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Brasilien verfügt
über mehr als 200.000 Schulen der Ersten Stufe - 1.-8.Schuljahr
- mit mehr als einer Million Grundschullehrern, die mit unterschiedlicher
und der Grössenordnung nach nicht nachweisbarer Wochenstundenzahl
unterrichten.
Die öffentlichen Primarschulen sind im Durchschnitt kleiner, da
Private in den dünner besiedelten Landgebieten sehr selten Schulen
unterhalten. Die zahlreichen ländlichen Ein-Lehrer- und Ein-Raum-Schulen
können wegen der schlechten Verkehrsverhältnisse nicht durch Mittelpunktschulen
ersetzt werden. Die Lehrerschaft, fast ausschliesslich weiblichen
Geschlechts, ist zum grossen Teil für diesen Beruf nicht ausreichend
vorbereitet und wird schlecht bezahlt - besonders im Nordosten.
In früheren Verfassungen war die Schulpflicht nach Beginn und Länge
definiert - acht Jahre, zwischen dem 7. und 14.Lebensjahr - so erkennt
die Verfassung von 1988 explizit an, dass eine Altersentsprechende
Einschulung genauso unmöglich ist wie die Durchsetzbarkeit von Verfassungsbestimmungen.
Es wird nunmehr bestimmt, dass die Teilnahme am "Ensino Fundamental"
obligatorisch sei, und kostenlos auch für diejenigen, die das entsprechende
Alter schon überschritten haben. Die Erfüllung der Schulpflicht
ist statistisch gesehen auf dem Lande nur um ein Drittel geringer
als in der Stadt. Wie gering sie tatsächlich ist, ergibt sich aus
detaillierteren Untersuchungen, die zeigen, dass die Kinder in zwei
Dritteln der Landarbeiterfamilien und von 40% der Pächterfamilien
vom Schulbesuch ausgeschlossen sind. 92% der in der Landwirtschaft
Tätigen haben keine Schulbildung erhalten oder besuchten die Schule
weniger als vier Jahre.
In Brasilien geben viele Kinder die Schule frühzeitig auf,
insbesondere Kinder aus ärmeren Familien. Nur ca. 85% der 10- bis
14jährigen Kinder aus ärmeren Familien besuchten Ende der neunziger
Jahre die Schule. Mit 47% ist die Wiederholungsquote im
internationalen Vergleich sehr hoch.
Schliesslich ist zu betonen, dass auch die öffentliche Schule nicht
kostenlos ist, obwohl kein Schulgeld erhoben wird. Zu den Kosten
gehören kleine Einschreibgebühren, Beiträge zum Schulverein, Kosten
für Lehrmittel, Schuluniform, aber auch Schuhe oder Regenschirme,
die sonst nicht hätten angeschafft werden müssen und durchaus als
Belastung empfunden werden.
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