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Stromsektor

   
     
Im Geheimen bereitet die Regierung ein neues Atomenergieprogramm vor, welches 7 Atomkraftwerke vorsieht, einschliesslich der Fertigstellung von Angra III. Hintergrund ist der Wunsch Brasiliens, in den UNO - Sicherheitsrat als ständiges Mitglied einzuziehen. Dafür meint man, sei das aussenpolitische Gewicht, was Brasilien als Betreiber von Atomkraftwerken gewönne, gut zu gebrauchen. Die Grünen in der deutschen Regierung teilen diese Auffassung offensichtlich, was Deutschland angeht, nicht.

Das Problem in Brasilien ist der Streit zwischen der Bergbau- und Energieministerin Dilma Rousseff und dem Innenminister José Dirceu um Angra III. Wenn das Innenministerium die Oberhand gewinnt, wird es neue Atomkraftwerke geben, mindestens ANGRA III (1.300 MW) und ein 100 MW - Atomkraftwerk im Nordosten Brasiliens, vielleicht aber sogar Angra III, zwei weitere gleichgrosse und vier weitere Atomkraftwerke mit je 300 MW, alle ausser Angra (bei Rio) im Nordosten. In diesem letzterem Fall würden 14 Mrd. US$ Investitionen nötig sein für eine Totalkapazität von 4.100 MW, einem Drittel der Kapazität des Wasserkraftwerkes Itaipú.
Mit diesem Atomprogramm strebt Brasilien auch eine grössere Unabhängigkeit vom Ausland in der Nuklearmedizin und in der Nukleartechnik für die Landwirtschaft an. Die kleineren Reaktoren für die Kraftwerke sollen bereits im Lande entwickelt werden - hoffentlich nicht wie das berühmte Atomunterseeboot Brasiliens, welches bis heute noch nie auf Tauchfahrt gegangen ist.

Zu Angra III sollte man wissen, dass bereits 750 Mio. US$ für dieses 20 Jahre alte Projekt ausgegeben worden sind. Ende Mai hat die Associação Brasileira para o Desenvolvimento das Atividades Técnicas e Industriais na Área Nuclear, kurz ABDAN, eine Studie fertiggestellt, mit der die Ablehnung des Projektes durch das zitierte Ministerium bekämpft werden soll. Danach liegen die Energieerzeugungskosten von Angra III bei 140,91 R$/MWh, 40 R$ niedriger als der vom Ministerium errechnete Wert. Das Ministerium rechnet auch mit 8,5 jahren Bauzeit, der Betreiber Eletronuclear nur mit 6,5


Copyright © Karlheinz K. Naumann - Eurolatina International - 05/2005
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