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Kleiner Kulturführer über Brasília

   
     

BrasíliaBrasília, die Hauptstadt Brasilien, liegt 1.171m über dem Meeresspiegel auf einer der ältesten geologischen Formationen unserer Erde, der "Zentralen Hochebene" Brasiliens. Eine Stadt, fernab der Küste in der Einsamkeit des semiariden "Cerrado" des Bundesstaates Goiás errichtet wurde, deren elegante, leichtfüssige Architektur jedoch Beton und Marmor, Stahl und Glas harmonisch miteinander in Beziehung setzt. Brasília ist ein dynamisches Politik- und Verwaltungszentrum, gleichzeitig aber auch eine beschauliche Stadt, die ein ausgeprägtes Eigenleben, saubere Luft und ausgedehnte Grünflächen zu bieten hat.

Die Idee, die Hauptstadt Brasiliens ins Landesinnere zu verlegen, geht auf das 17.Jahrhundert zurück. Die portugiesischen Kolonialherren wollten die Küstenbewohner vor ausländischen Invasionen schützen. Obwohl dieser Gedanke während des Kaiserreiches und der ersten Jahre der Republik erneut zahlreiche Anhänger fand, konkretisierte er sich erst viel später, als im Jahr 1955 die endgültige Wahl des Standortes auf ein Gebiet im Bundesstaat Goiás fiel.
Die städtebauliche Gesamtplanung für Brasília wurde 1957 durch die Regierung Juscelino Kubitschek öffentlich ausgeschrieben. Unter 41 Entwürfen ging das Projekt des Architekten und Städteplaners Lúcio Costa siegreich hervor. Dieser hatte zuvor bereits unmittelbar mit Le Corbusier in Brasilien zusammengearbeitet. Für den Entwurf der wichtigsten Gebäude wurde der Architekt Oscar Niemeyer gewonnen, der bereits zur Zeit, als Kubitschek Bürgermeister von Belo Horizonte war, u.a. mit dem Bau einer Kirche im Stadtteil Pampulha sein Können unter Beweis gestellt hatte. Die neue Hauptstadt wurde schliesslich am 21.april 1960 ihrer Bestimmung übergeben.

Brasília ist eine Stadt mit eigenem Charakter und war von Anfang an nicht unumstritten. Die futuristische Anmutung lässt kaum einen Besucher unberührt. Einige kritisieren die angeblich kalte Ästhetik, doch die meisten müssen anerkennen, dass hier ein Traum in Erfüllung gegangen ist: Bauwerke von monumentalen Ausmassen, deren stark ausgeprägter Symbolismus gleichzeitig menschliche Züge trägt. Da Brasília am Reissbrett geplant wurde, findet man hier mit Leichtigkeit seinen Weg. In kurzer Zeit erkennt man, dass diese moderne Stadt aus einem Guss entstanden ist. Der Grundriss Brasílias ähnelt je nach Sichtweise einem Schmetterling, einem Vogel oder einem Flugzeug.

Die Stadt nimmt das Westufer eines grossen künstlichen Sees ein. Das Licht und vor allem der Himmel spielen hier eine wichtige Rolle. Lúcio Costa hat den Himmel als das Meer Brasílias bezeichnet. Auf der Nord-Süd-Achse - den "Flügeln" - verlaufen innerstädtische und überregionale Verkehrsadern, befinden sich Geschäfts- und Freizeitviertel sowie die sogenannten Superquadras, Wohnblocks, die durch Gärten voneinander getrennt sind. An der Ost-West-Achse - dem "Rumpf" - angesiedelt sind die Ministerien, Kultureinrichtungen und die Gebäude der drei Gewalten: "Exekutive, Legislative und Judikative" - , das Herz Brasílias. Obwohl viele der Ideen, nach denen Brasília erbaut wurde, seit Gründung der Stadt verblasst sind, ist diese zweifelsohne ein Musterbeispiel moderner Stadtplanung im 20.Jahrhundert.

Das sollten Sie unbedingt sehen:

Palácio Itamaraty

Palácio Itamaraty:
Sitz des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten. Das Ministerium bietet Führungen durch die Innenräume an, die zu den schönsten Beispielen moderner Architektur zählen. Bei brasilianischen Künstlern wie Sérgio Camargo, Athos Bulc
ão und Alfredo Volpi wurden Monumentalwerke in Auftrag gegeben, die eine erlesene Gemälde- und Skulpturensammlung ergänzen. Die Wassergärten und hängenden Gärten des Landschaftsarchitekten Burle Marx harmonieren auf das Schönste mit diesem Meisterentwurf Oscar Niemeyers aus dem Jahre 1962
Praça dos Três Poderes:
Erstreckt sich am Espaço Lúcio Costa, wo ein grosses Modell der Stadt und Zeugnisse ihrer Entstehungsgeschichte zu sehen sind

Praça dos Três Poderes

Supremo Tribunal Federal

Supremo Tribunal Federal:
Gebäude des Obersten Gerichtshofes. Alle drei Gebäude wurden 1959 von Oscar Niemeyer entworfen. Nur das Kongressgebäude ist für Besucher im Rahmen von Führungen zugänglich
Catedral Metropolitana:
Niemeyers Bau aus dem Jahre 1959 ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Der Zugang führt durch einen schwachbeleuchteten Tunnel, der das Licht beim Betreten der Kathedrale um so eindrucksvoller erstrahlen lässt. Die farbigen Kirchenfenster von Mariane Peretti wurden 1986 angebracht

Catedral Metropolitana

Teatro Nacional

Teatro Nacional:
Entwurf von Oscar Niemeyer, die Fassade ist mit Flachreliefs von Athos Bulc
ão ausgestattet. Umfasst drei Veranstaltungssäle und eine beeindruckende Empfangshalle

Quelle: mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung der Brasilianischen Botschaft in Berlin  - Copyright © 2005
 

 

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