Luftverkehr
Brasilien verfügt über ein dichtes Streckennetz. Ausser
den grossen internationalen Fluggesellschaften, VARIG und TAM,
operieren zahlreiche regionale Carrier, die alle wichtigen Städte
und Regionen durch regelmässige Liniendienste verbinden. Der
technische Standard des eingesetzten Fluggerätes ist durchweg hoch,
die Flotte unterliegt einer konstanten Erneuerung.
Die wichtigsten internationalen Verkehrsflughäfen des Landes
sind:
São Paulo/Guarulhos (GRU); Rio de Janeiro (GIG); Campinas/Viracopos
(VCP); Belo Horizonte (BHZ); Porto Alegre (POA); Curitiba (CWB);
Brasília (BSB); Salvador (SSA); Recife (REC); Manaus (MAO);
Fortaleza (FOR).
Der weitaus grösste Teil der Luftfrachtimporte nach Brasilien wird
über die inzwischen teilweise überlasteten Flughäfen Guarulhos und
Galeão abgewickelt. Entlastung dürfte der Ausbau des
Luftfracht-Sektors am Flughafen Viracopos in Campinas schaffen. Aber
auch ausserhalb der Achse São Paulo - Rio de Janeiro werden
Flughafenerweiterungen mit Hochdruck vorangetrieben, so z.B. in
Curitiba und Porto Alegre.
Binnenschiffahrt:
Obwohl Brasilien mit dem Amazonas, São Francisco und Tietê/Paraná
über schiffbare Stromsysteme verfügt, die zu den grössten der Welt
zählen, wird nur rund 3% der Gütertransporte über die
Binnenwasserstrassen abgewickelt.
Seeschifffahrt/Küstenschiffahrt:
Neben dem grössten Seehafen Südamerikas, Santos, sind die Häfen von
Rio Grande, Itajaí, São Francisco do Sul, Paranaguá, São Sebastião,
Rio de Janeiro, Vitória, Salvador, Recife (Suape), Fortaleza, Belém
und Manaus zu nennen. Die Privatisierung der Seehäfen wird seit
Mitte des Jahres 1996 erfolgreich vorangetrieben.
Die Küstenschiffahrt spielt nur eine untergeordnete Rolle bei
Binnentransporten.
Da Brasilien keine Freihäfen betreibt, ist zollfreie Lagerung bzw.
Umschlag von Waren im Hafengebiet selbst nicht möglich =>
Zollager. Die bislang einzige Freihandelszone ist die
Zona Franca de Manaus.
LKW-Verkehr:
Diese Transportmodalität steht mit Abstand an der Spitze der
Inlandtransporte. Auf den brasilianischen Strassen rollen mehr als
1,5 Mio. LKWs. Sie bewegen etwa zwei Drittel aller zu
transportierenden Güter. Ein Netz von geteerten Strassen und einigen
wenigen Autobahnen ist nur im Süden und Südosten des Landes
vorhanden. In den entlegeneren Gebieten des Westens und Nordens wird
der Strassentransport fast nur auf Staub- und Schotterstrassen
abgewickelt.
Der Zustand der Strassen führt zu einem starken Verschleiss der
Fahrzeuge, der sich in hohen LKW-Frachtraten niederschlägt. Nicht
selten liegen die Vor- und Nachlaufkosten über denen des
Seetransportes. Der Strassentransport ist jedoch effizient, schnell
und relativ sicher. Die maximale Zuladung für normale LKWs ist auf
25.000 kg Brutto beschränkt.
Eisenbahnverkehr:
Während der letzten Jahrzehnte ist die Eisenbahn stark
vernachlässigt worden. Ein Streckennetz in diesem Sinne gibt es
nicht. Die bestehenden Trassen führen von der Küste ins Inland und
sind bis auf wenige Ausnahmen nicht miteinander verbunden, was z.T.
auch technisch nicht möglich wäre, da verschiedene Spurweiten
benutzt werden. Elektrifizierte Strecken sind selten. Die
Diesellokomotiven, Waggons, sowie die Gleise selbst befinden sich in
kritischem Zustand. Die Laufzeiten sind u.a. wegen bürokratischer
Hemmnisse recht lang.
Mit dem Verkauf der Eisenbahnen des Bundesstaates São Paulo, FEPASA,
an private Betreiber wurde jedoch 1996 die Modernisierung begonnen.
Andere, ebenfalls staatliche Eisenbahnen sind inzwischen ebenfalls
privatisiert worden und im Jahre 2000 konnten bereits über 30% des
Güterverkehrs auf der Schiene abgewickelt werden.
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