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"90% der Bevölkerung
verfügen über einen Fernseher. Somit gibt es mehr TVs als Kühlschränke
in Brasilien"
Die
Medienlandschaft Brasiliens ist in Händen einiger weniger Organisationen.
Die Firmen, denen die beiden grössten Fernsehstationen
gehören, "O Globo und Manchete" kontrollieren auch
einige der führenden Tageszeitungen und Zeitschriften des Landes.
O Globo, das viertgrösste private Fernsehunternehmen der Welt - nach
CBS, NBC und ABC in den USA, gehört einem einzigen Mann mit grossem
politischen Einfluss, dem Dollar-Milliardär Roberto Marinho. Der
Aufstieg des Medienmultis mit über 100 Gesellschaften begann 1962
mit staatlicher Finanzierung.
Seit dem Ende der Diktatur ist beim Film eine Renaissance zu
verzeichnen. Viele der in Brasilien produzierten Filme behandeln
Themen aus der Geschichte des Landes und sorgen für besondere
Einblicke, die man sonst nicht gewinnt. 1961 gab es noch die Regel
2:1, d.h. auf zwei ausländische Filme musste ein brasilianischer
Film gesendet werden, 15 Künstlergruppen produzierten noch relativ
niveauvolle Filme. Später gab es nur noch einen brasilianischen
Beitrag auf 56 amerikanische Produktionen. Doch bald waren es nicht
mehr die bekannten "Soap Operas" aus Hollywood, die das Publikum in
den Bann zogen. Die neuen Erfolgsrenner nannten sich "Telenovelas",
die immer zur gleichen Zeit ausgestrahlt werden und die Nation über
Monate in Bann halten können.
Das Programm des
brasilianischen Fernsehens orientiert sich am
nordamerikanischen Vorbild und bevorzugt Unterhaltungssendungen und
Spielfilme, die hohe Einschaltquoten und Werbeeinnahmen versprechen.
Fernsehgebühren werden nicht erhoben. Die Werbung ist übrigens
auffallend gut gemacht! Werbung wird auch für Luxusprodukte für
Leute auf den Bildschirm gebracht, die sich so etwas leisten können.
Die meisten brasilianischen Zuschauer können jedoch vom Kauf solcher
Dinge nur träumen.
Das Kabelfernsehen setzt sich auch in Brasilien immer weiter durch
und enthält die Programme von "ESPN" (ein Sender mit Übertragungen
von Sportveranstaltungen), "CNN" (Nachrichtensender), "RAI" (Radio
Televisione Italia) und MTV.
Ein wichtiges Medium ist auch die gedruckte Presse. Deren Niveau ist
verhältnismässig hoch, da sich die Presse an die oberen und mittleren
Schichten richtet. Zeitungen wie der "Estado de São Paulo", "Folha
de São Paulo" oder "Jornal do Brasil" sowie die politischen Magazine
"Veja" und "Istoé" brauchen den internationalen Vergleich nicht zu
scheuen. Daneben gibt es auch zahllose Zeitschriften, die der
Regenbogenpresse zugerechnet werden müssen. Brasilien hat natürlich
auch sein grosses Boulevardblatt, die berüchtigte Zeitung "O Povo na
Rua - Das Volk auf der Strasse", die schonungslos auf Sex und Crime
setzt.
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