|
"Die Notwendigkeit
von Modernisierung und Exportsteigerung wird für das Wachstum des
Sektors in den nächsten Jahren entscheidend"
Laut den Lieferanten von Anlagen und Software für die
Automatisierung gehören zu den in dieser Hinsicht modernsten
Branchen in Brasilien die Automobilindustrie, die Eisen- und
Stahlindustrie, Papier- und Zellulose, die Petrochemie, die
Pharmaindustrie und die Nahrungsmittelbranche. Die brasilianische
Automobilindustrie wird weltweit immer wieder als Beispiel für die
Automatisierung angeführt. "Die neuen und die modernisierten Werke,
wie z.B. das Werk von Volkswagen in São Bernardo do Campo (im
Grossraum São Paulo) haben einen ähnlichen Automatisierungsgrad wie
die Stammhäuser erreicht", so Mauro Zilbovicius, Dozent im
Fachbereich Produktionstechnik an der Technischen Hochschule der
Universität São Paulo - USP -.
Das Motorenwerk von Volkswagen in São Carlos - im Bundesstaat São
Paulo -, das im Oktober 1996 in Betrieb genommen wurde, ist das
weltweit modernste Motorenwerk der VW-Gruppe. Seit Inbetriebnahme
sind bereits über R$ 300 Mio. investiert worden, und es werden
beständig Verbesserungen durchgeführt. Während das Werk in São
Carlos zu 28% automatisiert ist, sind es in den fünf anderen
Motorenwerke von Volkswagen in anderen Ländern - einschliesslich der
beiden in Deutschland - nur 10%, berechnet Douglas Agostinho,
Supervisor für Technik und Wartung in São Carlos. "Wir sind das
einzige Motorenwerk von VW, das mit Robotern arbeitet, neben den
automatischen Maschinen, die auch in allen anderen Werken zum
Einsatz kommen. Allein in der Linie EA 111, die den Motor für den
Golf 1.6 und die Motoren 1.0 für den Gol und den Parati herstellt,
sind es sieben Roboter, die für Abläufe zuständig sind, die hohe
physische Kraft und Präzision verlangen.
Das Motorenwerk in São Carlos wird von Computern überwacht, wodurch
Montageprobleme sofort identifiziert werden können. Die Motoren
werden in Einzelpaletten transportiert; der Arbeiter bleibt an
seinem Platz. Wenn er seine Aufgabe beendet hat, gibt er die Palette
frei für den nächsten Arbeiter. Jede Palette hat ein System zur
Datenspeicherung, das mit dem Zentralcomputer der Montagelinie
synchronisiert ist. Dabei speichert das System an jedem Arbeitsplatz
die am Motor vorgenommenen Änderungen. Falls Probleme auftauchen,
wird der Fehler vom Computer identifiziert, wodurch die Korrektur
leichter wird und Fehler bei anderen Motoren verhindert werden.
Soziale Vorteile
Agostinho sieht viele Vorteile in der Automatisierung. Für am
wichtigsten aber hält er die sozialen Vorteile und die
Qualitätsverbesserungen. Dank einem Roboter, der seit Mitte letzten
Jahres die Motorölpumpen einsetzt, geht bei diesem Vorgang kein
Motor mehr kaputt. Als dies noch manuell gemacht wurde, waren es
zwei von tausend Motoren.
Was die sozialen Vorteile angeht, beschreibt Agostinho, dass die
Angestellten absolut ergonomisch arbeiten und alles daraufhin
abgestimmt wurde, grosse körperliche Anstrengungen zu vermeiden.
Wenn z.B. die Montagelinie nicht automatisiert wäre, müssten die
Arbeiter pro Schicht 500 bis 600 Motorblöcke zu ja 40kg tragen.
Indem solche Situationen vermieden werden, ist es dem Werk gelungen,
die Fehlquote auf eine beneidenswerte Zahl zu senken. Während die
Quote in den anderen Motorenwerken der VW-Gruppe wegen Unfällen oder
Erschöpfung zwischen 3,5% und 4% liegt, sind es in São Carlos 1,9%
bis 2,0%.
Auszug aus: "Brasil - Alemanha" ANO 10 N°2" - Sônia
Salgueiro
Copyright © AHK-São
Paulo - Câmara de Comércio e Indústria Brasil-Alemanha 2002
|
|


 |