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Geschichte des Bundesstaates Rondônia

   
     

Der Nordteil Rondônias wurde 1650 bei der Erkundung des Rio Madeira von Portugiesen eingenommen und dann im Zuge des Kautschukbooms im 19.Jh. von Weissen besiedelt. Mit Bolivien und Peru kam es immer wieder zu Grenzstreitigkeiten, bis man 1903 einen Vertrag schloss, der Brasilien die begehrten Landstriche zusprach. Die Bolivianer gaben das Gebiet, welches heute das Territorium von Acre ist, gegen Zahlung von zwei Million englischer Pfund und den Bau einer Eisenbahnlinie am Oberlauf des Madeira ab. Dadurch erhielt Bolivien, ein Land ohne Küsten, über den Rio Amazonas Zugang zum Weltmarkt für Gummi.

Da die Eisenbahn nicht so weit fuhr, wie vorgesehen und die Gummipreise auf dem Weltmarkt in der Zwischenzeit gefallen waren, war die Strecke "Madeira-Mamoré" praktisch nutzlos geworden. Immerhin entstanden die Orte Guajará-Mirim und Porto Velho an beiden Enden der Strecke, die sporadisch befahren wurde, bis man sie 1972 offiziell stillgelegt hat.

Im Jahre 1943 gründete Getúlio Vargas das Territorium Guaporé aus Teilen von Amazonas und Mato Grosso. Im Jahre 1981 wurde daraus der Bundesstaat Rondônia, und zwar zu Ehren von Marechal Cândido Mariano da Silva Rondon, einem Soldaten, der viel für die Region leistete. Rondon war eine legendäre Figur, verehrt von den Indianern, denen er in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts half, das Land urbar zu machen. Er trug dazu bei, Cuiabá, Porto Velho und Rio Branco per Telegraphen mit dem Rest Brasiliens verbunden wurden.

In den letzten Jahren zogen verbesserte Strassen und ein Goldrausch die "Nordestinos" aus den von Dürren geplagten Gebieten und Indianer aus den Urwäldern in die Städte. Die Bevölkerung von Rondônia hat sich durch Zuwanderungswellen von armen, aber hoffnungsvollen Leuten in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts glatt verzehnfacht. In der gleichen Zeit sind aber auch 25% der Wälder des Bundesstaates abgeholzt worden.

Heute stellen Zinnerz und die Holzwirtschaft die wichtigsten Einkommensquellen von Rondônia dar, aber es wurden in dem Gebiet immer wieder auch noch andere Bodenschätze gefunden wie Gold, Eisenerz, Mangan und Edelsteine. In Porto Velho befinden sich auch heute noch Goldgeschäfte, die fast alle, bis auf die altmodischen Goldwaagen in Glaskästen, leer sind. Viel Gold haben die Schürfer in der letzten Zeit nicht mehr gesehen, aber sie arbeiten noch immer in Goldminen. Die Stadt befindet sich derzeit in den letzten Atemzügen eines Goldrausches.

 

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