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Die Malerei ist bestimmt
nicht eine der herausragenden Kunstgattungen Brasiliens. Es gibt wenige
aussergewöhnliche öffentliche Gemäldesammlungen und Kunstkenner bemängeln,
dass man in den meisten Galerien, wo eher der Geist von schicken Mode-Boutiquen
als der Odem der Kunst zuhause sei, vor allem ästhetische Spielereien,
ornamentalen oder modernistischen Schnickschnack zu sehen bekomme.
Demgegenüber zeichnet sich die angewandte Graphik, z.B. in der Werbung,
durch bemerkenswerte Kreativität aus. Das gleiche gilt für den Bereich
des Designs und der Karikatur.
Die ersten Maler der Kolonialzeit waren Missionare der Jesuiten und
Benediktiner, die ihre Kirchen religiösen Gegenstände im Stil des
europäischen Barocks bemalten. Die Niederländer hatten bei ihrer Invasion
im Norden auch einige wichtige Künstler wie z.B. Frans J.Post bei sich,
der die einheimische
Flora
und Fauna in ihrer tropischen Umgebung abbildete.
Die brasilianische Barockkunst fand ihren Höhepunkt im 18.Jh., als
der durch den Goldrausch entstandene Wohlstand es talentierten Künstlern
erlaubte, ihre volle Schaffenskraft zu entwickeln und viele wundervolle
Arbeiten zu fertigen. Der anerkannte Meister dieser Zeit ist der Bildhauer
und Architekt Antônio Francisco Lisboa, besser als Aleijandinho bekannt.
Im 19. und 20.Jh. folgten die brasilianischen Künstler den internationalen
Entwicklungen von Neoklassizismus, Romantik, Impressionismus, Naturalismus
und Moderne.
Beeindruckend ist die naive Kunst Brasiliens, farbenprächtige Werke
mit meist ländlichen oder mystisch-religiösen Motiven. Zu den bekanntesten
Malern gehören Chico da Silva mit seinen Fabelwesen in psychedelischen
Farben, der "poetische schwarze Maler" Heitor dos Prazeres,
Iracema Arditi mit Bildern über die paradiesische Vegetation Brasiliens.
Man findet aber auch immer wieder auf Folkloremärkten mitten im Sammelsurium
von Kitsch einfache, aber stimmige Bilder wahrhaft begabter und authentischer
Maler "aus dem
Volk".
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"Vista do Rio de Janeiro" Henri Nicolas Vinet - 1868 |

"Moenda" von Heitor dos Prazeres - 1951 |
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