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Die Telenovelas sind
einmalig auf der Welt. Das Erfolgsrezept dieser Serien lässt sich
wohl so erklären: Sie spielen fast ausschliesslich in Brasilien, auch
ausserhalb der Studios in Städten und Landschaften, die die Zuschauer
entweder wiedererkennen oder interessieren könnten. Während etwa die
Telenovela "Pantanal" lief, schwappte eine riesige Reisewelle über
dieses Naturparadies. Die Telenovelas sprechen ausserdem ein überaus
breites Publikum an. Ob Analphabeten oder Akademiker, jedem werden
Identifikationsmöglichkeiten geboten, jeder erkennt Personen seiner
typischen Umgebung wieder oder kann sich an den Aufsteigern
emporziehen. Die besten Schauspieler werden engagiert, Szenenwechsel
und Rhythmus sind viel schneller und dramatischer als in den Serien,
die bei uns gezeigt werden. Die Handlung ist scheinbar realistisch,
vollgespickt mit psychologischen und sozialen Problemen des
brasilianischen Alltags - nur dass auf dem Bildschirm die Emotionen
ständig auf Hochtouren laufen.

Telenovela Angelika 1959 |

Telenovela O Sheik de Agadir 1966 |
Brasilianische Untersuchungen sprechen von der Telenovela als einer
"nationalen Katharsis". An sechs Tagen der Woche sitzt die Nation
vereint vor dem Fernseher und verfolgt etwa ein halbes Jahr lang die
Leiden und Hoffnungen der Protagonisten. Auch den entwurzelten,
weitverstreuten, vom Land in die Städte gezogenen Massen ohne
kulturelle Identität bietet das Fernsehen eine kleine
Anpassungshilfe an die neuen Bedingungen, sozusagen eine
Ersatz-Familie, eine Ersatz-Zugehörigkeit.
In der Zeit, wenn die Fortsetzungskapitel verschiedener Novelas
laufen, kann man sich mit Brasilianern nur schwer verabreden. Ob
Indianer am Amazonas, Slumbewohner in Rio, Mittelschicht-Hausfrau in
Ipanema oder Universitätsprofessor an der Medienfakultät, niemand
stellt sich ausserhalb der grossen TV-Gemeinde. Die Novelas werden
nach und nach produziert und richten sich dabei nach den jeweiligen
Publikumsreaktionen.
Das Konzept ist aufgegangen. "Novelas made in Brasil" sind bereits
Exportprodukte in über 70 Länder der Welt geworden. In Deutschland
am bekanntesten wurde die "Sklavin Isaura".
Seit
1997 zeigt Rede Globo täglich vier Telenovelas: um 17:00 Uhr,
18:00 Uhr, 19:00 Uhr und nach den nationalen Nachrichten die grosse
Telenovela, die auch als "Novela das oito - Acht-Uhr-Seifenoper"
bezeichnet wird.
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Telenovela Terra Nostra 1999 |
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