Liegenschaften in städtischen
Gebieten, wie Grundstücke, Fabrikgelände, Apartments und Häuser, können ohne
Beschränkungen von Personen erworben werden, die nicht in Brasilien wohnhaft
sind.
Beschränkungen bestehen jedoch für Liegenschaften in landwirtschaftlichen
Gebieten, unabhängig davon, ob diese für Freizeitzwecke oder die Erzeugung
von landwirtschaftlichen Produkten genutzt werden. Der Erwerb dieser
Liegenschaften ist Ausländern ohne Wohnsitz in Brasilien generell untersagt.
Ausländer mit Wohnsitz in Brasilien können derartiges Eigentum nur unter
folgenden Voraussetzungen erwerben:
- Gebiete mit einer Fläche bis zu drei Parzellen unterliegen keinerlei
Beschränkungen
- Gebiete mit einer Fläche von drei bis 50 Parzellen können nur mit
Genehmigung der zuständigen Behörde (je nach Art der beabsichtigten
Nutzung) erworben werden
- Der Erwerb von Flächen über 50 Parzellen bedarf der Genehmigung der
Regierung.
Die Grösse einer Parzelle ist je nach Region und Nutzungsart
unterschiedlich. Sie wird von der Landwirtschaftsbehörde INCRA (Instituto
Nacional de Colonização e Reforma Agrária) festgelegt. Bei der Bestimmung
der Grösse spielt es keine Rolle, ob die Flächen zusammenhängen oder nicht.
Brasilianische Firmen, an denen Ausländer eine Mehrheitsbeteiligung halten
halten, die nicht in Brasilien wohnhaft oder ansässig sind, können nach
Genehmigung der zuständigen Behörde Liegenschaften nur in solchen
landwirtschaftlichen Gebieten erwerben, die für landwirtschaftliche oder
industrielle Projekte bzw. Viehzucht bestimmt sind.
In Grenzgebieten und denen, die als Gebiete nationaler Sicherheit betrachtet
werden, ist generell eine Genehmigung für den Erwerb von Liegenschaften
erforderlich, und zwar unabhängig von ihrer Grösse. Generell ist darauf
hinzuweisen, dass der Immobilienerwerb in Brasilien mit nicht zu
unterschätzenden rechtlichen Risiken behaftet ist, die vor allem aus der
Tatsache resultieren, dass die Aussagekraft des Grundbuchs (regístro de
imóveis) nur eingeschränkt ist. Die Einschaltung eines lokalen Rechtsanwalts
ist daher dringend zu empfehlen.
Auszug aus dem Buch: "So geht´s: Einstieg in Brasilien" -
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