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Seit Errichtung der ersten Zuckersiederei im Jahre
1815 entwickelte sich Maceió. Sie entstand auf einer
Zuckerrohrplantage und wurde 1839 zur Hauptstadt von Alagoas.
In Alagoas befand sich auch die República dos Palmares, eine
unabhängige Siedlung mit über 30.000 entflohenen Sklaven. Sie hatten
gegen die schlechten Arbeits- und Lebensbedingungen auf ihrer
Zuckerrohrplantage rebelliert. Im schwer zugänglichen Urwald
versteckten sie sich und errichteten einen Quilombo, eine
Fluchtburg. Durch die holländische Invasion ab 1621 war die Küste
des Nordosten in Unruhe, die Militärs und Sicherheitskräfte der
Plantagen beschäftigt, was vielen Sklaven die Flucht erleichterte.
Ab 1635 liessen sich die Sklaven in Palmares nieder und ein
mächtiges Heer unter dem legendären Zumbi brachte den
Kolonialtruppen insgesamt 40 Niederlagen bei. Palmares hatte sich
schon bald zu einem prosperierenden Staat entwickelt. Mais, Bohnen,
Maniok,
Zuckerrohr, Kartoffeln und Bananen wurden auf dem urbar
gemachten Boden angebaut. Palmares war eine der grössten
Herausforderungen der portugiesischen Kolonialverwaltung in
Brasilien gewesen, die das Machtverhältnis zwischen europäischem und
afrikanischem Einfluss beinahe umgedreht hätte. Der
Bevölkerungsanteil der schwarzen Sklaven erreichte damals mit
sechzig Prozent den höchsten Stand der brasilianischen Geschichte:
Es gab in Brasilien doppelt soviel Schwarze als Weisse, als Zumbi
auf dem Höhepunkt der Macht immer offensiver wurde und sich in die
Städte wagte. Erst 1694 wurde Palmares zerstört und der Anführer
Zumbi ein Jahr später heimtückisch ermordet. Bis heute ist sein
Todestag, der 20.November 1695, ein wichtiger Gedenktag.
Bis heute ist es der Zucker, der Maceió für Nordostverhältnisse
relativ wohlhabend werden liess. Über 50% des Bruttoinlandsprodukts
von Alagoas stammt aus der Zuckerwirtschaft, die noch immer von
weniger als 30 Familien kontrolliert wird. Der Bundesstaat liegt
heute in der Zuckerproduktion Brasiliens an zweiter Stelle. |
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