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Hans Staden 1525 - 1576

   
     

Hans Staden

Um 1547 machte sich Hans Staden aus Homberg an der Efze Gedanken, wie er nach Indien kommen könnte. Er fuhr über Bremen und Holland nach Portugal und fand dann aber nur ein Handelsschiff, das ihn nach Nordostbrasilien mitnahm. Nach seiner Rückkehr trat er in spanische Dienste und fuhr mit der Flotte von Diego de Sanábria, des neuernannten Statthalters für das La Plata-Gebiet, zum zweiten Mal nach Südamerika. Auf der Höhe von Paranaguá, Hafenstadt im heutigen Bundesstaat Paraná, geriet die Flotte in einen Sturm. Hans Staden konnte dort landen und ein Ersatzschiff in São Vicente beschaffen. Bei Itanhaém, südlich von São Vicente, erlitt er jedoch 1549 wieder Schiffbruch, deshalb kehrte er an den Ausgangspunkt zurück.

Damals lebten die Siedler um São Vicente in Ängsten vor Überfällen der Tupinambá-Indianer, die unter Leitung des mächtigen Häuptlings Cunhambebe standen. Auf der etwas weiter nördlich gelegenen Insel Santo Amaro wurde deshalb beim heutigen Guarujá eine Befestigung aus Palisaden vor Bertioga angelegt. Die Festung war lebenswichtig für São Vicente, weil die Indianer den schmalen Kanal zwischen Festland und Insel nutzten, um die Siedlung anzugreifen. Hans Staden übernahm die Festung 1552 als Kommandant. Sie lag, wie er später schrieb, "dort, wo sonst kein Portugiese herein wollte". Das Festungswerk war das erste portugiesische Fort in Südbrasilien, genannt "Forte de São Felipe".

Ein Jahr später wurde er auf der Jagd von den Tupinambá-Indianern gefangengenommen und gen Norden in die Gegend, wo heute die Stadt Ubatuba liegt, verschleppt. Dort verbrachte er über zehn Monate bei den damaligen Menschenfressern. Er konnte nur überleben, weil er sich mit dem Medizinmann befreundete und dadurch respektiert wurde. Nach seiner Befreiung kehrte er 1555 nach Deutschland zurück.

Hans Stadens Bekanntheit ist auf die intensive Beschreibung seines Aufenthalts in Brasilien zurückzuführen, die er 1557 drucken liess. Sein Buch "Wahrhaftige Historia..." hat mehr als 80 Auflagen erlebt, davon 15 in portugiesischer und 25 in deutscher Sprache. Es ist das älteste Werk mit einer genauen Beschreibung der Urbevölkerung Brasiliens. Die "Wahrhaftige Historia..." beschreibt das Land, seine Tier- und Pflanzenwelt, die Hans Staden mit fast wissenschaftlicher, neuzeitlich wirkender Schärfe zwischen São Vicente und Ubatuba beobachtete.


Auszug aus dem Buch "Die Deutsche Geschichte Brasiliens" Copyright © AHK-São Paulo  - Câmara de Comércio e Indústria Brasil-Alemanha 2001/2002

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