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Sekundarschule

   
     

Anders als die Primarschulen sind die öffentlichen Sekundarschulen im Durchschnitt grösser als die privaten; sie kommen fast ausschliesslich in Gebieten vor, die amtlich als städtisch bezeichnet werden. In den privaten Schulen ist die Schüler-Lehrer-Relation günstiger als in den öffentlichen. Wie in vielen anderen Ländern war bis 1971 der Sekundarbereich in parallele Schulformen aufgeteilt gewesen. Dazu kam die weitere Differenzierung in zwei Schulstufen zu vier bzw. drei Jahren. Die allgemein bildenden und auf die Universität hinführenden Formen hatten stets etwa drei Viertel aller Sekundarschüler aufgenommen. Daneben gab es gewerbliche, landwirtschaftliche, kaufmännische und Lehrerbildende Schulen.

Die Schulformen beider Stufen, waren in hohem Masse schichtenspezifisch. Der Anteil der Schüler aus den oberen Sozialschichten war in den allgemein bildenden Schulformen der höchste. Die kaufmännischen Schulen hatten den niedrigsten Anteil von Schülern aus der oberen Schicht. Die eigentlich für die Unterschichten vorgesehenen gewerblichen Schulen dienten als Alternativen des Hochschulzugangs, vor allem zum Ingenieurstudium, der schwächeren Schüler aus den oberen Schichten. Durch die Reform von 1971 sollte die Schichtenspezifizität der Sekundarschule abgeschafft werden. Statt drei gab es fortan nur noch zwei Schulstufen, und an die Stelle der äusseren Differenzierung in Schulformen trat die innere Differenzierung nach Bildungsgängen, die eine Berufsorientierung erhalten sollten.

Die vierjährige untere Sekundarstufe wurde mit der vierjährigen Primarschule zur achtjährigen "Grundschule" vereinigt. In der Realität ist das nur dort durchführbar gewesen, wo derselbe Schulträger sowohl eine Grund- als auch eine Sekundarschule in räumlicher Nähe zueinander betrieb. So blieb es, zumindest in der Perspektive der Schüler und Eltern, bei der Teilung in Formen und Stufen. Eine Berufsvorbereitung gelingt nach wie vor nur in solchen Bildungsgängen, die den alten Schulformen "Kaufmännisch, Lehrerbildend, Gewerblich und Landwirtschaftlich, entsprechen. Der Hochschulzugang ist dagegen eher noch erschwert worden; kaum ein Absolvent der Sekundarschulen kann die Hochschulaufnahmeprüfung besten, ohne zuvor kommerzielle Vorbereitungskurse "Cursinhos" besucht zu haben, obwohl es 1982 den Schulen freigestellt wurde, die Professionalisierung wieder aufzuheben.

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