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Etwa eineinhalb
Millionen Brasilianer sind an Hochschulen eingeschrieben, zwei von
dreien an privaten Hochschulen. Die meisten Hochschuleinrichtungen
sind private, aber die öffentlichen Hochschulen sind nach Zahl der
Lehrkräfte und Zahl der Studenten im Durchschnitt deutlich grösser.
Die Betreuungsrelation Lehrkraft/Student ist an öffentlichen doppelt
so günstig wie an privaten. Auch an den Hochschulen gibt es keine
einheitlichen Beschäftigungsverhältnisse. Die öffentlichen Universitäten
kennen nicht nur, wie anderswo, verschiedene Gehaltsstufen für die
Hochschullehrer, sie erlauben darüber hinaus vielfältige Formen
zwischen stundenweiser und Voll-Beschäftigung. In den privaten Universitäten
überwiegen die Stundenkräfte. Dozenten nicht voll zu beschäftigen,
muss nicht unbedingt einen Nachteil darstellen; Brasilien hat im
Gegenteil mit der Verpflichtung von erfolgreichen Ärzten, Ingenieuren,
Juristen und anderen Praktikern als Professoren eine gewisse Praxisorientierung
der Hochschulausbildung erreicht.
Im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen Ländern hat Brasilien
in den letzten Jahrzehnten ganz ausserordentlich grosse Anstrengungen
unternommen, das Personal der Universitäten gerade auch im Ausland
zu qualifizieren. Das Land hat den "Brain Drain" vieler
Brasilianer in Kauf genommen, um im Saldo eine nachhaltige Verbesserung
der Qualifikation der Hochschullehrer zu erreichen. Diese Massnahme
wurde verbunden mit der systematischen Einführen der "Pós-Graduação"
nach dem Modell der US-amerikanischen Graduate School. Die Qualität
der Postgraduierungsstudiengänge wird von unabhängigen Kommissionen
laufend überprüft, und von ihrem Urteil hängt es ab, ob die Lehrkräfte
Forschungsmittel und Gehaltszuschüsse und die Studenten Stipendien
erhalten.
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