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Werften
in Rio de Janeiro beginnen mit guten Aussichten
Nach wirtschaftlich schwierigen Zeiten in den neunziger Jahren
zeichnet sich für die brasilianische Schiffbauindustrie im
Bundesstaat Rio de Janeiro ein viel versprechender Aufschwung ab.
Die Auftragslage ist freundlich: Das neue Jahr begann mit Ordern im
Gesamtwert von 1 Milliarde US-Dollar. Drei führende internationale
Unternehmen - Jurong und Keppel Pels aus Singapur und Acker aus
Norwegen - haben brasilianische Werften gekauft oder geleast. Das
wachsende Interesse erklärt sich aus der verbesserten Auftragslage,
vor allem durch die steigende Nachfrage der Ölindustrie in den nahe
gelegenen Häfen Campos und Santos.
Wie der Geschäftsführer des Bereichs Schiffahrt, Häfen und
Wasserwege der brasilianischen Entwicklungsbank BNDES, Miguel Pedro
da Cunha, darlegte, beginne für die Schiffbauindustrie Rio de
Janeiros - die in den 70er Jahren annähernd 40.000 Arbeiter
beschäftigte, heute sind es nur noch 4.000 - eine neue Phase. Man
gehe von einem starken Wachstum in den nächsten Jahren aus.
Gezielte Massnahmen trugen entscheidend zu dieser Trendwende bei. So
wurden die Laufzeiten der Kredite des Fonds der brasilianischen
Handelsmarine "Fundo da Marinha Mercante - FMM" von 12 auf 20 Jahre
verlängert, der Zinssatz sank von 6 auf 4% und der Anteil der
Fremdmittel darf nun 90% des Auftragswerte betragen. Zuvor mussten
25% der Mittel von den Werften selbst aufgebracht werden.
Gelder, die der FMM bis zum Ende des Haushaltsjahres nicht
eingesetzt hat, fliessen nicht mehr ans Schatzamt zurück, sondern
können im nächsten Jahr vergeben werden. Ausserdem sind die Werften
für vier Jahre von der Mehrwertsteuer "Imposto de Circulação de
Mercadorias e Serviços - ICMS" befreit.
Diese Anzeige sowie die steigende Nachfrage der brasilianischen
Erdölindustrie machen die brasilianische Werftindustrie zunehmend
für ausländische Investoren attraktiv. Der staatliche Ölkonzern
Petrobras plant jährliche Investitionen in Höhe von 5 Milliarden
US-Dollar für die Modernisierung und den Ausbau seiner Schiffsflotte
sowie den Kauf von Bohrplattformen. Rund 40% der Aufträge von
Petrobras im Wert von rund 2 Milliarden US-Dollar sollten an in
Brasilien ansässige Werften gehen.
Jurong pachtete die Schiffswerft Mauá in Niterói und erwarb in
diesem Jahr 80% der Aktien des Schiffbauern Estaleiro Ilha SA "Eisa"
auf der Ilha do Governador, beide im Bundesstaat Rio de Janeiro
gelegen. Eisa konnte bereits Aufträge im Wert von 559 Millionen
US-Dollar verzeichnen. Nach der Übernahme von Eisa durch Jurong -
das Volumen der Transaktion wurde nicht veröffentlicht - wird die
BNDES möglicherweise einen Kredit über 244 US-Dollar für die Eisa
bewilligen. Die Werft kann dann mit dem Bau von vier Öltankern
beginnen, die von Transpetro, der Transport- und Logistiktochter der
Petrobras, in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres bestellt
worden sind. Dabei handelt es sich um zwei Suezmax-Tanker, die durch
den Suezkanal fahren können, und um zwei Panamex-Tanker, die für die
Passage durch den Panamakanal geeignet sind.
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