einflüsse zeigt, den steilen Gassen, gepflasterten Trottoirs und kolonialen Stadthäusern - den "Sobrados" mit ihren grossen, baumbestandenen Innenhöfen - besitzt die Stadt ein einzigartiges Flair. Der Volksmund erzählt, der Portugiese Duarte Coelho, Herr über die Capitanía de Pernambuco, habe beim Anblick der sieben Hügel, auf denen er den Hauptsitz seiner Ländereien gründen wollte, ausgerufen: "Oh! Linda poição para fundar uma vila!" - Etwa: Oh, welch wunderschöne Stelle, um eine Ortschaft zu gründen"! - Von diesem Ausruf soll sich der Ortsname Olinda ableiten - eine der ersten Städte, die vom Zuckerboom profitieren sollte.
Die 1535 gegründete Stadt ist ein typisches Beispiel der eher offenen lusitanischen Stadtplanung, die sich durch einen unregelmässigen und dennoch funktionalen Grundriss auszeichnet. Ihre Lage in einem hügeligen, von üppiger tropischer Vegetation bedeckten und zum Atlantik hin abschüssigen Gelände bot gute Voraussetzungen für die Verteidigung der Stadt.
Die Reichtümer aus der Zuckerproduktion ermöglichten die Errichtung bedeutender weltlicher und kirchlicher Gebäude. Die Jesuitenkirche Nossa Senhora das Gra
ças und das Kloster São Fransisco, die in den letzten Jahrzehnten des 16.Jh. errichtet wurden, zählen zu den Hauptwerken der brasilianischen Kolonialarchitektur.
All dieser Reichtum weckte auch bei den Holländern Begehrlichkeiten, die 1630, nachdem sie zuvor Salvador im Handstreich genommen hatten, ganz Pernambuco beherrschten und erst 1654 wieder von dort vertrieben wurden. Abweichend von früheren strategischen Planungen der Portugiesen haben die Holländer Olinda aufgegeben und in Brand gesteckt, um sich in der nahegelegenen Ansiedlung Arrecifes - heute Recife - niederzulassen, die am Zusammenfluss mehrerer Flüsse liegt und einen natürlichen Hafen bietet. Die Holländer konnten auf Erfahrungen aus der Heimat zurückgreifen: Sie legten das Schwemmland trocken und setzten mit dem Bau von Kanälen, Brücken, Palästen, Zuckerspeichern und Hospitälern einen intensiven Urbanisierungsprozess in Gang. Der Gouverneur von Holländisch-Brasilien, Moritz von Nassau, brachte aus einer Heimat Wissenschaftler und Künstler wie Frans Post nach Recife, der als erster hochrangiger, in Europa ausgebildeter Maler die Landschaften der Neuen Welt auf die Leinwand bannte.
Auch nach der Rückeroberung Pernambucos durch die Portugiesen behielt Recife seine Stellung als wichtiges Wirtschaftszentrum bei, während Olinda nur langsam wiederaufgebaut wurde. Recife wurde zur Hauptstadt von Pernambuco erhoben und hat diese Position bis heute inne. Dagegen entwickelte sich Olinda zu einem beschaulichen Städtchen mit zahlreichen Kirchen und Klöstern. Beide Städte verfügen über ein lebendiges Kulturleben und sind Schauplatz zahlreicher populärer Feste.

Das sollten Sie unbedingt sehen:

In Recife:

Igreja e Convento de Santo Antônio

Igreja e Convento de Santo Antônio:
17.Jahrhundert - Besonders beeindruckend ist der herrliche Kreuzgang mit holländischen und portugiesischen Kacheln

Igreja de Nossa Senhora do Rosário dos Homens Pretos:
Die 1662 bis 1667 von schwarzen Sklaven errichtete Barockkirche besitzt einen bemerkenswerten Altar und Darstellungen von Heiligen

Igreja de Nossa Senhora do Rosário dos Homens Pretos

Forte do Brum

Forte do Brum:
Die Festungsanlagen erinnern an die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Portugiesen und Holländern um den Nordosten Brasiliens
Museu do Homem do Nordeste:
Umfangreiche Ausstellung mit Objekten aus dem Leben der Menschen im Nordosten: Folklore, Kunsthandwerk etc. Eine weitere Abteilung dokumentiert die Zeit des Zuckerbooms

Museu do Homem do Nordeste

In Olinda:
Machen Sie einen Spaziergang durch die Gassen der Altstadt und entdecken auf eigene Fast historische Kleinode...

Igreja da Misericórdia

Igreja da Misericórdia:
16. und 17.Jahrhundert: Wunderschöne Wandbilder aus portugiesischen Azulejos und vergoldete Schnitzereien kennzeichnen diese Kirche. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Kloster Nossa Senhora da Concei
ção aus der gleichen Epoche. Auch von hier eröffnet sich ein wunderschönes Panorama. Schlendern Sie durch die Rua Amparo (17.Jh) mit ihren kolonialen Stadthäusern im maurischen Stil
Convento de São Francisco:
17.Jahrhundert: Beim Kloster befinden sich die Kirche Nossa Senhora das Neves und die Kapellen São Roque und Sant´Anna. Es handelt sich um eines der schönsten Ensembles brasilianischer Sakralarchitektur

Cenvento de São Francisco

Mosteiro de São Bento

Mosteiro de São Bento:
16. und 17.Jahrhundert: Im Innenraum sind prächtige Holzschnitzereien zu bewundern


Quelle: mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung der Brasilianischen Botschaft in Berlin  - Copyright © 2005
 

 

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