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Festspiel "Bumba meu Boi" - Tradition und Kultur

   
     

Den Bumba-meu-Boi-Festen kann man von der zweiten Junihälfte bis Ende August beiwohnen. Sie finden normalerweise Samstags auf den Dörfern und in den Stadtvierteln statt und sind die bekanntesten Festen des Bundeslandes. Das Publikum bringt seine Freude mit Liedern und Tänzen zum Ausdruck. Musiziert wird auf den typischen Musikinstrumenten des Staates: der Sanfona, den Membraphonen und Tambourins.

Unter den vielen Festen, die im Juni in Maranhão stattfinden, ist das Bumba-meu-Boi sicherlich das populärste und schönste. Der Ursprung ist in Europa, Afrika und in der indianischen Traditionen zu finden. Als thematischer Leitfaden des Schauspiels stehen Begierde, Ungehorsamkeit und Vergebung.


"Bewege dich, mein Ochse" liesse sich annähernd der lautmalerische Name eines szenischen Festspiels in dem von der Viehzucht geprägten Nordosten übersetzen. Nur männliche Darsteller schlüpfen reich geschmückt in die Rollen von Menschen, Tieren und Göttern einer alten Legende über das wertvolle Tier:
Die schwangere Catarina, äussert ihren Heisshunger auf Rindszunge. Ihr Mann macht sich also auf den Weg, um den Ochsen "Boi Mimoso" zu töten, der in der Gegend sehr beliebt ist.
Als der Gutsbesitzer auftaucht, ist das Drama gross: Er verlangt seinen Ochsen lebendig zurück. Das Paar wird festgenommen, landet vor Gericht und bereut. Die Schuld wird ihm jedoch erst dann vergeben, wenn das Rind genesen ist. Alle Sklaven veranstalteten einen grossen Tanz und beschwören die Götter. Und siehe da: Der Ochse steht wiedererweckt auf.

Die Aufführung, bei übrigens der Ochse Hauptdarsteller und Held ist, zieht sich über die ganze Nacht hin. Das Rindvieh wird von einem der Teilnehmer gespielt. Seine Verkleidung besteht aus einem leichten, hölzernen Zaumzeug und einem schwarzen, reich bestickten, mit buntem Firlefanz bestückten Tuch. Den Anlass zum freudigen Fest bieten also Auferstehung oder Heilung des Tieres. Musikalisch begleitet wird dieses Schauspiel von den "Matracas - Musikinstrumente", die typisch für die Region sind. Die zahlreichen Bumba-meu-Boi-Gruppierungen zeigen unterschiedliche Tänze und Rhythmen.


Von der katholischen Kirche als ein "heidnisches Fest" angesehen, durfte der Bumba-meu-Boi sehr lang nur auf den Bauernhöfen gefeiert werden. Heute findet das Fest an mehr als 50 Orten in Maranhão statt. Früher war die Teilnahme von Frauen verboten, und die Männer mussten sich als Frauen verkleiden.

 

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