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Geschichte des Bundesstaates Ceará

   
     

Der erste Versuch die Trockenzone der Sertão in Ceará zu kolonisieren, fiel in das Jahr 1603. Pero Coelho de Souza führte damals eine Schar portugiesischer Soldaten und indianischer Krieger auf Sklavenfang, 1606 kehrte er zurück, wurde aber von einer Dürrekatastrophe vertrieben. Im Jahr 1603 bekam Martim Soares Moreno vom portugiesischen Generalgouverneur den Auftrag, die Küste von Ceará zu erschliessen und die Ureinwohner zu "befrieden". Nach jahreslangen Kämpfen und vielen Rückschlägen gelang es ihm 1611, eine Allianz mit den Jaguaribe-Indios einzugehen und die Festung São Sebastião an der Mündung des Rio Ceará anzulegen. Diese Festung leistete Soares Moreno bei einem Angriff der Franzosen im selben Jahr gute Dienste; dasselbe gilt für die Stämme der Tapuia und Tupinambá, mit denen er Freundschaft geschlossen hatte. Splitternackt, den Körper mit Pflanzenfarbe eingerieben, kämpfte er Seite an Seite mit den Indianern, vertrieb die Franzosen, erlag aber dann den Reizen der Indianerprinzessin Iracema, die noch heute als Schutzherrin der Stadt gilt. 1649 errichteten die Holländer während ihrer kurzen Kolonisation hier Fort Schoonenborck. Und Festung, auf portugiesisch "Fortaleza", heisst die Stadt, seitdem die Portugiesen sie zurückeroberten. Das holländische Fort wird noch immer als Garnison benutzt. Bis 1654 hatten die Portugiesen, die dem Fort dem Namen Nossa Senhora da Assunção gaben, die Holländer vertrieben. Fortaleza wurde zu einem bedeutenden Umschlagplatz für die Rinderzüchter im Landesinneren.
 
Ceará war der erste Bundesstaat Brasiliens, der die hier ohnehin nicht sehr ausgeprägte Sklaverei abschaffte, und zwar bereits 1884, vier Jahre vor dem offiziellen Verbot durch Prinzessin Isabel. Die Bevölkerung besteht vorwiegen aus Morenos und Mulatos (Nachkommen von Weissen und Schwarzen) und Caboclos (Nachkommen von Weissen und Indianern).

Inzwischen ist die Hauptstadt auf fast zwei Millionen Einwohner angewachsen, und weist kaum noch auf Zeugnisse alter Zeiten. Fortaleza ist eine Hochburg des Forró. Abends ausgehen heisst daher tanzen gehen. Wer nicht selber tanzt, wird seine Freude am Zusehen haben. Der Musik entkommt man in der Stadt ohnehin nur schwer.

Da das Hinterland immer wieder von Dürrekatastrophen heimgesucht wird, wurde diese Region zu einer der Ärmsten. Viele verlassen ihr Heimatdorf in der Hoffnung auf ein besseres Leben in den Küstenstädten oder in den Fabriken von São Paulo. Diejenigen, die bleiben, erhalten eine starke, mündlich überlieferte Tradition am Leben, die sich von den Troubadouren ableitet. Dorfdichter ("Repentistas") tragen stundenlang Wettbewerbe aus, um sich gegenseitig mit immer ausgefalleneren Reimen und Wortschöpfungen zu überbieten. Die Härte des Daseins liess eine Reihe religiöser Bewegungen entstehen, die jede äussere Kontrolle ablehnen. Noch immer strömen Tausende von Pilgern hierher, um Padre Cícero zu huldigen, der, wenn auch kein offiziell anerkannter Heiliger, so doch unbestritten der Schutzpatron des Nordosten ist.

 

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