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Die
Erinnerung an die legendären "Cangaçeiros", die Banden des
Nordostens, ist nach wie vor lebendig. Der berühmte Anführer einer
dieser Banden war "Lampião", der 1897 unter dem Namen Virgulino
da Silva in Serra Telhado im Sertão von Pernambuco geboren wurde.
Ein brutaler Verbrecher und schon zu Lebzeiten ein Mythos!
Gegen
Ende des 19.Jh. begünstigten tiefe Armut und soziale Ungerechtigkeit
im von Trockenheit und Dürre geplagten Sertão des Nordostens die Bildung
von Banden Gesetzloser, die als Cangaços Städte, Fazendas und Stützpunkte
der Armee überfielen. Der berühmteste Cangaçeiro war Lampião, der
den Sertão über 20 Jahre lang terrorisierte.
Lampião war ein Cowboy, bis seine Eltern von einem brutalen Landbesitzer
getötet wurden. Daraufhin schoren er sowie seine Brüder Rache und
begaben sich in den Sertão, um sich dort einer der umherstreifenden
Banden anzuschliessen.
Etwa um 1920, zwei Jahre, nachdem er ein Cangaçeiro geworden war,
wurde Lampião Kopf einer eigenen Bande. Seinen Spitznamen, die Lampe,
verdankt er dem hellen Aufblitzen seines Gewehres bei Kämpfen mit
der Polizei. Im Gegensatz zu anderen Cangaçeiros, die für ihre Grosszügigkeit
gegenüber den Armen des Sertão bekannt waren, fürchtete man Lampião
wegen seiner Grausamkeit.
Mit seiner Bande, die zwischen 15 und 50 Mann umfasste, durchstreifte
er das Hinterland von Pernambuco, Paraíba, Alagoas und Ceará. Seine
Berühmtheit wuchs mit den vielen Geschichten und Liedern über seine
Taten, die über den ganzen Nordosten verbreitet wurden.
1929 traf er Maria Bonita, die seine Geliebte und damit die erste
Frau wurde, die sich einer Bande anschloss. Für weitere neun Jahre
blieb diese Cangaço ein Pfahl im Fleisches des Staates und der Behörden,
die viele Male versuchten, Lampião vor ein Gericht zu stellen. Unter
dem Schutz der verängstigten Bevölkerung und der verschreckten Landbesitzer
wurden die Cangaçeiros jedoch leichtsinnig. Daher konnte sie in einer
Nacht im Juli 1938 von einem Trupp der Militärpolizei von Sergipe
umzingelt werden. Lampião und Maria Bonita wurden zusammen mit weiteren
neun Bandenmitgliedern getötet. Ihre Köpfe wurden abgetrennt und fast
30 Jahre im medizinischen Institut von Salvador zur Schau gestellt.
Erst 1969 wurden sie begraben. Der letzte Cangaçeiro, ein Überlebender
von Lampiãos Bande, wurde 1940 umgebracht. Dadurch fand die Zeit der
Cangaços ein Ende. |
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