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Geschichte des Bundesstaates Pernambuco

   
     

Am Anfang war Recife ein unbedeutender Hafenplatz, im Windschatten Olindas, der Hauptstadt. Ein Riff beschützt die Strände und gab der Stadt den Namen "Recife". Das Sandsteinriff diente als sicherer Ankerplatz für die Portugiesen, die 1535 in die Region kamen. Ansiedeln mochten sie sich nicht in dem Mündungsgebiet der Flüsse Capibaribe und Beberibe, in dem heute die Stadt Recife steht.

Die Portugiesen zog es auf den nördlich gelegenen, nur wenige Kilometer entfernten und mit Palmen bewachsenen Berghang. Dort gründeten sie 1537 die Stadt Olinda, die erste Hauptstadt der portugiesischen Provinz Pernambuco. Recife blieb ein unscheinbares Fischerdorf. Das änderte sich hundert Jahre später mit Ankunft der Holländer, die ihren Teil von der jungen Kolonie Brasilien wollten. Die holländische Westindische Compagnie legte Olinda mit 38 Schiffen und 7.000 Mann in Schutt und Asche. Der Generalstatthalter der Compagnie, Moritz von Nassau, schlug sein Hauptquartier auf der Insel Santo Antônio auf. Das Mündungsgebiet der Flüsse mit seinen Inseln entsprach den Siedlungsgewohnheiten der grachten- und Kanalgewohnten Holländer. Etwas weiter südlich auf der gleichen Insel bauten sie eine fünfeckige Festung, das Forte Cinco Pontas, in dem heute das Stadtmuseum untergebracht ist.
Moritz von Nassau wird nachgesagt, dass er die Schätze der Kolonie nicht einfach ausbeuten wollte, sondern sich um die kulturelle und wirtschaftliche Weiterentwicklung Recifes bemühte. Er holte europäische Wissenschaftler und Ärzte in die Stadt, förderte Bildung und Kultur auch in den unteren Schichten und strebte ein friedliches Zusammenleben der Europäer untereinander sowie mit den Indianern an.

1654 vertrieben Portugiesen, Sklaven und Indianer in der Schlacht bei Guararapes die holländische Besatzer. Olinda wurde wieder aufgebaut, und Recife blieb bis 1709 verwaltungsmässig von dem Städtchen abhängig. Das Goldene Zeitalter des Zuckers im 17. und 18.Jh. trug zum Reichtum Olindas und zur Ausdehnung von Recife bei. Letzteres schwang sich innerhalb kurzer Zeit zur eigentlichen wirtschaftlich tonangebenden Metropole auf. Die Verleihung der damit verbundenen Stadtrechte geschah Anno 1825. Verschiedene Bewegungen, die für die Unabhängigkeit des Landes eintraten oder gegen den Kaiser kämpften, nahmen in Recife ihren Anfang, wie die republikanische Revolte von 1817. Vor dem militärischen Staatsstreich 1964 waren Recife und der Staat Pernambuco ein Schmelztiegel neuer Ideen und Erfahrungen. Der Gouverneur Miguel Arraes und der Abgeordnete Francisco Juliano förderten die Ligas Camponesas "Bauernvereinigungen", um eine Agrarreform auf den Weg zu bringen. Auch allen anderen Arbeitern im Staat sollte ein Mindestgehalt garantiert sein.

Heute wird ein grosser Teil von Zuckerrohr bis weit ins Landesinnere von Pernambuco angebaut. Obstanbau, Viehzucht, Fischfang und der Tourismus an der Küste bilden weitere wirtschaftliche Stützen dieses grossen Bundesstaates. Der Strand von Boa Viagem am Festland, die "Copacabana von Pernambuco", ist als Hoteldistrikt, aber auch als Rotlichtviertel bekannt.

 

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