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Geschichte des Bundesstaates Espírito Santo

   
     

1534 erklärte der damalige König João III. das Gebiet zur portugiesischen Capitanie und übergab sie Vasco Fernandes Coutinho. Dieser gründete mit sechzig Abenteurern den heutigen Ort Vila Velha. Ansässige Indios vertrieben die Eindringlinge jedoch auf die Vorgelagerte Insel, die den Namen Vitória erhielt. Die Neugegründete Stadt ist bis heute Kapitale des Bundesstaates.

1551 traf eine Gruppe von Jesuitenpatern ein, die sich unter der Führung von Padre Anchieta hier niederliessen. In der Capitanie, die Bahia untergeordnet war, wurde Zuckerrohr angebaut und Brasilholz exportiert. Anfang des 18.Jh. jedoch waren die Erträge so gering, dass der Besitzer ins Mutterland zurückkehrte und die Capitanie an den portugiesischen König verkaufte, der das Gebiet Espírito Santo zu einer eigenen Provinz erklärte. 1885 gründeten Einwanderer aus der Schweiz, Deutschland, Holland und Portugal die Gemeinde Rio Novo, die bis ins 20.Jh. ein Anziehungspunkt für Siedler aus Europa blieb. Sie betrieben Landwirtschaft, vor allem pflanzten sie Kaffee, der das Zuckerrohr in den Hintergrund drängte.

Die ökonomische Wende kam erst mit der Expansion des Kaffeeanbaus, der sich in den Nachbarstaat ausbreitete, später 95% der regionalen Wirtschaft ausmachte und schliesslich Vitórias Hafen während des Ersten Weltkrieges zum zweitwichtigsten Kaffee-Exporthafen Brasiliens werden liess. Aus dieser Zeit stammt ein Grossteil der Urbanisierungsprojekte wie Strassenpflasterung und -beleuchtung, Viadukte und vor allem die grosse Brücke zum Festland, deren Bau ganze 11 Jahre in Anspruch nahm. Ab 1942, mit dem Ausbau der alten Eisenhandelsstrasse nach Minas, wird Vitória dann auch noch Hauptexporthafen von Eisenerz. Von der neuerlichen Blüte zeugt einer der modernsten Häfen der Welt, im Norden der Stadt bei der Tubarão-Brücke neu errichtet. Somit ist Vitória bzw. der ganze Bundesstaat Espírito Santo doch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.

 

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