° Email-Kontakt       ° Phone: +49-38483-291974       ° Fax: +49-38483-291975



  
 STARTSEITE

 
   REISEPROGRAMME 

    REISEPORTAL


 
   FLÜGE NACH BRASILIEN

   HOTELS & POUSADAS

 
   BRASIL DELUXE

 
  MIETWAGEN

 
  MIETWAGENTOUREN

 
  INCENTIVE & EVENTS

 
  SEHENSWERTES

 
   KARNEVAL

 
  REISETIPPS & INFOS

 
  REISEVERSICHERUNGEN

____________________________



 
   GESCHICHTE

 
 
 BEVÖLKERUNG

 
  BILDUNG, KULTUR & KUNST

 
 
 KULINARISCHES

 
  
WIRTSCHAFT

 
 
 INDUSTRIE & HANDEL

 
   BUSINESS-SERVICE

____________________________

    BILDBÄNDE

 
  
GUIAS & KARTEN

 
  
BÜCHER

 
 
 UNSER SERVICE

 
 
 KONTAKT

 
 
 DATENSCHUTZ

 
 
 ANBIETERKENNZEICHEN

Geschichte des Bundesstaates Rio de Janeiro

   
     

Von 1502 bis 1889
Die Karavelle segelte im Südwestwind in die vermeintliche Mündung eines Flusses hinein. Vom Deck aus hatten der Kapitän und der Steuermann backbord schon zwei Hügel gesichtet: Der niedrigere der beiden erinnerte sie an ein Hundegesicht, während der höhere ein gewaltiger Felsen war, der Jahrhunderte später als Zuckerhut berühmt werden sollte. Stunden später öffnete der Kapitän in seiner Kajüte das Bordbuch, um seine Eindrücke des Tages niederzuschreiben: "Am 1.Januar 1502 fuhr die portugiesische Schiffsexpedition zur Erkundung der brasilianischen Küste unter meinem Kommando in die Mündung eines grossen Flusses ein. Dem Monat zu Ehren benannte ich diesen Ort Rio de Janeiro, den Januarfluss, besteht doch kein Zweifel daran, dass er zu gross ist, als dass es sich um eine Bucht handeln könnte".
Spätere Expeditionen mussten jedoch feststellen, dass es doch eine Bucht war, die die Indios des dortigen Tamoyo-Stammes die "Guanabara-Bucht" nannten. Als am Ufer eines der Meeresarme - ganz in der Nähe des heutigen Zentrums von Rio - das erste Haus gebaut wurde, nannten die Tamoyo-Indios es gleich "Carioca" oder "das Haus des weissen Mannes". Der Name blieb, und der Fluss in der Nähe des Hauses wurde zum Rio Carioca. Ähnlich war es mit allen anderen Orten in Rio. Schliesslich bezeichneten sich sogar die portugiesischen Siedler selbst als Carioca. Heute nennt man jeden so, der in der Stadt Rio de Janeiro geboren wurde oder - im weiteren Sinne - wer hier lebt und sich die für einen echten Carioca so typische Lebensweise zu eigen gemacht hat: eine lebensfrohe, witzige und freundliche Lebensweise.
 

Bucht von Rio und die Stadt São Sebastião - Karte aus dem 16.Jh.
Bucht von Rio und die Stadt São Sebastião - Karte aus dem 16.Jh.

Aquädukt in der Rua Mata Cavalos - LapaBögen
Aquädukt in der Rua Mata Cavalos - LapaBögen

Die Expedition zur Erkundung der Küste hatte in der Gegend keine Edelmetalle entdeckt, und da Lissabon immer mehr mit der Osterweiterung seines Reiches zu tun hatte, bestand bald kein Interesse mehr an der brasilianischen Küste. Portugals Feinde, besonders Frankreich, zogen rasch Vorteil aus der Nachlässigkeit. In französischen Häfen wurden Korsaren für Expeditionen angeheuert, die mit den Indios Handel treiben sollten, vor allem mit dem kostbaren roten Holz, das als "Brasilholz - Pau-brasil" bekannt war, und um entlang der Küste, besonders aber in Rio selbst, Siedlungen anzulegen. So hatten die Franzosen denn bereits um 1550 mehrere Inseln in der Guanabara-Bucht in Besitz genommen - ihre Siedlungen sollten später als "Französisch-Antarktis" bezeichnet werden. Diese Unternehmung stand unter dem Kommando des Draufgängers und Abenteurers Nicholas de Villegaignon, der mit dem Versprechen, die Kolonie würde zu einem sicheren Zufluchtsort für Hugenotten und andere Protestanten werden, sogar die Unterstützung Johannes Calvins hatte gewinnen können. Aber Villegaignon hielt der Herausforderung nicht stand. Als Siedler war er nicht sehr geschickt, und sein Versprechen, für religiöse Toleranz zu sorgen, brach er bald.
Als diese Nachricht Europa erreichte, verlor er die Unterstützung der Kirche, wodurch eine stärkere Einwanderung französischer und schweizer Siedler nach Rio verhindert wurde. Zu dieser Zeit wurde sich die portugiesische Krone der französischen Gefahr bewusst. Der König, Dom João, stellte die Kolonie unter eine stärkere königliche Kontrolle, indem er einen Generalgouverneur ernannte. Ein umfangreiches Kontingent von Soldaten unter Führung des Generalgouverneurs persönlich wurde nach Rio gesandt. Der Befehl lautete, den Hafen zu blockieren und die französischen Eindringlinge zum Aufgeben zu zwingen. Danach sollte die Stadt São Sebastião do Rio de Janeiro gegründet werden. Die Portugiesen schlugen die Franzosen, unterschätzten jedoch deren Fähigkeit, ihre scheinbare Niederlage in einen strategischen Rückzug zu verwandeln. Bald hatten die Franzosen ihre Positionen zurückerobert und zwei Festungen errichtet: eine auf der grössten Insel in der Guanabara-Bucht, der heutigen Ilha do Governador, dort, wo der Internationale Flughafen von Rio liegt. Die Lage der anderen Festung hatten die Franzosen sorgfältig gewählt: Sie durchstreiften das Küstengebirge, das die Südzone von Rio mit Copacabana und Ipanema vom Zentrum und der Nordzone trennt und entschieden sich für einen Hügel, der einen wunderbaren Blick auf die Bucht und die Küstenlandschaft, einschliesslich der Gegend des heutigen Flamengo-Parks, bot. Jahrhunderte später wurde dort eine Kirche gebaut, die Igreja Nossa Senhora da Glória do Outeiro. Die Portugiesen ihrerseits ersannen daraufhin einen Plan, der den Franzosen ein für allemal eine Niederlage bereiten sollte: Sie würden in Lissabon Verstärkung anfordern und in der Zwischenzeit eine Festung errichten, von der auf sie die Bucht und die französischen Stellungen überwachen könnten. Dafür wählten sie ein Stück Küste zwischen dem Zuckerhut dem Morro Cara de Cão, dem Hügel mit dem Hundegesicht. Die Aufgabe, dieses Gebiet zu schützen, wurde dem Neffen des Generalgouverneurs, Hauptmann Estácio de Sá, übertragen. Am 1.März 1565 legte er dem König von Portugal, Dom Sebastião, zu Ehren den Grundstein für die Stadt São Sebastião do Rio de Janeiro.

Als die portugiesische Truppenverstärkung endlich eintraf, wurde der Angriff auf die Franzosen für den 20.Januar 1567, den Tag des Heiligen Sebastian, angesetzt. Hauptmann Estácio führte die Bodentruppen, die die Franzosen auf dem Gloria-Hügel angriffen, während der Generalgouverneur selbst die Seetruppen gegen die Festung auf der Ilha do Governador führen wollte. So konnten die Franzosen vertrieben werden. Hauptmann Estácio kam jedoch im dem harten Gefecht ums Leben. Nachdem es gelungen war, das Gebiet zu sichern und den Grossteil der Tamoyo-Indios zu unterwerfen, die die Franzosen unterstützt hatten, beschloss der Generalgouverneur, die Stadt an einen sichereren Ort etwas mehr im Landesinneren zu verlegen, würde sie doch am Fusse des Zuckerhuts weiterhin den Gefahren eines Angriffs von See ausgesetzt bleiben. Der neue Ort war ein Hügel etwa 4km weiter landeinwärts, genau gegenüber der Insel, auf der Villegaignon eine kleine Festung angelegt hatte, und nur 2km vom heutigen Inlandsflughafen von Rio, dem Flughafen Santos Dumont, entfernt. Dort wurde eine Burg errichtet, weshalb der Hügel den Nahmen Morro do Castelo - Burghügel - erhielt. Von dieser Stelle aus sollte die Stadt Rio wachsen, und obwohl der Hügel Jahrhunderte später eingeebnet wurde, um Platz für die weitere Ausdehnung der Stadt zu schaffen, trägt dieser Teil des Zentrums von Rio bis heute seinen ursprünglichen Namen: Castelo. Mit der Zeit erhielt der Morro do Castelo das Aussehen einer mittelalterlichen Zitadelle mit ihren gleichmässigen Formen. Die ersten Bauten waren Häuser für örtliche Würdenträger, eine Kirche, eine Festung und eine Schule der Jesuiten-Mönche. Den Hügel erreichte man über drei steile Strassen. Eine von ihnen, die Rua Direita, die Rechte Strasse, sollte später im kolonialen Rio zu einer Hauptstrasse werden. Sie schlängelte sich den Hügel hinunter und endete auf einem Stück Land, wo sich der erste öffentliche Platz von Rio, die Praça 15 de Novembro, befand. In dem Masse, wie die Stadt sich auf die benachbarten Hügel ausdehnte, wurden das Uferdickicht und die Sümpfe ringsumher urbar gemacht, und die Behörden förderten die Gründung von Siedlungen in diesen Gebieten.

Inzwischen hatte die portugiesische Krone den Siedlern, Sesmarias, riesige Stücke Land zugewiesen, um den Anbau von Zuckerrohr und den Bau von Zuckermühlen, den Engenhos, zu fördern. Die ganze Kolonialzeit über brachte das Zuckerrohr der portugiesischen Krone unvergleichlich mehr Einnahmen als das Gold. Der Grossteil dieser Flächen lag auf den fruchtbaren Böden in der Nord- und der Westzone von Rio. Viele Stadtteile der Nordzone tragen bis auf den heutigen Tag den Namen des ursprünglichen Engenhos, darunter Engenho de Dentro und Engehnho Novo. Diese Pflanzungen nutzten die Sklavenarbeit von Indios und Afrikanern und wurden so zu einer der wichtigsten Quellen der afrobrasilianischen Kultur. Rios Ausdehnung in die Südzone begann mit dem Bau von Strassen und Wegen entlang der Guanabara-Bucht und der Buchten von Glória, Flamengo und Botafogo, in einer Gegend also, die damals Quinta São Clemente genannt wurde. Von dort aus führte der São-Clemente-Pfad bis zum Fluss des Corcovado-Hügels, auf dem später die Christus-Statue errichtet werden sollte. Dort bog der sandige Weg nach links ab, führte um einen riesigen See, die heutige Lagoa Rodrigo de Freitas, und erstreckte sich dann entlang der zweiten Meeresbucht von Rio, der Bucht von Ipanema. Dieser Stadtteil sollte Jahrhunderte später als Geburtsort der Bossa-Nova-Musik und des berühmten Liedes "Garota de Ipanema - Mädchen von Ipanema" von Tom Jobim und Vinicius de Morais Weltruf erlangen.

Entwicklung

Der Beginn des 18.Jh. war durch zwei Versuche der Franzosen gekennzeichnet, die Stadt anzugreifen und zu plündern. Doch diesmal waren die Portugiesen wachsam und schlugen die Eindringlinge zurück. Rio hatte zu diesem Zeitpunkt wieder die Aufmerksamkeit der portugiesischen Krone auf sich gezogen, waren doch im benachbarten Bundesstaat Minas Gerais, der nicht an der Atlantikküste, sondern im Landesinneren liegt, Goldvorkommen entdeckt worden. Da der Hafen von Rio der nächstgelegene war, wurde die Stadt also erneut zum Anlaufpunkt für Expeditionen. Rio um 1750Um das Jahr 1750 herum war ein Grossteil der Infrastruktur völlig oder beinahe fertiggestellt. Der Zuckerhandel war die Triebkraft, die die Ausdehnung der Stadt landeinwärts, nach Norden, Westen und Süden hin, beschleunigte. So wurden Strassen gepflastert oder neu gebaut und Befestigungsanlagen verbessert, und ein neu angelegter Kanal brachte von nun an das kristallklare Wasser vom Rio Carioca zu einem öffentlichen Springbrunnen auf der Praça Carioca im Zentrum von Rio. Das Aquädukt von Rio, die über eine bogenförmige Brücke geführte Wasserleitung - auch Lapa-Bögen genannt -, war das erste grössere Werk der Ingenieure in der Stadt. Ab Ende des 18.Jh. diente es als Strassenbrücke und gleichzeitig als Gleisbett für die Strassenbahnwagen der Linie vom Zentrum nach Santa Teresa.
1807 beschloss Napoleon, Portugal, einen traditionellen Verbündeten Grossbritanniens, zu besetzen, um damit seine Blockade gegen England zu verschärfen. Der König von Portugal, Dom João VI., erkannte rasch, dass jeder Widerstand zwecklos sein würde. Deshalb beschloss er, unter dem Schutz der britischen Flotte mit seinem Hof und der königlichen Familie nach Brasilien zu fliehen, wo er 1808 in Rio ankam. Sieben Jahre später ernannte er die Stadt zur Hauptstadt des Vereinigten Königreichs von Portugal, Brasilien und der Algarve. So wurde Rio in der ganzen Geschichte der Menschheit zur einzigen Stadt in einer Kolonie, die Sitz der Regierung des Mutterlands war. Dom João VI. öffnete ausserdem die brasilianischen Häfen für den Aussenhandel und schloss Brasilien somit dem Weltmarkt an. Das tropische Klima von Rio lag ihm jedoch nicht sehr, weswegen er bald nach Portugal zurückging und seinen Sohn Pedro in Brasilien als Stadthalter zurückliess. 1822 erklärte Dom Pedro Brasiliens Unabhängigkeit, und Rio wurde zur Hauptstadt des Reiches.
Im 19.Jh. beschleunigte sich die Entwicklung der Stadt besonders dank Investitionen in das öffentliche Verkehrswesen: Pferdestrassenbahnen wurden eingeführt - und wohin diese Bahnen kamen, folgten sehr bald der Fortschritt und der Wohlstand. Von Mitte des 19.Jh. bis ins Jahr 1889, als die Monarchie gestürzt wurde, legten die Veränderungen in der Politik und die Verbesserung der Lebensbedingungen in Rio die Grundlagen für die Entstehung einer modernen Grossstadt im darauffolgenden Jahrhundert: Die Gasbeleuchtung, die neuen Abwasseranlagen, die erste Eisenbahnstation "Central do Brasil", Telegraphen und die zehn Jahre dauernde Wiederaufforstung des Tijuca-Waldes sind in diesem Zusammenhang zu erwähnen. Damals kam es auch zu  einer sprunghaften Entwicklung im Bauwesen: Eine grosse Zahl von Privathäusern, öffentlichen Gebäuden, Klostern und Kirchen wurde in dieser Zeit errichtet.
Rio - Hauptstadt der Republik von 1889 - 1960
Mit dem Sturz der Monarchie 1889 wurde Rio zur Bundeshauptstadt. Der Übergang zum republikanischen System war jedoch erst im Jahre 1930 endgültig vollzogen. In diesen 41 Jahren bereitete Rio sich selbst auf das 20.Jh. und die mit ihm entstandenen neuen Bedürfnisse vor, die sich aus den politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Veränderungen ergaben. Im Jahr 1902 lancierte der Bürgermeister von Rio, Pereira Passos, einen hochgesteckten Plan zur Umgestaltung der Stadt. Dieser sah vor allem die Neuanlage mehrer Alleen nach dem Vorbild der Pariser Boulevards vor. Die wichtigste urbanistische Veränderung bestand in der Schaffung der Avenida Central, die den Passeio Público, einen Park an der Südspitze des Zentrums, mit dem neuen Hafen an der Praça Mauá an dessen Nordseite verband. Dieser Boulevard, später in Avenida Rio Branco umbenannt, durchquerte das Zentrum von Rio und wurde dadurch zum kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Brennpunkt der Stadt. Die Nationale Schule der Schönen Künste und die Nationalbibliothek wurden später dort errichtet. 1909 wurde ganz in der Nähe das Theatro Municipal, eine beinahe vollkommene Nachbildung des Pariser Opernhauses, eingeweiht. Entlang der Strandpromenade der Guanabara-Bucht wurden weitere Alleen angelegt; und auch das Projekt für den Bau der Avenida Atlântica entlang dem Strand von Copacabana stammt aus der Regierungszeit von Bürgermeister Pereira Passos.
Mehr Raum für Kultur
1906 bot Rio das Bild einer modernen Stadt. Die meisten Gebäude im Kolonialstil waren im  Namen der Modernisierung abgerissen worden. Der neue Architekturstil war eklektisch. In dieser Zeit zeigte sich die Stadt sauber, wunderschön und gut organisiert. Infolgedessen kamen mehr Menschen auf die Strassen. In der Kolonial- und der Kaiserzeit waren die meisten Cariocas nämlich lieber zu Hause geblieben und hatten das Leben auf den Strassen vom Fenster aus beobachtet. Nunmehr kamen sie heraus, um selbst daran teilzuhaben. Als Hauptstadt des Landes war Rio auch das Eingangstor für alles Moderne: Die Musik, der Tanz und die Mode kamen über Rio ins Land. Die Stadt war nicht nur politisch und wirtschaftlich gesehen die Hauptstadt des Landes - sie war es auch in kultureller Hinsicht.
Der eklektische Architekturstil war gemeinsam mit dem Art-Nouveau-Stil und dem Neoklassizismus bis in die 20er Jahre vorherrschend. Der Art-Nouveau-Stil inspirierte sich an Formen und Motiven aus der Natur. Als typisch städtische Erscheinung versuchte dieser Stil, auf allen Gebieten das Schöne mit dem Nützlichen zu verbinden: in der Architektur, bei Haushaltsgeräten, in städtischen Einrichtungen, in der Dekoration und der Bildenden Kunst. Rio besitzt zahlreiche Belege für diesen Trend, darunter die Konditorei Colombo und das Restaurant Albamar. Die 20er und 30er Jahre brachten weltweit eine Welle von geistiger und künstlerischer Kreativität mit sich - eine wahre kulturelle Revolution! 1922 war Rio Gastgeber einer internationalen Ausstellung anlässlich der 100 Jahresfeier der brasilianischen Unabhängigkeit. Bei dieser Gelegenheit wurde der Morro do Castelo, der eigentliche Geburtsort von Rio, abgetragen, um neuen Gebäuden und Strassen im Zentrum Platz zu machen. Das Wachstum der Stadt in die Höhe war in vollem Gange, und die ersten Hochhäuser mit 20 Stockwerken wurden gebaut. In der Südzone, die inzwischen zu einem Wohnviertel mit vielen Einfamilienhäusern geworden war, entstanden die ersten Hotels, darunter das Hotel Glória.
Der Karneval ist geboren
Die Kunstszene in dieser Zeit des Überschäumens künstlerischer Kreativität stellte auch den Beginn einer Ausdrucksform der Volkskunst dar, die heute als Karneval bekannt ist. Die ersten Tonaufnahmen von Sambamusik stammen aus dem Jahr 1917. Die heutige Sambaschule Protela, damals noch eine Gruppe von Menschen, die einfach auf den Strassen tanzten und sangen, zeigt sich 1923 zum ersten Mal, die Mangueira 1928, und die erste Gruppe die sich selbst als Sambaschule bezeichnete, 1929. 1926 fanden Intellektuelle und Volkskünstler zueinander - Brasilien begann, Brasilien zu entdecken.
1922 verursachte die Woche der Modernen Kunst eine landesweite Diskussion zu diesem Thema. In der Zeit von 1920 bis 1945 war Portinari die herausragende Persönlichkeit in der Kunst. Zu den Vorreitern des Modernismus gehörten der Maler Di Cavalcanti, der Bildhauer Vitor Brecheret sowie Tarsila do Amaral, Oswald Goeldi und Vicente do Rego Monteiro.
Christus segnet die Stadt
1930 kam Getulio Vargas an die Macht und leitete eine Revolution gegen die Vormachtstellung der Landoligarchie ein. Dazu stimulierte die Regierung Vargas die Industrieproduktion. Das Wachstum dieses Sektors und die neue Arbeitsgesetzgebung, die den Arbeitern mehr Schutz bot, führte dazu, dass viele Menschen aus dem Landesinneren in die grossen Städte kamen. In dieser Zeit wurden die Einfamilienhäuser in der Südzone von Rio durch Wohnhochhäuser ersetzt. In den 30er Jahren kam es so zur Herausbildung einer neuen Sozialstruktur: Die Stadt und die Industrie bilden eine neue soziale Landschaft. In dieser Zeit wird auch eine Sehenswürdigkeit errichtet, die Rio weltberühmt machen sollte - die Statue von Christus dem Erlöser.
Ein neuer Körper für die unsterbliche Seele von Rio
Der Einfluss des autoritären Staates zeigte sich in breiten Strassen und grossartigen Behördengebäuden, die auf der Grundlage von Plänen des Architekten Alfred Agache errichtet wurden. Da die Stadt Hauptstadt war, gab es hier immer eine grosse Anzahl von Diplomaten und Politikern sowie viele Paraden und Demonstrationen anlässlich von Feiertagen wie dem Nationalfeiertag, dem Jahrestag der Unabhängigkeit Brasiliens, des Geburtstags von Getulio Vargas oder zum 1.Mai. Diese Paraden wurden in der 1937 verbreiterten Av.Presidente Vargas abgehalten. In den 40er Jahren war Copacabana mit seinen Gebäuden im Stil der Art deco gleichbedeutend mit Raffinesse. Das Museum für Moderne Kunst und das Gebäude des Erziehungsministeriums mit Fliesenwandbildern von Portinari, Plastiken von Bruno Giorgi, Gemälden von Pancetti und Gartenanlagen von Burle Marx stammen aus dieser Zeit. 1935 erarbeiteten die Architekten Oscar Niemeyer, Lucio Costa und Affonso Reidy u.a. auf der Grundlage von Le Corbusiers Prinzipien das Projekt für den Gustavo-Capanema-Palast. Mitte der 30er Jahre, im Industriezeitalter, wächst die Stadt nach oben. Moderne Gebäude sind vorherrschend. 1950 wird nach einem Projekt des Architekten Eduardo Reidy auf einer Erdaufschüttung an der Ufermarginale der Flamengo-Park angelegt, der Raum für die in die Südzone führenden Stadtautobahnen schaffen soll. Damit entsteht auch ein wichtiger Freizeitkomplex, dessen Gartenanlagen von Burle Marx gestaltet wurden. Ende der 50er Jahre wird das Denkmal für die im 2.Weltkrieg gefallenen Soldaten eingeweiht. Die drei Teilstreitkräfte sind dort mit Granitskulpturen von Alfredo Ceschiatti dargestellt. Das Museum für Moderne Kunst, ebenfalls nach einem Projekt des Architekten Reidy gebaut, öffnet 1954 seine Türen.
Rio - Gestern, heute, immer ... unvergleichlich!
Als die Hauptstadt nach Brasília verlegt wurde, verlor Rio keinesfalls seinen Glanz. Es ist weiterhin das Zentrum, in dem Kunst und Kultur zusammentreffen. Es ich auch heute einfach noch unvergleichlich!!

Auszug aus dem Buch von "RIOTUR" - Copyright © Prefeitura do Rio Secretaria especial de Turismo.

 

Copyright © brasilien.de ReiseService 1999-2012 Brüel