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Um 1547 machte sich Hans Staden
aus Homberg an der Efze Gedanken, wie er nach Indien kommen könnte.
Er fuhr über Bremen und Holland nach Portugal und fand dann
aber nur ein Handelsschiff, das ihn nach Nordostbrasilien mitnahm.
Nach seiner Rückkehr trat er in spanische Dienste und fuhr
mit der Flotte von Diego de Sanábria, des neuernannten Statthalters
für das La Plata-Gebiet, zum zweiten Mal nach Südamerika.
Auf der Höhe von Paranaguá, Hafenstadt im heutigen Bundesstaat
Paraná, geriet die Flotte in einen Sturm. Hans Staden konnte
dort landen und ein Ersatzschiff in São Vicente beschaffen.
Bei Itanhaém, südlich von São
Vicente, erlitt er jedoch 1549 wieder Schiffbruch, deshalb kehrte
er an den Ausgangspunkt zurück. |
Damals lebten die Siedler um São Vicente in Ängsten vor Überfällen
der Tupinambá-Indianer, die unter Leitung des mächtigen Häuptlings
Cunhambebe standen. Auf der etwas weiter nördlich gelegenen Insel
Santo Amaro wurde deshalb beim heutigen Guarujá eine Befestigung aus
Palisaden vor Bertioga angelegt. Die Festung war lebenswichtig für
São Vicente, weil die Indianer den schmalen Kanal zwischen Festland
und Insel nutzten, um die Siedlung anzugreifen. Hans Staden übernahm
die Festung 1552 als Kommandant. Sie lag, wie er später schrieb,
"dort, wo sonst kein Portugiese herein wollte". Das Festungswerk war
das erste portugiesische Fort in Südbrasilien, genannt "Forte de São
Felipe".
Ein Jahr später wurde er auf der Jagd von den Tupinambá-Indianern
gefangengenommen und gen Norden in die Gegend, wo heute die Stadt
Ubatuba liegt, verschleppt. Dort verbrachte er über zehn Monate bei
den damaligen Menschenfressern. Er konnte nur überleben, weil er
sich mit dem Medizinmann befreundete und dadurch respektiert wurde.
Nach seiner Befreiung kehrte er 1555 nach Deutschland zurück.
Hans Stadens Bekanntheit ist auf die intensive Beschreibung seines
Aufenthalts in Brasilien zurückzuführen, die er 1557 drucken liess.
Sein Buch "Wahrhaftige Historia..." hat mehr als 80 Auflagen erlebt,
davon 15 in portugiesischer und 25 in deutscher Sprache. Es ist das
älteste Werk mit einer genauen Beschreibung der Urbevölkerung
Brasiliens. Die "Wahrhaftige Historia..." beschreibt das Land, seine
Tier- und Pflanzenwelt, die Hans Staden mit fast wissenschaftlicher,
neuzeitlich wirkender Schärfe zwischen São Vicente und Ubatuba
beobachtete.
Auszug aus dem Buch "Die Deutsche Geschichte Brasiliens" Copyright ©
AHK-São Paulo - Câmara de Comércio
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